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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Fahrradfabrik Schauff GmbH & Ko KG

Aus AW-Wiki
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Die Fahrradfabrik Schauff GmbH & Co KG ...


Schauff-Messestand bei der Ahrtalschau 2010.
Ein Ausstellungsstück im Schauff-Werksmuseum

Anschrift und Standort

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Kontakt

  • Telefon 02642 9364-0
  • Fax 02642 3358

Geschäftsführung

Hans Schauff und Ute Schauff - die Söhne Axel Schauff und Jan Schauff arbeiten ebenfalls an leitenden Stellen im Unternehmen mit

Geschichte

Alles begann mit der Fabrikgründung im Jahr 1932 unweit der Radrennbahn in Köln-Ehrenfeld. Schon 1907 hatte der Vater von Betty Schauff, Christian Nierendorf, in Godesberg ein Fahrradgeschäft eröffnet, as seit den 1920er Jahren in Köln bestand. Bombenschäden in Köln führten 1940 zum Umzug nach Remagen. Noch bis 1949 gab es neben der Produktion in Remagen einen „Fabrikverkauf“ in Köln. Nach der Währungsreform wurde die Produktion wieder aufgenommen. Bereits 1950 konnte Hans Schauff den ersten Deutschen Meister, Alois Schmid, in Remagen begrüßen. Der damals knapp 30 Mitarbeiter zählende Familienbetrieb in der Bergstraße fertigte zunächst auch Mopeds und Sportrahmen, widmete sich zunehmend der Produktion von Transportgeräten, auch Teewagen aus Messingrohr, als das Fahrradgeschäft mehr und mehr stagnierte. Aber nach der Fahrradflaute Anfang der 1960er Jahre ging es wieder aufwärts: Das Klapprad und auch andere Modelle wurden Ende der 1960er Jahre in großen Stückzahlen verkauft.

1964 importierte Schauff als erster Europäer Shimano-Teile aus Japan und exportierte Sportfahrräder in die USA. „1966 produzierten wir 300 Räder am Tag in der Bergstraße, lieferten beinahe ausschließlich für Großkunden wie Kaufhof und Quelle“, sagte Hans Schauff an seinem 70. Geburtstag. 1965 baute Schauff das erste Klapprad für den Kaufhof. Weil die eigenen Kapazitäten nicht reichten, ließ Schauff in der Oberwinterer Schiffswerft Rahmen schweißen. In den 1970er Jahren lieferte Schauff unzählige Varianten von Bonanza-Rädern in alle Welt. Im Mai 1968 rollten die ersten Bikes aus der neuen Fertigungshalle mit eigenem Gleisanschluss in der Remagener Wässerscheid vom Band in die Waggons und Container, vornehmlich in die USA, aber auch in erheblichem Maße bis 1979 nach Persien. Ab 1974 entwickeln sich daraus die BMX-Räder. Das Rennrad erlebte Mitte der 1970er Jahre eine neue Blüte. Als technischer Berater kam Rudi Altig nach Remagen. 1981 wurde Schauff erster europäischer Hersteller von Mountainbikes. Schauff wurde in dieser Zeit der führende Hersteller von Tandems in Europa. Mit dem Schauff-Offroad Cup fand 1985 erstmals ein MTB-Rennen in Deutschland statt. Es war ein Downhill-Rennen vom Helenenberg oberhalb von Sinzig zum Thermalfreibad Bad Bodendorf[1]. 1990 gelang dem Remagener Fahrradhersteller die Erfindung der bearbeiteten Felgenflanke zur Bremswertsteigerung – eines von vielen Patenten, die Schauff hielt. Aber auch in Sachen Design setzte er Akzente, zum Beispiel mit dem Tandem Wall Street Duo aus Carbon. Branchenweite Beachtung fand auch das in Remagen entwickelte und preisgekrönte City-Bike „La Luna“.

In den 1990er Jahren entwickelte Schauff das erste Bandscheibenrad, dem weitere gefederte Therapieräder folgten. Auch auf dem Tandem-Sektor zählte das Unternehmen zu den führenden Herstellern. Die Expansionspläne wurden 1992 mit dem Bau einer neuartigen Fabrik auf Basis von Pavillon-Werkshallen mit modernster Technik verwirklicht. Inzwischen sind auch die Söhne Jan und Axel ins Unternehmen eingestiegen. „Für uns liegt ein besonderer Reiz in individuellen Anforderungen, High-Tech-Komponenten und innovative Technik mit den Gesetzen der Physik in Einklang zu bringen und gute Fahrräder zu bauen, die den Menschen Freude machen“, sagte Schauff zu seinem 70. Geburtstag. Er stellte Fahrräder für Unternehmen wie TELEKOM, VOLVO und die Lufthansa her. Konzipiert und montiert wurde in Remagen, Rahmen und Komponenten stammten von Zulieferern wie Shimano, Campagnolo und Magura.

