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Synagoge Ahrweiler

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Die Gebäude der ehemaligen Synagoge Ahrweiler und der ehemaligen Synagoge Niederzissen sind die einzigen heute noch erhalten Synagogengebäude im Kreis Ahrweiler. Im Jahr 1894 wurde der bruchsteinerne Saalbau der Ahrweiler Synagoge vom Remagener Architekten Gronert im maurischen Stil erbaut. Kennzeichnend für diesen Baustil sind die Hufeisenbögen der Fenster und die Giebelbekrönung in Gestalt von zwei Gesetzestafeln. Am 21. Oktober 1894 wurde die Synagoge eingeweiht. In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge verwüstet und gebrandschatzt. Seit 1942 gibt es in Ahrweiler keine jüdische Gemeinde mehr. Erich Elkan, der mit Eltern und Bruder nicht weit entfernt von der Synagoge wohnte, und Julius Gottschalk, ein befreundeter Hotelier, löschten das Feuer, weil die Feuerwehr nicht ausrücken durfte. SS-Schergen brannten die Synagoge jedoch später endgültig nieder.[1]


Außenansicht
Annemarie Müller-Feldmann in der Bibliothek der Synagoge.
Klaus Liewald in der Synagoge Ahrweiler.
Hinweistafel-synagoge-ahrweiler.jpg

Inhaltsverzeichnis

Anschrift und Lage

Altenbaustraße 12a

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Stadtteil Ahrweiler)

Die Synagoge steht gegenüber dem „Weißen Turm”, in dem sich heute das Museum der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler befindet.

Historie

Im General-Anzeiger vom 9. November 2011 beschrieb Günther Schmitt die Ereignisse in der Pogromnacht folgendermaßen:

Am späten Abend des 9. November 1938 stürmte ein SA-Trupp die Wohnung des Weinhändlers Herbert Baer. Er wurde misshandelt, in seinem Weinkeller veranstaltete die SA ein Zechgelage. Am nächsten Morgen brachen SA-Leute die Synagoge an der Altenbaustraße auf, verwüsteten den Innenraum, warfen die Thorarolle und Gebetbücher auf die Straße und legten Feuer. In der Volksschule wurde der Unterricht unterbrochen. Zeitzeugen berichten von einem Lehrer, der angesichts der brennenden Synagoge ausrief: „Das ist der schönste Tag in meinem Leben.“ Wie durch ein Wunder blieb die Synagoge stehen.

Nach dem Krieg diente das Gebäude als Lagerraum für Landhandel; im Volksmund wurde sie deshalb "Düngerkirche" genannt. Der Bürgerverein Synagoge e.V. Bad Neuenahr-Ahrweiler kaufte das Sakralbauwerk im Jahr 1981, renovierte es von 1981 bis 1990 in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz und richtete es als museale Kulturstätte und für kulturelle Veranstaltungen ein. Dabei wurde innen wie außen der ursprüngliche Zustand des Gebäudes weitgehend wiederhergestellt. "Sollte es je wieder eine jüdische Gemeinde im Ahrtal geben, würde die Synagoge wieder das sein können, was sie einmal war: Ein Haus der Zusammenkunft und des Gottesdienstes", heißt es auf der Homepage des Bürgervereins Synagoge.

Mediografie

siehe auch

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Gabi Geller: Holocaust riss Nachbarn in Bad Neuenahr auseinander. Wiedersehen nach 60 Jahren bei der Aktion Stolpersteine, rhein-zeitung.de vom 18. Februar 2012
 
 
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