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Kreissparkasse Ahrweiler

Schloss Marienfels

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Schloss Marienfels M.jpg
Marienfels M.jpg
Schloss Marienfels.jpg
Hinweisschild an der Einfahrt zum Schloss.
Zufahrt
Verkehrsschilder an der Einfahrt zum Schloss und ins Calmuth-Tal.

Seinen Namen verdankt das zwischen Remagen und Oberwinter stehende Schloss Marienfels einer Mutter-Gottes-Figur mit Kind, die unterhalb des Schlosses in der Nische einer Felswand steht. Architektonisch ist das Schloss mit dem unverbaubaren Blick auf den Rhein, das Siebengebirge und den Drachenfels Inbegriff deutscher Rheinromantik. Am 17. Mai 1859 wurde der Grundstein des Schlosses gelegt, und im August 1860 zog der erste Besitzer, Eduard Frings aus Krefeld-Uerdingen, mit seiner Familie ein. 1907 wurde es vom Kölner Industriellen Otto von Guilleaume gekauft. Danach wechselten mehrfach die Besitzer.


Standort

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Geschichte

Das zehn Hektar große Anwesen befand sich im Besitz des als Burgenkönig bekannten Bergheimers Herbert Hillebrand bis TV-Entertainer Thomas Gottschalk die Burg 2004 kaufte, weil er mit seiner Familie von den USA wieder nach Deutschland übersiedeln wollte.

Das märchenhafte Anwesen liegt zwischen Remagen und Rolandseck. Erbaut wurde es 1860 vom Kölner Dombaumeister Zwirner für den Zuckerfabrikanten Eduard Frings. Das romantische Schloss verfügt über rund 800 Quadratmeter Wohnfläche und steht auf einem Grundstück von etwa 100 000 Quadratmetern Größe. Von 1994 bis zu ihrem Umzug nach Bonn 1996 war die Botschaft der Republik Kasachstan mit 14 Diplomaten und weiteren 50 Mitarbeitern darin untergebracht. In den letzten Jahren wurde es von Katharina Hillebrand, der Tochter des Burgenkönigs, benutzt.

Der Marienfels am Rhein hat eine lange Geschichte. Im abergläubischen Mittelalter war man sicher, dass in einer Höhle am Fuße des Felsens der Teufel wohnt. Als nun 1858 Eduard Frings aus Krefeld-Uerdingen das Gelände erwarb, ließ er als erstes von Baumeister Karl Schnitzler vor der Höhle eine halbrunde Nische bauen, in der noch heute eine Muttergottesfigur mit Kind steht und damit dem Teufel den Garaus macht. Das berichtet Remagens Altbürgermeister Hans Peter Kürten in seinem Buch "Im Namen Roms". So war klar, dass das neue Schloss, zu dem am 17. Mai 1859 der Grundstein gelegt wurde, den Namen "Marienfels" erhielt. Architekt war der berühmte Dombaumeister Zwirner, der auch am Kölner Dom sowie der Apollinariskirche Remagen seinen Anteil hat.

Eine eigene Burg zu besitzen, das war um die Mitte des 19. Jahrhunderts der Traum vieler vermögender Zeitgenossen. Eine solche "Residenz" erinnerte an die überragende Stellung des Adels, und schließlich gehörte man ja zumindest zum Geldadel. Begehrter Paradestandort für einen solchen Wohnsitz war natürlich eine Rheinhöhe mit überwältigender Aussicht. Da es nicht mehr darum ging, Feinde abzuhalten, wurden verspielte, romantische Schlösser errichtet. Marienfels, erbaut im neuenglischen Stil, bereitete jedoch zuerst Schwierigkeiten.

Mit der Wasserversorgung klappte es nicht so recht, bis man oberhalb des Schlosses eine Quelle finden und erbohren konnte. Eduard Frings zog mit seiner Familie im Herbst 1860 in die ersten drei fertig gestellten Räume ein. 1875 starb der Bauherr, doch seine Frau blieb Remagen und dem Schloss treu. Erst 1907 kaufte es der Kölner Industrielle Otto von Guilleaume. Bis auf den Einbau von diversen Bädern und modernen Wasserklosetts ließ er den Bau unverändert.

"Der achteckige Turm, Zinnen und Ecktürmchen an der Balustrade oberhalb des zweiten Stockwerkes, Veranda, Balkon an der Ostseite, das Eingangsportal an der Westseite, die großen Flächen der Fassaden mit ihren Schmuckelementen, fügen sich zu einem durchaus eindrucksvollen Werk zusammen", schreibt es Matthias Röcke in seinem Buch "Burgen und Schlösser zwischen Ahr und Brohlbach". Und weiter: "Ein wenig Orient bei den verbundenen Bögen der Nordseite, ein wenig altes Rom bei den Figuren, ein wenig Barock im Garten, ein wenig Renaissance bei den Säulenkapitellen und auch ein wenig Neuzeit bei den Betonsäulen unter der Terrasse, das ergibt eine Mischung, die an Disney-Land erinnert."

