Katholische Pfarrkirche „St. Walburga“ Gelsdorf

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Apostel-Reliefs auf der Außenseite der Emporenbrüstung


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St.-Walburga-Statue über dem Hauptportal
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Altarraum
Den Mittelpunkt des Altares bildet heute das um das Jahr 1440 geschaffene Vesperbild eines unbekannten Künstlers.
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Die katholische Pfarrkirche „St. Walburga“ Gelsdorf wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Nachfolgerin früherer Kirchen gebaut, der Turm mit der Zwiebelhaube bereits 1713, das Kirchenschiff 1738. Sie steht in der Mitte des Ortes an der Bonner Straße.[1] Eine Besonderheit der Gelsdorfer Kirche bildet ein um 1440 geschaffenes Vesperbild, das außer der Gottesmutter Maria mit dem Leichnam Jesu den Apostel Johannes zeigt.

Standort

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Chronik

Nach Paul Clemens' Buch Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz aus dem Jahr 1938 gab es in Gelsdorf bereits im Jahr 877 eine Kirche. Wie sie aussah und wo sie stand, ist nicht bekannt. Für die Jahre von 1156 bis 1158 wird ein Pfarrer Widiko von Geldisdorp genannt. Dann ist erst im Jahr 1684 zu lesen, dass sich die Gelsdorfer Kirche in sehr schlechtem Zustand befand. 1690 wurde Gelsdorf von den Franzosen eingeäschert.[2]

Im Jahr 1718 wird der Turm und 20 Jahre später das Kirchenschiff als Saalbau erstmals aufgeführt. 1888 Jahre wurde hinter dem Chor eine Sakristei angebaut. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der bis dahin barocke Hallenraum der Kirche durch einen neugotischen Altar (1891 konsekriert) sowie Heiligenfiguren, einen Kreuzweg und durch einen farbigen Anstrich der Wände gotisiert. Ottmar Prothmann schrieb 1985 in seinem Buch Die Gemeinde Grafschaft in alten Bildern, dass der Maurermeister Borg aus Niederberg im Frühjahr 1912 die Kirche ausmalte.

Nachdem im Jahr 1959 am Ortsrand ein neuer Friedhof eingerichtet worden war, wurdendie Gräber rund um die Kirche nach und nach eingeebnet. 1962/63 wurde die Kirche erneut renoviert. Im Jahr 1967 wurde der Altarraum neu gestaltet und der Hochaltar durch einen neuen frei stehenden Zelebrationsaltar sowie dazu passend gestaltetem, ebenfalls frei stehendem Retabel ersetzt.

Den Mittelpunkt des Retabels bildet heute das um das Jahr 1440 geschaffene Vesperbild eines unbekannten Künstlers. Als auch „Vesperbild“ oder auch „Pietà“ wird die Darstellung der heiligen Maria als „Mater Dolorosa“ (Schmerzensmutter) mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus in ihrem Schoß bezeichnet. Die frühesten erhaltenen Darstellungen dieser Art stammen aus den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts. Pietàs sind weit verbreitet und befinden sich als Zeichen der Marienverehrung in fast jeder Kirche. Das nach Paul Clemen um 1440 entstandene Vesperbild in der Gelsdorfer Kirche zählt damit zu den ältesten Darstellungen dieser Art. Außergewöhnlich ist, dass nicht nur Maria mit dem Leichnam dargestellt wird, sondern zusätzlich Johannes, der Apostel. Unter dem Vesperbild ist der Tabernakel angebracht.

In einem gläsernen Schrein mit Silbereinfassung, der sich in einer kleinen Nische neben dem Altar befindet, sowie in einer etwa 30 Zentimeter hohen Monstranz von etwa 1730 werden Reliquien der heiligen Walburga, der Patronin der Kirche, aufbewahrt.

Die hölzerne Brüstung der Empore zeigt in rundbogigen Feldern Reliefs der zwölf Apostel, in der Mitte ein rechteckiges Feld mit einem Kruzifix. Die Holzflächen sind naturbelassen, nur die figürlichen Darstellungen sind farbig gefasst.

Die Orgel in Gelsdorf wurde 1886 von dem Orgelbauer Johannes Klais aus Bonn gebaut. Sie hat Schleifladen für die Manuale, Kegellade im Pedal und eine mechanische Traktur. Es ist eine der ersten zehn von etwa 600 Orgeln, die Klais zwischen 1882, als er seine Werkstatt gegründet hatte, und 1915 baute. Nur wenige davon sind original erhalten. Lediglich die originalen Prospektpfeifern und ein Teil des Schnitzwerks wurden im Ersten Weltkrieg von der Gelsdorfer Orgel beschlagnahmt. Die Orgel hat heute insgesamt 761 Pfeifen, zwei Manuale und Pedal. 1999 wurde sie von Orgelbau Siegfried Merten restauriert.[3]

Im Winter 2008/09 wurde die Kirche mit einem Aufwand von 200.000 Euro innen saniert. Drei Jahre zuvor war das Gotteshaus außen saniert worden.

