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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Blockheizkraftwerk Bad Neuenahr

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Das Blockheizkraftwerk Bad Neuenahr, das von der Ahrtal-Werke GmbH betrieben wird, ist das Herzstück eines Fernwärmenetzes, das im Stadtteil Bad Neuenahr südlich der Ahr Privathaushalte sowie die Ahr-Thermen und andere Liegenschaften der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr sowie das Seniorenwohnstift Augustinum Bad Neuenahr mit Wärme versorgt. Das Baukosten des Gesamtprojekts belaufen sich auf rund 12,5 Millionen Euro; davon flossen knapp fünf Millionen Euro in den Bau des Blockheizkraftwerks.


Ahrtal Werke - Heinz Grates.jpg
Blockheizkraftwerk - Heinz Grates.jpg
Die Baustelle Ende September 2012.
Bauschild

Anschrift und Standort

Dahlienweg

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Stadtteil Bad Neuenahr)

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Chronik

Der zum Betrieb der Anlage notwendige 46,5 Meter hohe Schornsteins, ein vierzügiges Edelstahlrohr, sorgte zwar wegen seiner Höhe und des Standortes in Krankenhaus-Nähe in der Bevölkerung und im Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler für Diskussionen. Immerhin ist es eines der höchsten Bauwerke der Stadt. Der Turm der Rosenkranzkirche Bad Neuenahr ist mit 60 Metern nur 13,5 Meter höher. Die für den Bau aus Backnang in Baden-Württemberg stammenden Schornsteins nötige Veränderung des Bebauungsplans "Dahlienweg" wurde dennoch mit großer Mehrheit angenommen.[1]

Am Donnerstag, 25. Oktober 2012 wurde das Heizkraftwerk nach rund sechs Monaten Bauzeit eingeweiht, am Montag, 29. Oktober 2012, werde es in Betrieb gehen, hieß es bei der Einweihung. Mit der Inbetriebnahme werden rund 12.000 Kilowatt Wärmeleistung über die Anlage erzeugt und an die Verbraucher verteilt - bei einem prognostizierten Gesamtabsatz von etwa 25 Millionen Kilowattstunden jährlich. Die Anlage "steht für die Energiewende vor unserer Tür", sagte Bürgermeister Guido Orthen bei der Einweihung. Es mache deutlich, was dezentrale Energieversorgung bedeutet. Für 100 einzelne Schornsteine stehe jetzt nur noch einer. "Deshalb passt ein 46 Meter hoher Schornstein auch nach Bad Neuenahr", sagte Orthen, der auch Ausichtsratsvorsitzender der Ahrtal-Werke GmbH ist, und spielte damit auf die vorausgehende Diskussionen in der Kreisstadt an. Landrat Dr. Jürgen Pföhler sagte, angesichts des Jahrhundertprojekts Energiewende bedeute das Kraftwerk den Aufbruch in eine neue Zeit. Die Kreisstadt übernehme damit eine Vorbildfunktion. Johannes van Bergen, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall, sagte, dass das Projekt ohne die Kooperation mit der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr nicht zustande gekommen wäre.[2]

Technische Details

Die Anlage funktioniert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung: Die Abwärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, wird als Heizwärme in Form von Heißwasser über Rohrleitungen an die Kunden geliefert. Die Nutzung der Abwärme bei der Kraft-Wärme-Kopplung spart fast 60 Prozent Primärenergie und entsprechend viel Kohlendioxid-Ausstoß ein.

