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Aachen-Frankfurter Heerstraße

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Die Aachen-Frankfurter Heerstraße (AFH) war Teil einer der ältesten Handelsrouten im Deutschen Reich seit dem Mittelalter. In karolingischer Zeit entstanden, verlief sie aus Flandern und Brabant kommend über Aachen – Düren – Sinzig – Koblenz nach Frankfurt. Im Kreis Ahrweiler verlief in etwa an der Stelle der heutigen Landskronerstraße in Sinzig, war fortgeführt mit einer Brücke über die Ahr im Bereich des heutigen Spessart-Steges (Sinzig), führte über die Bad Bodendorfer Felder und schließlich durch das noch erhaltene Hohlwegesystem auf die Grafschaft. Auf dieser "Krönungsstraße" bewegten sich alle deutschen Kaiser vom Ort ihrer Wahl, Frankfurt, zur Krönung nach Aachen. Aber auch flandrische Tuche und Leinenwaren, Brabanter Spitzen und andere Erzeugnisse wurden über sie nach Frankfurt verfrachtet, Weine und andere Güter in Gegenrichtung.


Der Grafiker Andreas Schmickler aus Kirchdaun bei der Übergabe einer von ihm gestalteten Infotafel zur Aachen-Frankfurter Heerstraße in der Nähe der Waldkapelle Ziertheck oberhalb von Bad Bodendorf
Trasse der ehemaligen AFH bei Bad Bodendorf
Trasse der ehemaligen AFH bei Bad Bodendorf
Trasse der ehemaligen AFH bei Bad Bodendorf
Hinweistafel am Zehnthof Sinzig

Ansprechpartner

Fachmann: Andreas Schmickler, Kirchdaun

Geschichte

Die mittelalterliche auch "Krönungsstraße" genannte Fernstraße führte von Flandern über Aachen, Düren, Bodendorf, Sinzig, Koblenz, Mainz nach Frankfurt und vernetzte sich dort mit anderen Fernstraßen in alle Himmelsrichtungen:

  • nach Osten: Leipzig (Messe) / Ostseeländer
  • nach Süden: Italien über Augsburg und Brenner
  • nach Südosten: Wien / Donauländer
  • nach Norden: Norddeutschland / Skandinavien.

In Frankfurt wurden die deutschen Kaiser gewählt und in Aachen, der Stadt Karl d. Großen, gekrönt. Die FAH war über 1000 Jahre in Nutzung. Sie umgeht Bodendorf über die Nord- und Südtrasse.

  • Die Südumgehung führte über den Heerweg ("Holl" für "Hohlweg") für Reiter, Sänften, Kutschen;
  • Die Nordumgehung verlief über die heutige Schützenstraße ("Baach" für den Bach, der durch das kleine Seitental fließt) über Kehre Bergweg hinauf auf die Ahrhöhen für schwere Kaufmannswagen.

Bei der Waldkapelle Ziertheck vereinten sich Nord- und Südumgehung.

Bei Bodendorf überwand die FAH mit ca. 90 Höhenmetern die größte Steigung zwischen Frankfurt und Aachen. Die Nordumgehung wurde vor allem von schwer beladenen Wagen genutzt. Die Bodendorfer leisteten dabei Vorspann.

Die an der AFH liegenden Dörfer waren meist durch Hecken und Gräben gegen "fahrendes Volk und Diebesgesindel" geschützt. In Bodendorf gab es die: "Duppelte Dorfshecke und Graben mit den Pforten" (erwähnt 1687 , nach 1815 eingeebnet). Über die AFH zogen nicht nur friedliche Reisende, sondern auch Heerscharen, die Bodendorf oftmals plünderten und brandschatzten, so z.B. ...

  • 1568 oranische Kriegsvölker
  • 1588 spanische Truppen
  • 1642 nach Schweden und Spanien, Kaiserliche unter General de Werth. Bodendorf wird in Brand gesteckt
  • 1667 Münsteraner Truppen
  • 1676 Franzosen
  • 1692 Lothringer
  • 1704 Engländer.

In der Tranchot- Karte (1812) ist die FAH mit "Route d'Aix la chapelle à Coblence par Duren" bzw. "Route d'Aix la chapelle à Francfort" eingetragen

siehe auch

Rotweinwanderweg - er verläuft an seinem Anfang am Bahnhof Bad Bodendorf auf etwa zwei Kilometer über die ehemalige Heerweg-Trasse

Mediografie

Weblinks