Auf Beschluss des Verwaltungsrats erhielt die Kirche im Sommer 2019 eine Außenbeleuchtung. „Die dunkle Ecke mitten im Ort hat mich schon immer gestört, da musste etwas getan werden“, argumentierte der Verwaltungsrats-Vorsitzende Reinhard Eisenhart. Insgesamt acht Außenstrahler wurden angeschafft und in Eigenleistung montiert. Seitdem werden das Kirchenschiff, der Turm und der barrierefreie Zugang an der Rückseite der Kirche angestrahlt. Das Bistum Trier beteiligte sich mit einem 2000-Euro-Zuschuss an den Gesamtkosten von 7500 Euro.[4]

Sanierungskosten

Nach Trockenlegungsarbeiten an den Fundamenten im Zuge einer Sanierung wurden der Umgang und ein Behindertenaufgang geschaffen und eine Beleuchtung angebracht. Die umlaufende Kirchenmauer wurde teils neu aufgemauert und instand gesetzt. Die Ölheizung wurde durch eine Gasheizung ersetzt. In die Innenrenovierung wurden Fenster, Putz, Anstrich, Elektronik, Beschallung und die beiden Liederanzeigen einbezogen. Die beiden äußeren Trägerbalken des Gewölbes wurden erneuert und ein neuer Laufsteg hergestellt. Um Energie zu sparen, wurde das Deckengewölbe mit einer Isolierung versehen. Als letzte Maßnahme wurde etwa 2017 die Außenrenovierung beschlossen, die Genehmigung kam 2019, die Kostenschätzung belief sich auf 130.000 Euro. Im April 2020 wurde das Gerüst für die Sanierung von Turm und vorderer Westseite aufgestellt. Am Anfang standen eine Begehung und eine Begutachtung mit Handwerkern, Bistumskonservator, Bistumsarchitekten, einem eigenen Architekten sowie Pastor Alexander Burg. Dabei wurden schwere statische Mängel offenbar. Die Eckaufmauerung war, wie sich herausstellte, in einem derart maroden Zustand, dass ein Statiker hinzugezogen werden musste. Um die Probleme zu beseitigen, wurden in den Eckbereichen des Turms Steine ausgewechselt. Innen im Kirchsturm zeigten sich große Löcher, und es stellte sich heraus, dass es kaum mehr eine Auflage für den Turmhelm gab. Der Statiker empfahl deshalb, einen Ringanker herzustellen. Zwei weitere Gerüste mussten aufgebaut und das Geläut abgeschaltet werden. Sämtliche Schallbretter in den Schallluken wurden. Belief sich die Kostenschätzung zunächst auf 130.000 Euro, zu denen die Kirchengemeinde 52.000 Euro beisteuern sollte, so lag sie im November 2020 bei 250.000 Euro. Der Anteil der Kirchengemeinde erhöhte sich dabei auf 100.000 Euro.[5]

Küsterin

Küsterin von St. Walburga Gelsdorf ist Marlene Prange.

Weitere Fotos

Außen

Innen

Siehe auch

Katholische Pfarrgemeinde „St. Walburga“ Gelsdorf

Videos

Mediografie

Weblink

glasmalerei-ev.de: Grafschaft-Gelsdorf, Kath. Kirche St. Walburga

Fußnoten

  1. Quelle: Kirche Grafschaft. Abgerufen am 20. Juli 2026.
  2. Quelle: Jochen Tarrach: Schon 877 gab es in Gelsdorf ein Gotteshaus – Um 1718 wurde mit dem Bau der Pfarrkriche St. Walburga begonnen, in: Rhein-Zeitung vom 22. Juli 2016
  3. Quelle: Orgelbau Merten. Abgerufen am 20. Juli 2026.
  4. Quelle: Verwaltungsrat der katholischen Pfarrgemeinde Gelsdorf – Pfarrkirche Gelsdorf strahlt jetzt nachts dank stimmungsvoller Außenbeleuchtung – Schon im Jahr 877 wird eine Kirche in Gelsdorf erwähnt - Nicht das letzte Projekt vor der Umsetzung der Synodenbeschlüsse, blick-aktuell.de, 24. September 2019
  5. Quelle: Thomas Weber: Kirchensanierung teurer als geplant – Arbeiten an Sankt Walburga in Gelsdorf sind abgeschlossen. Pfarrgemeinde ist weiter auf Spenden angewiesen, in: General-Anzeiger vom 5. November 2020
  6. Quelle: Christine Schulze: Er hat bereits drei Jahrhunderte überdauert – Der Kirchturm von Sankt Walburga stand im Blickpunkt des Pfarrfestes, in: General-Anzeiger vom 4. Juni 2018
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