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Ingrid Kurth

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Ingrid Kurth (verh. Ingrid Gies) aus Bachem war 1973/74 Gebietsweinkönigin des Weinanbaugebiets Ahr. Nach Maritta Heinzen holte sie im Jahr 1973 in der Stichwahl die zweite deutsche Weinkrone an die Ahr. Die zu dieser Zeit 21-Jährige überzeugte die 53-köpfige Jury durch „Ausstrahlung, Fachwissen, Charme, Schlagfertigkeit und Bescheidenheit“. Ihr Arbeitgeber, die Kreissparkasse Ahrweiler, veranstaltete für die Vorstandssekretärin nach ihrer Wahl zur Deutschen Weinkönigin einen Sektempfang. 1972/73 war Ingrid Kurth bereits Ortsweinkönigin von Bachem und 1973/74 Gebietsweinkönigin des Weinanbaugebietes Ahr.


Vita[1]

Eine Live-Fernsehsendung von der Wahl gab es zu Ingrid Gies‘ Zeit noch nicht. Schulungen für die Kandidatinnen - zum Wein oder auch zu Rhetorik – gab es damals im Vorfeld der Wahl ebenfalls nicht. Diese Kenntnisse und Fertigkeiten mussten sich die Kandidatinnen selbst erarbeiten. Am Nachmittag mussten sich die Kandidaten einer Fachprüfung überziehen, deren Ergebnis zu 2/3 das Endergebnis bestimmte. Das dritte Drittel stammte von der Abendveranstaltung mit Publikum, die damals unter dem Motto „Deutscher Wein überall in der Welt“ stand und bei dem jede Weinkönigin ein anderes deutsches Weinbaugebiet vorstellen musste. Am Wahl-Samstag war Ingrid Kurth von dem Ergebnis überwältigt. Erst am Tag danach begriff sie so recht, dass sie nun Deutsche Weinkönigin war. Als sie am Montag wieder an die Ahr zurückkam, wurde sie in Ahrweiler großartig empfangen. „Die ganze Stadt stand Kopf“, erinnerte sie sich. Ihr Arbeitgeber, die Kreissparkasse Ahrweiler, veranstaltete für sie einen Sektempfang. Viele Jahre lang gehörte sie bei der Kreissparkasse einem heute nicht mehr bestehenden Kreis von Weinfreunden an, dessen Mitglieder gemeinsam Weinproben besuchten, der aber auch selbst zu Weinproben einlud.

Ingrid Gies ist Mutter von zwei längst erwachsenen Kinder. Das ältere von beiden, Tochter Verena, wurde am Morgen des Weinfest-Sonntags 1979 geboren

Die damals 21-jährige Bachemerin Ingrid Kurth (verh. Gies) holte im Jahr 1973 die zweite Deutsche Weinkrone an die Ahr – und freute sich im September 2020 in einem Gespräch mit dem General-Anzeiger (GA) schon darauf, dass sie bei ihrem 50-Jährigen als Ortsweinkönigin im Jahr 2022 wieder im Bachemer Winzerfestzug mitfahren kann. Pokale, die sie als Deutsche Weinkönigin von der Kreissparkasse Ahrweiler, wo sie als Vorstandssekretärin arbeitete, und vom Luftsportverein Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. geschenkt bekam, zieren noch im September 2020 ihre Wohnung. Die Zeit als Deutsche Weinkönigin sei wunderschön gewesen und sie habe ihr gesamtes bisheriges Leben von den Erinnerungen gezehrt, sagte sie dem GA. Trotzdem „kann man sich nicht ein ganzes Leben lang darüber definieren, dass man einmal Deutsche Weinkönigin gewesen ist.“

Auch Ingrid Gies war erblich vorbelastet: Großvater Peter Kurth und Vater Rudolf Kurth, beide Nebenerwerbswinzer, lieferten ihre Trauben beim ehemaligen Winzerverein Bachem ab, später dann bei der Dagernova. Dass die elterliche Familie Weinbau betrieb, war damals Voraussetzung dafür, Deutsche Weinkönigin werden zu können. Ingrid Gies musste deshalb in Neustadt vor der Wahl eine entsprechende Bescheinigung vom damaligen Bürgermeister Rudolf Weltken vorlegen. „Eine Deutsche Weinkönigin, die aus einem Rotweinanbaugebiet stammte, hatte es im damaligen Weißweinland Deutschland nicht immer leicht“, erinnerte sie sich. So musste sie damals den Rotwein in ihrem Pokal bei Auftritten in Weißweingebieten mehrfach gegen Weißen austauschen. Aber Ingrid Gies nahm’s locker. Sie wusste, dass sich der Ahrwein von ganz allein verkaufte und Werbung gar nicht nötig hatte.

Mediografie

Margot-Gabriele Bode: Ingrid Kurth aus Bachem - Deutsche Weinkönigin 1973/74, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1975

Siehe auch

Fußnoten

  1. Quellen: Anton Simons: Was machen die fünf ehemaligen Deutschen Weinköniginnen von der Ahr heute?, general-anzeiger-bonn.de, 18. September 2020, u.a.