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Heinz Schröder

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Sammler Heinz Schröder (Mitte) mit Richard Keuler (l.) und Ortsbürgermeister Rolf Hans (r.) im März 2019 bei der Eröffnung des Heimatmuseums Niederzissen
Heinz Schröder (rechts) auf dem Jüdischen Friedhof Niederzissen.

Heinz („Manes“) Schröder (* etwa 1936) aus Niederzissen war Leiter der Gemeindearbeiter der Gemeinde Niederzissen ist Kenner der Heimatgeschichte von Niederzissen.


Vita[1]

Als Heinz I. und Maria III. waren Heinz und Ehefrau Maria Schröder in der Session 1984/85 Tollitäten von Niederzissen. Mehr als 25 Jahre war Schröder Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft „Zesse Jecke“ Niederzissen 1934 e. V.; später wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die höchste Auszeichnung, die die Zesse Jecke vergeben, ist der nach Heinz Schröder benannte „Goldene Manes“. Mehr als 50 Jahre war Schröder im DRK tätig. Bei Übungen betätigte er sich unzählige Male als „Schminkmeister“. Bei Veranstaltungen in der Bausenberghalle übernimmt er auch als 80-Jähriger noch gern die Dekoration von Bühne und Tischen. Aus Bausenberger Krotzen stellt Heinz Schröder gerne kleine Präsente her. Die Bearbeitung von Stein erlernte er als junger Mann bei seinem Onkel Anton Bremm.

Seit Jahrzehnten betreibt Heinz Schröder ein kleines privates Heimatmuseum. Dort hat er vieles versammelt, was mit der Geschichte von Niederzissen und dem Brohltal zu tun hat – Vereinsdokumente und Zeitungen, Bilder und Regale voller Werkzeuge, eine Erntemaschine, Küchengeräte und vieles andere mehr. Bereits vor dem Haus von Heinz Schröder an der Unteren Mühlengasse wird klar, dass dort jemand lebt, der eine ausgeprägte Sammelleidenschaft hat und der handwerkliches Geschick besitzt. Schröder hat dort nämlich historische Landwirtschaftsgeräte aufgestellt; und die Hauswand zeigt ein großflächiges Relief mit einer Naturszene. In seinem privaten Heimatmuseum im Inneren hat Schröder historische Küchengeräte, Werkzeuge und Schreibmaschinen, aber auch Heiligenbilder und Kreuze gesammelt.

In einem andere Raum befindet sich Schröders Archiv, in dem er beinahe jede Zeitung aufbewahrt, die ab etwa 1965 über Niederzissen gedruckt wurde. Seit 1974 hat er beispielsweise sämtliche Ausgaben des „Amtlichen Mitteilungsblattes“ der Verbandsgemeinde Brohltal archiviert. „Der Zusteller steckt ihm das Wochenblatt jeweils zweimal in den Briefkasten: Eines wird zerschnippelt, um alles über Niederzissen abheften zu können, das zweite landet auf dem aktuellen Jahresstapel im Regal“, berichtete Hans-Willi Kempenich einmal in der Rhein-Zeitung.

Hans-Willi Kempenich schrieb deshalb in der Rhein-Zeitung:

Wie hat sich Niederzissen seit der Nachkriegszeit entwickelt? Wer das erfahren möchte, wendet sich am besten an Heinz Schröder. Denn er weiß alles über seine Heimatgemeinde – insbesondere das, was in den vergangenen Jahrzehnten dort geschehen ist. Und was er gerade nicht im Kopf hat, das kann er nachschlagen.

Auch mit der Bunkeranlage Niederzissen kennt sich Schröder aus. Und was ihm ebenfalls sehr am Herzen liegt, sind alte Kinderspiele. In Schröders Sammlung befinden sich auch die Totenzettel fast aller seit dem Zweiten Weltkrieg verstorbener Einwohner von Niederzissen. Diese Sammlung hat er von einem anderen Niederzissener übernommen. Der wiederum hatte sie bei einer Haushaltsauflösung gefunden.

Seit März 2019 sind Teile von Schröders Sammlung im Heimatmuseum Niederzissen zu sehen, das der Kultur- und Heimatverein Niederzissen e.V. (KHV) am Sonntag, 9. März 2019, in der Alten Schule eröffnet. Zuvor hatte Schröder seine Sammlung komplett an den KHV übergeben. Schröders übergab dem Verein rund 150 Aktenordner und zahlreiche Archivkartons, die seit der Übergabe in Regalen in der Aula der Alten Schule aufbewahrt werden. Geräte, Bilder und anderes brachte der Heimatverein in einem ehemaligen Klassenraum unter. Der Kultur- und Heimatverein, die Gemeinde Niederzissen als Hausherrin der Alten Schule trafen mit Schröder eine förmliche Vereinbarung, um die Übertragung sauber abzuwickeln. Unterzeichner sind Heinz Schröder, der KHV-Vorsitzende Richard Keuler und Ortsbürgermeister Rolf Hans. In der Vereinbarung heißt es wörtlich:

Der KHV übernimmt die Sammlungen, Archive und Aufzeichnungen zur Bestandssicherung, weiteren Erforschung und musealen Aufbereitung nach Paragraf 2 seiner Satzung. Er sichert Heinz Schröder lebenslang den Zugang zu.

Wissenschaftliche Arbeiten, Publikationen und andere Veröffentlichungen, die die übergebenen Bestände oder einzelne Teile davon betreffen, sollen künftig mit der Bezeichnung „aus dem Bestand von Heinz Schröder“ versehen werden. Wegen der Bedeutung von Schröders Sammlung für die Geschichtsforschung von Niederzissen und die kulturelle Entwicklung der Gemeinde übernahm die Gemeinde Niederzissen die Patenschaft zu dieser Vereinbarung. Außerdem verpflichtete sie sich, dass die Schrödersche Sammlung, sollte sich der KHV auflösen oder seinen Verpflichtungen nicht nachkommen, ins Eigentum der Gemeinde übergeht.

Seit der Übertragung ist der KHV auch in der Lage, ein Vereinsarchiv zu betreiben. Dabei ist das Schröder'sche Vereinsarchiv im einen oder anderen Fall umfangreicher als die Archive der einzelnen Vereine selbst.

Fußnoten

  1. Quellen: Manes kennt in Zesse alles und jeden – Heinz Schröder liebt den Karneval und hat in seiner Heimat Niederzissen viele Spuren hinterlassen, in: Rhein-Zeitung vom 18. Mai 2016, und Hans-Willi Kempenich: RZ-Adventskalender: Bei Manes wird Geschichte lebendig, in: Rhein-Zeitung vom 6. Dezember 2016, Hans-Willi Kempenich: Klemens Jeub ist nun Ehrenbürger von Niederzissen – Der frühere Ortsbürgermeister hat vieles für seine Gemeinde erreicht, in: Rhein-Zeitung vom 22. Juni 2018, und Hans-Willi Kempenich: Wie Niederzissen zum Heimatmuseum kommt – Die Sammelleidenschaft von Heinz Schröder kommt nun allen Geschichtsinteressierten zugute – Eröffnung am Sonntag, in: Rhein-Zeitung vom 9. März 2019