Beim 70-jährigen Bestehen der Fahrradfabrik Schauff im Jahr 2002 fertigten rund 100 Mitarbeiter mehr als 100.000 Schauff-Fahrräder pro Jahr. In Neubauten im Gewerbegebiet Remagen-Süd waren Verwaltung und Lager untergebracht. Der Verkauf war im „Octagon“, einem großen Holzpavillion, untergebracht, der im Herbst 1999 abbrannte. Der Bike-Store zog deshalb kurzfristig in den angemieteten Remagener Güterbahnhof um. Produziert wurde in der Halle in der Wässerscheid.[2]

Im April 2002 übernahm Joachim von Trützschler den Vorsitz der Geschäftsführung der Schauff GmbH & Co. KG. „Der Geschäftsführung gehören weiterhin die beiden Inhaber Hans und Ute Schauff an. Die beiden Schauff-Söhne Jan und Axel komplettieren als Prokuristen die erweiterte Geschäftsführung“, berichtete die Rhein-Zeitung am 3. April 2002 unter dem Titel „Schauff schaltet einen Gang hoch“. Damit stelle Schauff „die Weichen für den anstehenden Generationswechsel im Unternehmen.“ Joachim von Trützschler – zu dieser Zeit 58 Jahre alt – sei ein erfahrener Marketingstratege und Vertriebsprofi. Zuletzt war er Geschäftsführer des Traditionsunternehmens Soendgen Keramik GmbH in Adendorf. Davor führte er als Geschäftsführer verschiedener Unternehmen Umstrukturierungen durch und forcierte die Entwicklung neuer Produkte sowie die Erschließung neuer Märkte. Von Trützschler werde ab sofort Aufgaben in der strategischen Marketing-Vertriebsplanung übernehmen. Auf diese Weise würden „die Kernkompetenzen des Unternehmens durch ausgeklügelte Vertriebsstrategien optimal ergänzt.“ Teil der zukünftigen Strategie sei auch die Neupositionierung des Unternehmens in der Innen- und Außendarstellung. Im Juli 2002 wurde er aus der Geschäftsführung abberufen.

Der Importdruck hatte in den Jahren zuvor immer weiter zugenommen und er nahm in den folgenden Jahren weiter zu. Als Reaktion darauf gründete Schauff Edelmarken wie die „Rheinische Manufaktur“ für Trekking- und Freizeiträder und die Marke „SOIL“ für den Mountainbike- und Rennradbereich. Außerdem entdeckten sie eine neue Marktlücke: „Es gibt immer mehr schwergewichtige Menschen. Die sollten auch auf starken Rädern unterwegs sein“, sagte sich der Unternehmer und entwickelte das Modell „Sumo“ für Menschen mit einem Körpergewicht ab 100 Kilogramm, das auf den Herbstmessen 2002 vorgestellt wurde.

In den Jahren 2000 bis 2005 stellte die Fahrradfabrik Schauff ihre Produktion von Großserie auf Individualanfertigung um. Diese Umstrukturierung ist eine Konsequenz aus der Globalisierung der Fahrrad-Produktion, wo große Serien preisgünstig aus Niedriglohnländern importiert werden. Seit 2010 wird das Spezialradangebot erheblich ausgeweitet, so wurde 2013 mit dem Kauf der Tandemsparte Zweirad des Kölner Anbieters Zwei plus Zwei die Marktposition im Tandemsegment erheblich gestärkt.

Der im ehemaligen Güterschuppen des Remagener Bahnhofs betriebene Fahrradhandel von Schauff wurde mit Auslaufen des Mietvertrages zum Jahresende 2014 beendet. Seitdem ist er neu konzipiert wieder im Werk In der Wässerscheid angesiedelt. Gleichzeitig wurde ein Teil des umfangreichen Museumfundus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 17. Mai 1985
  2. Quellen: Rhein-Zeitung vom 4. April 2002 und vom 1. Juli 2003 sowie Website von Schauff (gesehen am 9. Dezember 2012)