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Katholische Pfarrkirche „St. Margarita“ Blasweiler

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Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Katholische Pfarrkirche „St. Margarita“ Blasweiler ist die älteste neugotische Kirche im Rheinland. Dabei ist sie vom Turm bis zur Apsis in einem Stück einheitlich erhalten.


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Standort

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Chronik

Das Gotteshaus wird 1301 im „Liber valoris“ der Erzdiözese Köln genannt, und Thoederich von Kempenich übertrug seinen Eigenbesitz dem Grafen von Luxemburg zum Lehen. Spätere Veränderungen des einheitlichen Baus betrafen fast nur die Ausstattung, wie es in der Abhandlung über Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz von Paul Clemen heißt. 1684 wurden neue Chorfenster eingebaut. Im 18. Jahrhundert ist eine Sakristei an- und im Westen des Schiffs eine Orgelempore eingebaut worden. 1912 wurde die Kirche neu verputzt. Im Innern befinden sich eine aus dem Jahr 1654 stammende fahrbare Bütte als Kanzel und ein Taufstein aus dem Jahr 1743. Auch die Altargerätschaften - Monstranz und Kelche – stammen aus dieser Zeit und werden an sicherem Ort verwahrt.[1]

Während des zweiten Weltkrieges wurde die Kirche von der Wehrmacht als Kleiderkammer genutzt. Zur Wiedereröffnung im Jahr 1951 stiftete die Benediktinerabtei Maria Laach Altar, Kreuz und eine Holzskulptur von St. Margaretha als Drachentöterin.

2009 wurde das Kirchlein aus Sicherheitsgründen gesperrt, weil Putz von der Decke, die aus Spalierleisten auf Lehmputz besteht, gefallen war. Nach der Schließung wurden der Holzboden herausgerissen, weil der Holzschwamm ihn marode gemacht hat, und ein Betonfußboden gegossen. Die Seitenwand wurde bis zu einer Höhe von 1,30 Meter neu verputzt. Die ebenfalls vom Schwamm befallenen Bänke wurden saniert und im Feuerwehrgerätehaus Blasweiler eingelagert.[2]

Erster Gottesdienst seit der Schließung 2009

Am Sonntag, 12. Juli 2015, anlässlich der Margarethenkirmes Blasweiler, wird in der Kirche erstmals nach sechs Jahren wieder ein Gottesdienst gefeiert. Anschließend gibt es im Gewölbekeller des ehemaligen Pfarrhauses Kaffee und Kuchen. Eine handvoll Mitglieder des Vereins der Förderer der St. Margarethen-Kirche Blasweiler hatte zuvor in Abstimmung mit Pastor Axel Spiller mit viel Eigenleistung und finanzieller Hilfe von Sponsoren, jedoch ohne Unterstützung durch das Bistum Trier, die Sicherheitsmängel behoben, die dazu geführt hatten, dass das Kirchlein 2009 geschlossen worden war. Als letzte Zuwendung seitens des Bistums hatte der Förderverein Gelder erhalten, um den maroden, vom Schwamm zerfressenen Holzboden heraus zu reißen, einen Betonfußboden zu gießen und Teile der Kirchen-Seitenwand neu zu verputzen. "Der Verein ... hat nach der Schließung des Baus alles daran gesetzt, ihn wieder so herzurichten, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet ist", berichtete die Rhein-Zeitung (RZ) am 8. Juli 2015. Zunächst wurde die alte Kirchenmauer, die das Grundstück einfasst, im Sommer 2014 ausgebessert. Georg Harwardts gelang es, die alten Kirchenfenster, die teilweise beschädigt waren, als Versicherungsschaden geltend zu machen. Außerdem wurde ein Stromanschluss für die Kirche verlegt. Zuschüsse bzw. Spenden gab es aus dem Fonds Kultur und Denkmalpflege, von den Jagdgenossenschaften Heckenbach I und II (750 Euro), ein Jagdpächter aus Köln gab 1000 Euro. Die RZ berichtete:

Ein Herz für das alte Gotteshaus hatte auch der in Blasweiler geborene Bauunternehmer Benno Ossowski, dessen Sohn Marco die Firma nun in Ahrbrück führt. Der Junior stellte das Baugerüst kostenlos zur Verfügung, nachdem er nahezu 80 Prozent des Lehmverputzes an der Spalier-Decke entfernt und durch neuen ersetzt hatte.[3]

Das Ehepaar Harwardt sowie Michael Wissner, Christa Apel und Petra Höllmann grundierten anschließend den Putz und versahen ihn mit einem doppelten Anstrich. Dazu wurde außer dem Gerüst ein Zwischenboden eingezogen. "Nun wirkt der Innenraum der kleinen Kirche ... hell und freundlich", attestierte die RZ, "die Seitenreliefs kommen wieder schön zur Geltung." Der Förderverein würde gerne weitermachen. Für einen neuen Holzboden etwa braucht er jedoch weitere Unterstützung.

Glocken

Die Dreikönigsglocke aus dem 14. Jahrhundert, die Margarethenglocke aus dem Jahr 1400 sowie die kleine Glocke von 1737 sollten im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen werden. Die Glocken standen bereits im Ersten Weltkrieg unter Denkmalschutz, wie Heimatforscher Rudolf Leisen festhielt. Dank der Intervention des damaligen Pastors Wilhelm Poertner kurz vor Kriegsende kamen die Glocken nur bis zum Sammelplatz nach Sinzig. Die Dreikönigsglocke war jedoch beim Abseilen gerissen; deshalb wurde sie später in der Glockengießerei in Brockscheid für das Geläut der St. Marien-Kirche Schelborn eingeschmolzen. Die übrigen Glocken aus Barweiler konnten gerettet werden.

Weitere Bilder

Siehe auch

Verein der Förderer der St. Margarethen-Kirche Blasweiler

Weblink

pfarreiengemeinschaft-ahrbrueck.de: St. Margarita Blasweiler

Fußnoten

  1. Quelle: Judith Schumacher: Förderer machen sich für kleine Kirche stark - Alte Kirche von Blasweiler ist seit 2009 geschlossen – Geldgeber gesucht, in: Rhein-Zeitung vom 27. Februar 2014
  2. Quelle: Judith Schumacher: Förderer machen sich für kleine Kirche stark - Alte Kirche von Blasweiler ist seit 2009 geschlossen – Geldgeber gesucht, in: Rhein-Zeitung vom 27. Februar 2014
  3. Quelle: Judith Schumacher: Nach sechs Jahren wieder ein Gottesdienst - Margaretha-Kirche wurde 2009 aus Verkehrssicherungsgründen geschlossen, in: Rhein-Zeitung vom 8. Juli 2015