1936 erwarb der Remagener Türenfabrikant Otto Becher das Schloss, um 1960 war die Gesellschaft "Klinik Sanatorium Schloss Marienfels" der Besitzer. In dieser Zeit baute man kleine Holzhäuser in den Park, die aber alle wieder verschwanden. 1975 kaufte der Eigentümer von Schloss Drachenburg, Paul Spinat, der wohl eigenwilligste Besitzer von Marienfels, das Anwesen und nahm umfangreiche Renovierungen vor, wobei überall seine Vorliebe zum Blattgold hervor trat.

Er öffnete sogar die Pforten für interessierte Besucher. Zu seiner Zeit war eine tägliche Besichtigung des Schlosses möglich. Das endete, als 1989 eine Tochter des so genannten Burgenkönigs, Katharina Hillebrand, Marienfels erwarb. Bis 1992 wurden unter fachlicher Betreuung des Landesamtes für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durchgeführt.

Im Jahr 2004 erwarben die Gottschalks das Anwesen für 3,5 Millionen Euro von dem Bauunternehmer und "Burgensammler" Herbert Hillebrand - als weiteren Wohnsitz neben dem im kalifornischen Mailibu, wo die die Familie bereits seit Anfang der 1990er ein Haus besitzt. Als Grund für den Schlosskauf in Remagen nannte Thomas Gottschalk seinerzeit "Heimweh" seiner Ehefrau Thea. Der Showmaster sagte außerdem: "Meine Söhne haben es nicht weit in die Kölner Altstadt, meine Frau ist schnell in Düsseldorf, und ich bin ruckzuck am Flughafen." Medien berichteten damals von einem Kaufpreis von 3,5 Millionen Euro. Nach Umbau und Sanierung (mit Schwimmbad, Marmor-Whirlpool und Sauna) bezog die Familie das Anwesen im Sommer 2006. Beengten Wohnverhältnissen sind die Gottschalks in dem 14-Zimmer-Palais (früher 18) nicht ausgesetzt: Immerhin beträgt die Wohnfläche 800 Quadratmeter, das Außengelände ist 100.000 Quadratmeter groß. Außerdem verfügt das Schloss über drei Terrassen.

Am 14. November 2012 berichtete bild.de, Gottschalk wolle Schloss Marienfels wieder verkaufen. Angebotspreis: angeblich fünf Millionen Euro. Der Koblenzer Makler Georg Lennartz (Engel & Völkers) sei mit dem Verkauf betraut worden. Ende Januar 2013 scheint ein Käufer gefunden: "Neuer Besitzer von Gottschalks Traumschloss Marienfels in Remagen ist laut Informationen unserer Zeitung Solarwelt-Chef Frank Asbeck", berichtete die Rhein-Zeitung am 25. Januar 2013. Ende 2008 hatte Asbeck bereits das Gut Calmuth im angrenzenden Calmuthtal und damit das Gebäude und Gelände der ehemaligen Internationalen Film-Union GmbH Remagen erworben. Zum Schloss gehören noch 20 Hektar Wald zum Besitz. Der Erwerb liege bereits länger zurück, sagte Frank Asbeck der Nachrichtenagentur dpa. Das Schloss Marienfels werde nun Sitz seiner gemeinnützigen Stiftung. Der Preis für das Schloss mit 800 Quadratmetern Wohnfläche, 14 Zimmern, drei Terrassen sowie freskenverziertem Pool und zehn Hektar Wald habe bei mehr als fünf Millionen Euro gelegen. Wie „Stern“ und „Bild“-Zeitung damals berichteten, zahlte Gottschalk acht Jahre zuvor rund 3,5 Millionen Euro. Die Renovierung habe weitere 1,5 Millionen gekostet.[1]

Solarworld-König Asbeck dementiert Verkaufsgerüchte

Im Sommer 2014 kursierte im Kreis Ahrweiler das Gerücht, Solarworld-Chef Frank Asbeck wolle Schloss Marienfels wieder verkaufen. Das Gerücht wurde durch eine Internet-Annonce befeuert, in der ein Schloss in Remagen zum Kauf angeboten wurde. Asbeck dementierte das Gerücht jedoch gegenüber der Rhein-Zeitung (RZ): „Ich habe keinerlei Intention oder Aktivität, das wunderschöne Marienfels in diesem Leben zu verkaufen“, versicherte er der RZ.[2]

Mediografie

Weblinks

Wikipedia: Schloss Marienfels

Fußnoten

  1. Quelle: Remagen: Solarworld-Chef kauft Gottschalks Schloss, berliner-zeitung.de vom 26. Januar 2013
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 14. August 2014