Die beiden jeweils 21,1 Tonnen schweren Gas-Motoren vom Typ „Jenbacher JMS 612 GS-N.LC“ mit jeweils zwölf Zylindern und knapp 75 Litern Hubraum haben eine elektrische Leistung von je 2004 Kilowatt elektrisch und eine thermische Leistung von je 1918 Kilowatt bei einem elektrischen Wirkungsgrad von 44,8 Prozent und einem thermischen Wirkungsgrad von 42,8 Prozent. Die Motoren, die von der Firma Jenbacher Motorenbau in der Nähe von Innsbruck in Österreich gebaut wurden, bringen die Strom-Generatoren auf 1500 Umdrehungen pro Minute. Die Gas-Versorgung übernimmt die Energieversorgung Mittelrhein GmbH. Der erzeugte Strom wird in das allgemeine Stromnetz eingespeist. Der dritte Gas-Motor, der Ende 2016 eingebaut werden soll, soll die doppelte Leistung bringen und 42.500 Kilogramm wiegen.[3]

Die Anlage verfügt über eine Speicherkapazität von insgesamt 800 Kubikmetern in vier jeweils 18,75 Meter hohen Pufferspeichern von 4,1 Meter Durchmesser, die im brandenburgischen Fürstenwalde gebaut wurden. Wenn beispielsweise in der Nacht nicht viel Wärme abgenommen wird, wird das heiße Wasser in diesen Speichern gespeichert, damit es in Spitzenzeiten zusätzlich abgerufen werden kann.[4]

Neue Arbeitsplätze entstehen in dem Kraftwerk nicht, denn das Kraftwerk wird vom Kontrollstand des Ahrtal-Werk-Gesellschafters „Stadtwerke Schwäbisch Hall“ in Schwäbisch-Hall rund um die Uhr fernüberwacht. Wartungsarbeiten übernimmt die Technik-Abteilung der Ahrtal-Werke GmbH in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Zu den Wärme-Abnehmern gehören Großkunden wie das Krankenhaus Maria Hilf, das Steigenberger und das Dorint Hotel sowie die Ahr-Thermen. Alle Systeme sind redundant. Fällt ein Modul aus, kann ein anderes einspringen. So gibt es nicht nur zwei Gasmotoren zur Strom- und Wärmeerzeugung am Dahlienweg, sondern auch eine Nummer kleiner zwei weitere samt Spitzenlastkessel in der Heizzentrale der Kur AG, die die Ahrtal-Werke übernommen und von Dampferzeugung auf Fernwärme umgerüstet haben. 90 Grad ist das Wasser heiß, wenn es das Heizkraftwerk verlässt, etwa 60 Grad, wenn es zurückkommt. Der Druckerhöhungsanlage ist eine Desinfektionsanlage vorgeschaltet, in der das Wasser auch entkalkt und mit Chemikalien versehen wird, die Korrosion und Ablagerungen verhindern sollen.[5]

Mediografie

Victor Francke: Energiegewinnung in Bad Neuenahr-Ahrweiler: Die Grünen sind vom Erfolg der Ahrtalwerke überzeugt, general-anzeiger-bonn.de vom 17. Juli 2017

Fußnoten

  1. Quelle: Monströser Schornstein irritiert Bad Neuenahr-Ahrweiler, rhein-zeitung.de vom 2. September 2011
  2. Quellen: Günther Schmitt: „Ein Schornstein statt 100“: Ahrtal-Werke nehmen bei Festakt in der Kreisstadt ihr Blockheizkraftwerk in Betrieb, General-Anzeiger vom 26. Oktober 2012, und Frieder Bluhm: Ahrtal-Werke weihen ihr Blockheizkraftwerk ein, rhein-zeitung.de vom 26. Oktober 2012
  3. Quelle: Herzstück für Blockheizkraftwerk ist in Bad Neuenahr angekommen, rhein-zeitung.de vom 20. Juni 2012
  4. Quelle: Metallschlot ragt jetzt aus der Kurstadt heraus, rhein-zeitung.de vom 16. August 2012
  5. Quelle: Frieder Bluhm: Heizkraftwerk ist ein stilles Kraftpaket - Am Dahlienweg schlägt das Herz des Fernwärmenetzes von Bad Neuenahr – Erste Bewährungsprobe erfolgreich bestanden, in: Rhein-Zeitung vom 6. April 2013