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Kreissparkasse Ahrweiler

Jüdischer Friedhof Dernau

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Der jüdische Friedhof Dernau ist die älteste Begräbnisstätte für Juden im Kreis Ahrweiler.[1]


Lage

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Eigentümerin

Jüdische Kultus-Gemeinde Koblenz[2]

Chronik

Am 7. Oktober 2015 wurde ein neues Tor für den Friedhof übergeben, ds eine private deutsch-israelische Gruppe entwerfen, anfertigen und montieren ließ. Sieben Besucher aus Israel, Nachkommen der Familie Heymann, waren anlässlich der Übergabe nach Dernau gekommen. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die Schriftplatten, die in Israel in Hebräisch und in Deutsch angefertigt worden waren, am bereits montierten Tor angebracht. Elchanan Heymann, der zu dieser Zeit als Leiter einer Grundschule in Stuttgart arbeitet und dort auch Hebräisch und jüdische Religion unterrichtet, sprach ein Gebet, sein Bruder Uri Heymann begrüßte Pastor Lothar Anhalt und weitere Gäste aus dem Kreis Ahrweiler. Anhalt erinnerte an gemeinsame Wurzeln des jüdischen und des christlichen Glaubens. Bei der Friedhofsbegehung wurde an die Ursprünge der seit 1609 dokumentierten jüdischen Gemeinde Dernau erinnert - ebenso die Geschichte der zahlreichen Grabstellen der Familie Heymann. Der Übergabe war ein Besuch des ehemaligen Hauses der Familie Heymann in der Hauptstraße (Dernau) vorausgegangen. Die heutige Besitzerin, Gustel Lindener, berichtete über die Geschichte des vermutlich um 1650 erbauten Hauses.

Das neue Tor war nötig geworden, weil das alte Holztor seine Funktion nicht mehr erfüllen konnte. Für das neue Tor wurde ein transparentes Design gewählt, das den Blick auf den Friedhof öffnet. Einige wesentliche Elemente des jüdischen Kultus wurden ins eiserne Tor integriert:

  • links und rechts unten der Davidsstern
  • zentral in der Mitte die beiden Schriftplatten mit hebräischem Text, der üblicherweise als Schlusssatz auf den jüdischen Grabsteinen steht (sinngemäß: „Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens“) und
  • eine Schrifttafel mit den Worten „Stilles Gedenken“.

Gekrönt wird das Tor von einer Darstellung der jüdischen Menorah, dem siebenarmigen Leuchter. Die Schriftplatten zum Tor fertigte und stiftete in Jerusalem Micha Adler, Urgroßenkel von Leopold Heymann (geboren in Dernau, gelebt in Ahrweiler und Neuenahr, verstorben in Neuenahr). Die Firma Schlosser & Kunst Metallbau Broll aus Gelsdorf baute das Tor zum Selbstkostenpreis und montierte es. Mitarbeiterinnen von Petras Lädchen in Bad Neuenahr überbrachten schließlich eine Spende, sodass wesentliche Kosten abgedeckt waren.[3]

Bilder von der Übergabe des neuen Tores im Oktober 2015

Video

Siehe auch

Mediografie

  • Matthias Bertram: ... in einem anderen Lande. Geschichte, Leben und Lebenswege von Juden im Rheinland; Umfassende Darstellung der Geschichte der Dernauer Juden und ihrer Nachkommen in aller Welt; 410 Seiten, Shaker-Media Verlag, Aachen,ISBN 978-3956313332
  • Annemarie Müller-Feldmann: Der Jüdische Friedhof in Dernau, in: Hans Warnecke (Hrsg.): Zeugnisse jüdischen Lebens im Kreis Ahrweiler, Bad Neuenahr-Ahrweiler: Are-Buchhandlung 1998, ISBN 3-929154-23-4, S. 46−54
  • Sebastian Wolfgang Schmitz: Zur Geschichte der Juden in Dernau an der Ahr, Mayschoß 2001
  • Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz u.a. (Hrsg.): "... und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen Rheinland-Pfalz und Saarland, bearbeitet von Stefan Fischbach u.a., Mainz 2005, S. 135 ISBN 3-8053-3313-7

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Jochen Tarrach: Buch erinnert an Juden im Ahrtal - Viel Recherche für Matthias Bertram, Rhein-Zeitung vom 18. Juli 2015
  2. Quelle: Dernauer und Ahrweiler Bürgern engagieren sich - Ein neues Tor für den Judenfriedhof, general-anzeiger-bonn.de vom 15. August 2015
  3. Quellen: Neues Tor am Jüdischen Friedhof - Auch Gäste aus Israel wohnten Zeremonie bei, in: Rhein-Zeitung vom 14. Oktober 2015, und Einweihung in Dernau: Neues Tor für den Judenfriedhof, general-anzeiger-bonn.de vom 19. Oktober 2015