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Villa Reuleaux (Remagen)

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Die um 1850 im klassizistischen Stil erbaute Villa Reuleaux an der Ecke Rheinpromenade/Fährgasse in Remagen wurde im Jahr 2004 abgerissen. Nachdem in der Villa die Steppdeckenfabrik Ohlig untergebracht war, war sie auch „Villa Ohlig“ genannt worden. Vor dem Abriss waren mehr als 30 Jahre lang Überlegungen angestellt und Pläne zur Umnutzung und damit zur Rettung des ehemals herrschaftlichen Wohnsitzes geschmiedet worden. Von der Denkmalpflegebehörde nicht als erhaltenswert eingestuft, waren alle Bemühungen, einen Investor zu finden, der zumindest bei neuer Nutzbarmachung die Fassade erhalten würde, ergebnislos. Mehrfach wurde versucht, einen Betreiber für ein Hotel auf dem Gelände zu finden. Das Haus mit der wechselvollen Geschichte entwickelte sich zu einem Schandfleck. Nachdem eine Bebauungsplan-Änderung Wohnbebauung ermöglicht hatte, hieß es, an Stelle der alten Villa würden luxuriöse Eigentumswohnungen gebaut.


Chronik

Im Jahr 1856 erbaute der Ingenieur Heinrich Reuleaux auf den Feldern zwischen Remagen und Kripp eine Fabrik zur Herstellung von Schrauben und Maschinenteilen. Gleichzeitig begann er mit dem Bau seines Wohnhauses an der damals bereits chausseeartig ausgebauten Fährgasse in Remagen. Es entstand ein Haus mit klar gegliedertem Äußeren und einem beeindruckenden Interieur, mit Stuckdecken, Rundbogendurchgängen und aus besten Materialien. Kunstschmiedegitter und Medaillons schmückten die Fassade. Die Reuleux'sche Fabrik wurde zwar bereits 1866 wieder geschlossen, und der Besitzer investierte in eine größere Anlage in Köln, doch die Familie behielt ihren Wohnsitz in Remagen. Nach seinem Rückzug ins Privatleben engagierte sich Heinrich Reuleaux als Beigeordneter der Stadt. Nach seinem Tod bewohnten Ehefrau und Tochter das Haus weiter. Die Villa überstand zwei Weltkriege und ging dann in den Besitz des Steppdeckenfabrikanten Ohlig.[1]

Fußnoten

  1. Quellen: Kurt Kleemann: 100 Jahre Römisches Museum Remagen (1905-2005), in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2005, undErst üppiger Prachtbau, dann Schandfleck, rundschau-online.de vom 20. Januar 2004