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Kreissparkasse Ahrweiler

Rudolf Weltken

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Rudolf Weltken (v.l.) am 4. Dezember 1969, dem Tag seiner Amtseinführung als Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler, mit Wilhelm Helfmann, dem ehemaligen Bürgermeister der bis zu kommunalen Neugliederung selbstständigen Stadt Ahrweiler, und Winfried Schneider
Rudolf Weltken (am Mikrofon) im September 1985 bei der Eröffnung des Winzerfests Ahrweiler

Rudolf Weltken (* 18. Dezember 1929, † 11. März 2018) (CDU), der erste Bürgermeister der Gesamtstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler nach deren Bildung im Rahmen der kommunalen Neugliederung in Rheinland-Pfalz, amtierte vom 4. Dezember 1969 bis zum 31. Dezember 1993. Im beruflichen Ruhestand, von 1994 bis 2004, war Weltken Mitglied des Kreistages Ahrweiler.


Vita

Rudolf Weltken wurde am 18. Dezember 1929 in Andernach geboren. Nach dem Abitur (1950) studierte er Jura und Volkswirtschaft in Bonn und Köln. Am 10. Oktober 1959 heiratete er Inge Quos aus Plaidt (* 26. Dezember 1934, † 3. Juli 2007). Aus der Ehe gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor. 1963 wurde Weltken Beamter auf Lebenszeit. Nach Tätigkeiten bei den Finanzämtern Koblenz, Landstuhl/Pfalz und Neuwied, bei der Bezirksregierung Koblenz, bei der Kreisverwaltung Neuwied und weiteren Stationen wurde Weltken am 1. Januar 1966 zum Oberregierungsrat ernannt.

Am 20. Oktober 1969 wurde Rudolf Weltken vom Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler für zwölf Jahre zum Bürgermeister gewählt. Walter Fischer aus Walporzheim, ältestes Stadtratsmitglied, verpflichtete Weltken am 4. Dezember 1969; Regierungsrat Winfried Schneider vereidigte ihn und übergab ihm die Ernennungsurkunde. Winfried Schneider war damals als Regierungsrat bei der Kreisverwaltung Ahrweiler tätig und während des Interregnums ab dem 8. Juni 1969 „Beauftragter“ der neuen Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, quasi kommissarischer Bürgermeister. Nach Weltkens Vereidigung, ebenfalls am 4. Dezember 1969, wurde Schneider von Rudolf Weltken in sein neues Amt als hauptamtlicher Erster Beigeordneter eingeführt.[1]

Zu Weltkens 85. Geburtstag am 18. Dezember 2014 schrieb der General-Anzeiger (GA):

Höhepunkte seiner Amtszeit waren unter anderem die Altstadtsanierung Ahrweiler, die Eröffnung des Freizeitbades Twin, bei der ihn die Fraktionschefs gemeinsam samt Anzug und Krawatte ins Schwimmerbecken warfen, die Eröffnung der Römervilla am Silberberg, des Stadtmuseums im Weißen Turm, der Ahr-Thermen sowie die 1100-Jahr-Feier von Ahrweiler 1993.[2]

Weitere Projekte, die während der Amtszeit von Rudolf Weltken verwirklicht wurden, waren die Fußgängerzone Ahrweiler und Fußgängerzone Bad Neuenahr, Stadtbibliothek Bad Neuenahr-Ahrweiler, Golfplatz Köhlerhof, Rotweinwanderweg und Schießstand Bengener Heide. Im GA-Bericht zu Weltkens 85. hieß es weiter:

25 Verwaltungshaushalte brachte der Stadtchef in 24 Amtsjahren ein. Ihr Gesamtvolumen betrug 1,2 Milliarden Mark. Die Gesamtsumme aller Haushaltspläne in der Ära Weltken betrug 1,6 Milliarden Mark. Stolze Zahlen, denen man auf den ersten Blick die eiserne und erfolgreiche Sparpolitik nicht ansieht. Den Erfolg muss Weltken jedoch mit seinem Vize teilen. Denn sein Tandem-Partner Winfried Schneider bildete stets den ruhenden Pol zur temperamentvollen Nummer Eins.

Weltken sei „Schnellredner, Zahlengenie, gefürchteter Haushaltsexperte, ein verbaler Haudrauf und trotzdem Kumpel, Freund, Schützenbruder“ gewesen, so GA-Redakteur Günther Schmitt. Und er sei immer ein Macher und Durchsetzungsvermögen sei sein Markenzeichen gewesen.

1970 wurde Rudolf Weltken Mitglied der St. Sebastianus Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler e.V.

Weltken war Gründungsmitglied und in den Jahren 1978/79 dritter Präsident des Rotary Clubs Bad Neuenahr-Ahrweiler. Für seine Verdienste um den Club wurde er 1995 mit der Paul-Harris-Fellow-Medaille ausgezeichnet.

