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Geheime Gärten Rolandswerth

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Die Geheimen Gärten Rolandswerth an der Ecke Parkstraße/Weingärtenstraße zwischen Bundesstraße 9 und Rhein sind ein beliebtes Ziel von Spaziergängern, Wanderern, Kunst- und Naturfreunden. Der öffentlich zugängliche Park, ursprünglich ein privater Park von Clara von Recklinghausen und später im Besitz des Textilfabrikanten Walter Hentzen („Hentzen-Park“), ist heute Teil des Skulpturenufers Remagen.


Lage

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Chronik

Dort, wo sich heute die Geheimen Gärten befinden, erwarb Clara von Recklinghausen, geb. Lang, aus Köln zwischen 1884 und 1895 mehrere Kleinparzellen, um einen Park als Landschaftsgarten anzulegen. Ca. 1896/97 wurde im rheinseitigen Teil der Landsitz "Haus Rolandsau" errichtet, ebenso wie die anderen zur Anlage gehördenden Gebäude: Gärtnerei und Pförtnerhaus. Schon zu Beginn wurde in der Westhälfte des Parks eine waldähnliche Struktur angestrebt. Die Rheinseite war offener gestaltet. Sie wurde durch eine eingegrünte Fläche und einige Solitär-Bäume wie Eiben, Rotbuchen, einen amerikanischen Tulpen- und einen Mammutbaum gekennzeichnet.

Fabriken in Deutschland, England und Lettland brachten der Familie zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen Wohlstand, der auch im Bau einer prächtigen Villa am Rhein sichtbar wurde. Freitreppen, große Terrassen, ein klotziges Gebäude und der gut zwei Hektar große Park mit Gärtnerhäuschen bildeten ein gepflegtes Anwesen.

Bis 1915 blieb die Villa im Besitz der Familie von Recklinghausen. 1915 folgten zwei kurz aufeinander folgende Eigentümerwechsel. 1918 wurde der Besitz von dem Remscheider Textil-Fabrikanten Walter Hentzen erworben. Seit dieser Zeit bürgerten sich die Begriffe "Hentzen-Villa" und "Hentzen-Park" ein.

Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges wurde das Anwesen genutzt. Zum Kriegsende beschlagnahmten amerikanische Truppen das Gebäude und richteten sich dort häuslich ein. Anschließend übernahmen die Engländer die Villa und bauten ein Schwimmbad auf dem Grundstück, das aber bald wieder zugeschüttet wurde. Später kamen die Franzosen und richteten dort, nachdem Bonn Regierungssitz geworden war, die Residenz ihres Botschafters ein.

Im Laufe der Jahre fand die Bundesrepublik internationale Anerkennung und auch die Sowjets schickten einen Botschafter an den Rhein. Er residierte in der gerade frei gewordenen Hentzen-Villa und machte aus dem Gelände einen Hochsicherheitstrakt. In den 1960er-Jahren zog er wieder aus, weil das Platzangebot nicht mehr ausreichte. Bis 1973 blieb das Anwesen in den Händen der Familie Hentzen.

Waren bis dahin nur ausgesuchte Gäste auf dem Gelände, so war es die Hausbesetzer-Szene, die dem von den Sowjets schon ramponierten Gebäude den Rest gab. Es wurde in den 1970er-Jahren abgerissen; der Park kam in die Obhut der Bundsvermögensverwaltung und deren Försterei in Daun. Der Park verwilderte und nur sein Wert als Biotop bewahrte ihn vor dem Kahlschlag. In den 1980er-Jahren entbrannte ein Streit um die Ausweisung des Parkbereichs als Bau- oder Grünfläche. Die Fällung teilweise gesunder Bäume löste einen Proteststurm aus, der in der Ankettung an die Bäume gipfelt.

1994 wurde das Forstrevier Sinzig - Remagen im Auftrag der Stadt Remagen für den inzwischen völlig verwilderten und in Vergessenheit geratenen Park zuständig. Der damals zuständige Revierförster Stephan Braun entwarf ein Pflegekonzept.

Heute erinnern nur noch eine Toreinfahrt auf der Südseite, Gewächshaus-Reste im nördlichen Teil und der außerordentliche Baumbestand an das einst prächtige Anwesen und den wunderschönen Park. Zum Park gehören zahlreiche großkronige Bäume, die älter als 100 Jahre sind. Besonders hervorzuheben sind Mammutbaum, Tulpenbaum, Eibe, Platane, Buche, Roteiche und Bergahorn. Diese schützenwerten Bäume leben in Konkurrenz zu den Bäumen, die wegen mangelnder Pflege des Park in den letzten 40 Jahren gewachsen sind und den Altbäumen durch Licht- und Nährstoff-Wegnahme das Leben erschweren.

Frischer Wind zog im Jahr 2002 mit den Künstlern Caroline Bittermann und Peter Duka in den Hentzenpark ein. Im Rahmen des Remagener Skulpturenufers schaffen sie dort die "Geheimen Gärten Rolandswerth".

Im Juli 2014 wurde der Park wegen akuter Astbruchgefahr vorübergehend geschlossen. Nachdem der Remagener Förster festgestellt hatte, dass mehrere große alte Bäume instabil geworden waren, beauftragte das für die Pflege des Kunstwerks zuständige Arp-Museum einen Sachverständigen damit, bis Mitte September 2014 ein Gutachten zu den Ursachen und möglichen Gegenmaßnahmen zu erstellen.[1]

Weitere Fotos

Mediografie

Weblink

http://www.geheime-gaerten-rolandswerth.de

Fußnoten

  1. Quelle: Geheime Gärten sind geschlossen, general-anzeiger-bonn.de vom 29. Juli 2014