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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Calvarienberg-Stiftung Ahrweiler

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Die Calvarienberg-Stiftung Ahrweiler wurde zum 1. August 2017 Trägerin des Privaten Gymnasiums der Ursulinen Calvarienberg Ahrweiler und der Privaten Realschule der Ursulinen Calvarienberg sowie des Tagesinternats mit Hausaufgabenbetreuung. Dabei handelt es sich um eine kirchliche Trägerstiftung bürgerlichen Rechts, die der Aufsicht des Bistums Trier untersteht. Das von den Ursulinen gestiftete Gründungskapital beträgt 50.000 Euro. Auch der Erlös aus dem Verkauf des Klostergebäudes samt der Liegenschaft der ehemaligen Klosterökonomie sowie der Kirche soll in die Stiftung einfließen. Ein potenzieller Käufer ist mit der Landmarken AG gefunden. Das Aachener Unternehmen will dort Wohnen, Gastronomie, Verkaufs- und Gewerbeflächen vereinen. Der Eigentümerwechsel soll aber erst dann vollzogen werden, wenn das Nutzungskonzept auf dem Tisch liegt und die erforderlichen Genehmigungen vorliegen. Bis November 2017 war dies nicht der Fall. Projektleiterin Leonie Heuschäfer hatte der RZ gegenüber bereits im Sommer 2017 auf fehlendes Planungsrecht hingewiesen.


Chronik

Die Ursulinenkongregation Calvarienberg Ahrweiler e.V. wollen das Private Gymnasium der Ursulinen Calvarienberg Ahrweiler und die Private Realschule der Ursulinen Calvarienberg sowie das Tagesinternat mit Hausaufgabenbetreuung einer noch zu gründenden Stiftung übertragen. Das berichteten General-Anzeiger und Rhein-Zeitung erstmals am 22. Juli 2014. Damit solle eine drohende Schließung der beiden Schulen verhindert werden. Nachdem im November 2013 bekannt geworden war, dass das Internat Calvarienberg innerhalb der nächsten drei Jahre geschlossen wird, gab es zahlreiche Gerüchte über die angebliche Absicht, auch die Schulen zu schließen. Eine Schließung der Schulen wollten die Ursulinen „auf gar keinen Fall“, sagte Generaloberin Maria Monheim. Im Gegenteil: „Wir wollen die Schulen sicher in die Zukunft führen“; das sei 2013 im Generalkapitel beschlossen worden. Die Rhein-Zeitung berichtete:

Wie bei der Entscheidung, das Internat zu schließen, ist es die prekäre Finanzlage, die den Orden zum Handeln zwingt. Zwar garantieren die Schulgesetzte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz den Schulen in privater Trägerschaft öffentliche Finanzhilfe. Dennoch drücken Sach- und Personalkosten, da alle Fachkräfte von außerhalb kommen. Der Orden selbst kann, anders als in vergangenen Zeiten, nicht selbst dazu beitragen, den Personalbedarf abzudecken. Von dereinst 354 Schwestern zählt die Kongregation der Ursulinen heute noch 39 zumeist Betagte – niemand, der unterrichten könnte.[1]

Die Einnahmen der Ordensgemeinschaft seien extrem zurückgegangen, die Ausgaben drastisch gestiegen, räumte Schwester Irmgard Carduck ein. Hätten Mitte der 1960er Jahre noch rund 100 Schwestern weitgehend autark die Arbeit in Kloster und Schulen gemeistert – von Küchendienst und Verwaltung über die Besetzung des Blandinenarchivs und als Erzieherinnen im Internat bis hin zu Lehrerinnen und Schulleiterin -, seien die Zahlen durch die Anstellung von immer mehr externem Personal umgekippt. Die verbeamteten Lehrer werden laut dem rheinland-pfälzischen Privatschulgesetz vom Land bezahlt, doch die angestellten Lehrer zum Teil vom Land, zum Teil vom Träger. Das Bistum Trier zahle lediglich einen kleinen Sachkosten-Zuschuss. Für das Internat Calvarienberg, dessen Schließung zu dieser Zeit bereits beschlossen war, müsse der Träger allein aufkommen, ebenso für Sekretärinnen, Hausmeister und Reinigungspersonal. „Es gibt weder öffentliche Finanzhilfen vom Land oder der Kommune noch regelmäßige Zuschüsse vom Bistum“, sagte Schwester Veritas.

