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Kloster St. Antoniusstein

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Vom ehemaligen Kloster St. Antoniusstein oberhalb von Bad Tönisstein in der Wolfsschlucht existieren heute vor Ort nur noch einige Mauerruinen.


Standort

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Gründungslegende

Im Jahre 1389 fand nach einer Überlieferung ein Hirte aus Kell im heutigen Tönissteiner Tal eine Pietà (Gnadenbild) mit St. Antonius dem Großen in einem brennenden Dornbusch. Nach anderer Beschreibung leuchtete ein seltsames Licht in dem besagten Busch, dem sich dann der mutige Hirte näherte. Nachdem das Bild dreimal in die Kirche von Kell gebracht und daraus wieder zum Fundort hin „verschwand“, wurde eine der Gottesmutter, St. Antonius dem Großen und St. Wendelinus geweihte Kapelle an diesem heiligen Ort errichtet und am 17. Januar 1390, am Feste des St. Antonius, eingeweiht.

Geschichtliche Hintergründe

Das Bild gab dem Tal und dem späteren Kloster seinen Namen „St. Antoniusstein“, das mundartlich zu Tönisstein (von Tönnes = Anton(ius)) verschliffen wurde. Einsetzende Wallfahrten führten wegen des riesigen Andrangs zum Bau des Karmeliterklosters St. Antoniusstein („zu sente Antoniussteyn") von 1465 bis 1495. Das wurde durch reiche Zuwendungen durch den Adel erst ermöglicht, darunter Schenkung des Adeligen Rollmann von Geisbüsch seiner in der Keller Gemarkung liegenden „Güter, Renten und Pächten dem Kirchlein unserer schmerzhaften Mutter zu Tönisstein“ von 1463. Die Urkunde dieser Schenkung befindet sich heute im Landeshauptarchiv Koblenz. Der Propst von St. Georg zu Köln und päpstlicher Kommissar, Johann Becke, genehmigte am 29. April 1465 die Errichtung eines Klosters, die von Johann II. als Diözesanoberer am 20. Juni 1465 unter Wahrung der Rechte der Keller Pfarrkirche bestätigt wurde, so dass am 31. Juli 1465 die Klostergründung durch Johannes, „Magister generalis“ des Karmeliterordens, vollzogen wurde. Die Karmeliter verwandten das Wasser ebenfalls zu Heilzwecken, die Quelle Helpert im Pöntertal wurde 1501 erstmals als „Heylborn“ (Heilbrunnen) in den Andernacher Annalen urkundlich erwähnt und 1565 von Dr. Johann Winter aus Andernach empfohlen. Seit 1620 hieß auch der entstehende Kurort wie das Kloster „Tönisstein“.

Während der Blütezeit des Klosters im 17. und 18. Jahrhundert wurde Tönisstein von den Kölner Kurfürsten als bevorzugter Bade- und Kurort ausersehen. Erster war Ernst von Bayern (1554–1612), seit 1583 Kurfürst zu Köln, der den Ort auserkor. Ein Schloss wurde 1666 von Kurfürst Maximilian Heinrich von Bayern (1650–1688) errichtet und die Badeanlagen erweitert. Erzbischof Clemens August I. ließ 1759 eine Rundkapelle mit Laterne, acht Bogenfenstern und Dachgauben, dazu einen Seitentrakt mit Walmdach in einem seltenen Rokokostil (Architekt: Henri Roth) und ein siebenseitiges Brunnenhaus im Stile eines Pavillons errichten. Aufgrund der napoléonischen Säkularisierung wurde das Kloster am 5. Februar 1802 aufgelöst und verfiel in späterer Zeit zur Ruine. Gnadenbild und Teile des Klostermobiliars kamen in die Katholische Pfarrkirche "St. Lubentius" Kell.

Weitere Foto

Mediografie

Werner Fußhöller: Das ehemalige Kloster Antoniusstein im Brohltal, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2010, Ahrweiler 2009, S. 166

Weblink

Wikipedia: Klosterruine Tönisstein