Außerdem war Weltken Mitglied des Bürgervereins Synagoge Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V., in dessen Vorstand er sich fast bis zuletzt engagierte. Zuletzt brachte er die Erinnerungsstätte Lager „Rebstock“ in Marienthal mit auf den Weg.

Bei seinem Tod am Sonntag, 11. März 2018, hatte Rudolf Weltken - neben den beiden Söhnen und der Tochter - zwei Schwiegertöchter, einen Schwiegersohn, sechs Enkelinnen und einen Enkel. Die letzten Jahre seines Lebens hatte er mit der früheren Redakteurin Margot-Gabriele Bode geteilt.

Funktionen

Mitgliedschaft

St. Sebastianus Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler e.V.

Würdigungen

  • „Kommunale Mehrzweckwaffe“, so nannte der 1999 verstorbene Landrat Joachim Weiler Weltken Ende 1993 bei dessen Verabschiedung als Bürgermeister.[3]
  • Beate Au erinnerte in ihrem Nachruf auf Rudolf Weltken in der Rhein-Zeitung (RZ): „Dem CDU-Mann gelang es, die Menschen in Bad Neuenahr-Ahrweiler nach der Gebietsreform zu einer kommunalen Gemeinschaft zusammenzuführen.“ Und: „Wenn er redete – in einem Tempo, das jedes Mitschreiben schwer machte – konnte es im Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler auch mal laut werden. Beispielsweise im Disput mit Herbert Wiens von der SPD-Fraktion. Oder später in der Diskussion mit Wolfgang Schlagwein von den Grünen.“ Ausgestattet mit rheinischem Humor, habe Weltken aber auch gut und gerne gefeiert. „Er wusste, wie die Menschen an der Ahr ticken und lebte aktiv ihre Traditionen mit“, hieß es im RZ-Nachruf weiter, „guten Freunden gab er so manchen wertvollen Rat.[4]
  • Karl-Heinz Sundheimer, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, sagte nach Weltkens Tod: „In der politischen Diskussion konnte er innerhalb der Fraktion, aber auch in der Diskussion mit anderen Fraktionen durchaus hart seine Meinung vertreten, war aber immer zu einem vernünftigen Kompromiss bereit.“[5]
  • Im Nachruf von Günther Schmitt im General-Anzeiger hieß es: „Schnellredner, Zahlengenie, gefürchteter Haushaltsexperte, Macher, ein verbaler Haudrauf und trotzdem Kumpel, Freund, Schützenbruder. Das war Rudolf Weltken.“ Was die rheinland-pfälzische Gebietsreform vereinte, sei unter Weltkens Ägide zusammengewachsen. Was Weltken für seine Stadt getan hat, habe höchste Anerkennung gefunden. Was Weltken „einmal auf Papier hatte, das setzte er auch um“, schrieb Schmitt – „auch mit Nachdruck und bei programmiertem Widerstand aus Reihen derer, die ihm heute zu Dank verpflichtet sind.“ Weltkens ganz großes Engagement habe der Freiwilligen Feuerwehr gegolten. „Er legte den Grundstein dafür, dass die Wehren in der Kreisstadt heute bestens ausgerüstet sind. Denn er war es, der im Rat die Neuanschaffungen durchsetzte und aus kleinen Einheiten eine große, schlagkräftige Truppe machte“, wusste Günther Schmitt. Der Ahrweiler Fahnenstreit sei Weltkens einzige Niederlage gewesen – „doch ließ die Versöhnung nicht lange auf sich warten.“[6]

Auszeichnungen

Mediografie

Altbürgermeister Rudolf Weltken wurde 80, ff-badneuenahr.de vom 23. Dezember 2009

Fußnoten

  1. Quellen: eine Ausgabe der Bad Neuenahrer Chronik vom Dezember 1969 und Winfried Schneider: 40 Jahre Bad Neuenahr-Ahrweiler - Ein Rückblick, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2010, S. 216
  2. Quelle: Günther Schmitt: Geburtstag von Rudolf Weltken in Bad Neuenahr - Die "kommunale Mehrzweckwaffe" wird heute 85, general-anzeiger-bonn.de vom 17. Dezember 2014
  3. Quelle: Günther Schmitt: Nachruf auf Rudolf Weltken – Bad Neuenahr-Ahrweilers Ex-Bürgermeister gestorben, general-anzeiger-bonn.de vom 12. März 2018
  4. Quelle: Altbürgermeister Rudolf Weltken ist tot: Der erste Rathauschef der Gesamtstadt starb mit 88 Jahren, rhein-zeitung.de vom 12. März 2018
  5. Quelle: Altbürgermeister Rudolf Weltken ist tot: Der erste Rathauschef der Gesamtstadt starb mit 88 Jahren, rhein-zeitung.de vom 12. März 2018
  6. Quelle: Günther Schmitt: Nachruf auf Rudolf Weltken – Bad Neuenahr-Ahrweilers Ex-Bürgermeister gestorben, general-anzeiger-bonn.de vom 12. März 2018
  7. Quelle: Ehrungen verdienter Bürger, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1987