Die Ursulinen überlegten deshalb, die Trägerschaft für die Schulen auf eine Stiftung zu übertragen, die für die Finanzierung des Schulbetriebs sorgt und die von Freunden, Förderern, Ehemaligen und anderen Sponsoren unterstützt wird. Mit 200.000 Euro jährlich käme die Stiftung hin, sagte Schwester Irmgard Carduck. Anfang 2014 war bereits das private Mädchengymnasium „St. Ursula“ in Aachen auf eine Stiftung übertragen worden. Neben einem Rechtsanwalt gehören dem Kuratorium dieser Stiftung drei Schwestern vom Calvarienberg an: Schwester Veritas Albers, Generalprokuristin Irmgard Carduck und Generaloberin Maria Monheim. Für den Calvarienberg in Ahrweiler schwebte ihnen Ähnliches vor. Auch für die zu dieser Zeit 827 Schüler und 60 Lehrer des Gymnasiums sowie die 437 Schüler und 35 Lehrer der Realschule würde sich durch einen solchen Trägerwechsel nichts ändern, versicherte die Generaloberin.

Der Orden wolle in die Stiftung alles einbringen, was er besitzt: Grundstücke, Gebäude und Inventar. Die sogenannte Ökonomie – Wirtschafts- und Landwirtschaftsgebäude, Scheune und ehemalige Stallungen – solle abgerissen werden. Das frei werdende Gelände könne mit Einfamilienhäusern bebaut werden. Der Erlös aus den Grundstückverkäufen würden in die Stiftung fließen.[2]

„Wir gehen gut gerüstet in eine gute Zukunft“, sagte Generaloberin Maria Monheim im Sommer 2017. Das bestätigten im November 2017 die Vorstandsmitglieder Annette Gies (Gymnasium) und Gerald Charlier (Realschule). Zusammen mit dem Fördervereins-Vorsitzenden Herbert Mies, Schulleiterin Gabriele Kemmerling sowie Mitgliedern der Fundraising-Gruppe, zu der Vertreter beider Schulen, Elternvertreter sowie Mitglieder des Alumni-Clubs gehören, würden sie „kräftig die Werbetrommel rühren“, wie der General-Anzeiger berichtete. Ein Film, den Hermann Weber, ein Vater ehemaliger Calvarienberg-Schülerinnen hergestellt hat, sowie ein Flyer, den der Grafiker und Musiker Stephan Maria Glöckner gestaltet hat, sollen die Stiftung in der Bevölkerung bekannt machen und für Spenden werben. Mehr als 18 Monate lang filmte Weber schulische Veranstaltungen und Schulunterricht. Dieses Material schnitt er zu einem Imagefilm zusammen, der Atmosphäre, Schwerpunkte und Ausrichtung der beiden Schulen einfängt. Glöckner hat in einem Gemälde versucht, „Tradition und Zukunft miteinander zu verbinden und Geschichte, Ausrichtung und Stiftungsziele auf den Punkt zu bringen“, wie der General-Anzeiger berichtete. Für die laufenden Kosten der Schulen kommen Land und Bistum auf; Stiftung und Förderverein müssen sich um die Finanzierung von Ausstattung und Modernisierung kümmern. Allein für die anstehende Sanierung der Schultoiletten werden zu dieser Zeit 250.000 Euro veranschlagt. Weitere Punkt auf der Agenda waren die Erneuerung der naturwissenschaftlichen und gemeinschaftskundlichen Ausstattung, die Erneuerung der Technik, der Ausbau des Raumangebotes für den Freiarbeitsbereich, das Selbstlernzentrum und die Ganztagsbetreuung. Weil der Förderverein für die Zukunft der Schulen sehr wichtig ist, haben die zu dieser Zeit 700 Mitglieder einer Satzungsänderung zugestimmt, damit der Verein in Zukunft derartige Maßnahmen fördern kann. Er hat seine Satzung dahingehend geändert, dass nicht mehr nur Lehr- und Lernmittel, sondern auch Sanierungsmaßnahmen unterstützt werden können. An das von den Ursulinen eingebrachte Stiftungsvermögen darf laut Gesetz niemand heran, sondern nur an die Zinsen. Die jedoch tendierten in der Niedrigszinsphase gegen Null, wie Schwester Roswitha Maria aus der Fundraising-Gruppe sagte. Deshalb gehen die Akteure verstärkt zur Akquise in die Pfarreien und informieren in Rahmen von Vorträgen.[3]

Mediografie

Günther Schmitt: Gymnasium Calvarienberg: Stiftung soll keine Auswirkungen auf den Schulalltag haben, general-anzeiger-bonn.de vom 20. November 2014

Weblink

http://www.schulstiftung-calvarienberg.de

Fußnoten

  1. Quelle: Frieder Bluhm: Calvarienberg: Stiftung soll Zukunft sichern - Ursulinenkongregation will Gymnasium und Realschule unbedingt erhalten, in: Rhein-Zeitung vom 22. Juli 2014
  2. Quelle: Marion Monreal: Schulen am Calvarienberg - "Es gibt keinen Plan B", general-anzeiger-bonn.de vom 22. Juli 2014
  3. Quelle: Marion Monreal: Ahrweiler: Stiftung zum Wohl der Schulen auf dem Calvarienberg, general-anzeiger-bonn.de vom 23. November 2017