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Rudi Altig

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Mehr als 1000 Teilnehmer fanden sich zur Freigabe der ersten Ahrradweg-Etappe am 21. April 1979 ein, die von Sinzig bis Walporzheim führte. Mit am Start: ein Tandem mit Ex-Radweltmeister Rudi Altig und Landrat Dr. Egon Plümer.
Die im März 2018 übergebene Skulptur „König des Pelotons“ in Sinzig will an Rudi Altig erinnern.
Rudi-Altig-Blumenesche am Nürburgring

Rudi Altig (* 18. März 1937 in Mannheim, † 11. Juni 2016 in Remagen), der jahrzehntelang im Sinziger Stadtteil Koisdorf wohnte, war einer der größten deutschen Sportstars der Sechzigerjahre. Bei der Tour de France gewann er acht Etappen; insgesamt 18 Tage fuhr er im Gelben Trikot. Einer seiner größten Erfolge war der Weltmeistertitel 1966 im Straßenrennen auf dem Nürburgring. 1962 sicherte sich Altig als erster deutscher Radprofi das Grüne Trikot der Tour de France. Im gleichen Jahr triumphierte er bei der Spanien-Rundfahrt. 1966 wurde Rudi Altig zu Deutschlands Sportler des Jahres gekürt; außerdem erhielt er das Silberne Lorbeerblatt. Im Jahr 1997 wurde Rudi Altig mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Am Nürburgring, eben dort, wo er 1966 den Titel des Weltmeisters im Straßenrennen errang, erinnert ein Ehrenbaum an Rudi Altig.


Vita

Bruder Willy begeisterte ihn für den Radsport. Mit 15 gewann er das erste Rennen. Der gelernte Elektro-Installateur strampelte sich ganz nach oben und verblüffte Gegner, wenn er sich mit Yoga-Kopfstand auf Bahn-Radrennen konzentrierte: Als Amateur wurde er - 1958 schon dreifacher Deutscher Meister - 1959 Weltmeister in der 4000-m-Einzelverfolgung. 1960/61 gewann er den Weltmeistertitel über 5000 Meter.

Den ersten Profivertrag für Straßenrennen erhielt Altig 1960 in Frankreich. 1962 fuhr er als erster Deutscher und gefeierter Held im Grünen Trikot in Paris ein. Er ist die Tour vier Mal gefahren, hat jedes Mal ein Gelbes Trikot getragen. Insgesamt gewann er bei acht Tour-Etappen. 1966 war sein Superjahr: Er fuhr den Sieg bei der Toskana- und Piemont-Rundfahrt ein, holte zwei Giro- und drei Tour-de-France-Etappensiege, wurde Straßenweltmeister auf dem Nürburgring. Altig, auch Sieger bei 23 Sechstagerennen und bis 1970 sehr erfolgreich, zog sich 1971 zurück und wurde Bundestrainer der Amateure.

Altig, der früher den Spitznamen „die rollende Apotheke“ hatte, weil er angeblich bedenkenlos Medikamente zur Leistungssteigerung einsetzte, lebte ab 1994 ohne Magen. 1966 wurde er zum Sportler des Jahres gewählt, erhielt in Anerkennung seiner großen Verdienste um den deutschen Radrennsport das Bundesverdienstkreuz sowie das Silberne Lorbeerblatt.

Sein Tour-de-France-Debüt 1962 wurde zum Paukenschlag. Nach der ersten Etappe schrieb L'Equipe vom „königlichen Sprint“. In den 1960er-Jahren gewann er die Flandern-Rundfahrt, die Straßen-WM auf dem Nürburgring und den Klassiker Mailand–San Remo. Auch auf den Winterbahnen (23 Sechstage-Siege) war „Rudi-Rallala“ der Publikumsmagnet. 1971 trat er ab.

1972 wechselte Rudi Altig von der Fahrer- auf die Trainerseite. Seit etwa 1976 mit Monique verheiratet, wohnte er mit den drei Kindern Iris, Cindy und Steven in Sinzig mit Blick auf den Petersberg; Tochter Iris stammt aus erster Ehe.

Erfolge

  • vierfacher Radweltmeister auf Straße und Bahn – u. a. 1966 auf dem Nürburgring
  • Sieger zahlreicher Klassiker: Flandern-Rundfahrt, Spanien-Rundfahrt, Mailand-San Remo, Genua-Nizza
  • unzählige Male deutscher Meister
  • Träger des Bundesverdienstkreuzes
  • Sportler des Jahres 1966
  • seit mindestens 1978 im Konstruktionsteam und Repäsentant der Remagener Fahrradfabrik Schauff GmbH & Co. KG

Am 30. November 2010 wurde Rudi Altig von Ministerpräsident Kurt Beck im Festsaal der Staatskanzlei in Mainz mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet, unter anderem deshalb, weil er sich als aktiver Fahrer wie auch – ab 1972 - als Trainer für Menschen mit Behinderungen einsetzte.

Zu den Gästen der Trauerfeier für Rudi Altig am Freitag, 24. Juni 2016, in der Katholischen Pfarrkirche St. Peter Sinzig gehörten neben Familie und Freunden zahlreiche Persönlichkeiten aus Sport, Politik und Gesellschaft – darunter Ex-Ministerpräsident Kurt Beck, der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm, die Schauspielerin Marie-Luise Marjan, Comedian Bernd Stelter und Sportstars wie Henry Maske, Sven Ottke, Rene Weller, Heiner Brand und Ulrike Meyfarth. Letztes Geleit gab Altig auch seine letzte Radsportmannschaft, die er auf dem Nürburgring trainiert hatte – standesgemäß in Mannschaftskleidung. Im Anschluss an die Messfeier trafen sich die Trauergäste im Landgasthof Wendelinusstube Koisdorf. Nach der Einäscherung wurde Altig später im engsten Familienkreis in der Schweiz beigesetzt.[1]

Am Samstag, 18. März 2017, dem 80. Geburtstag des ein Jahr vorher verstorbenen Rudi Altig, wurde die städtische Rhein-Ahr-Sporthalle im Schul- und Sportzentrum Sinzig in „Rudi-Altig-Sporthalle“ umbenannt. Der Bildhauer Cornel Bücken aus Aachen, ein Freund des einstigen Radrennfahrers, brachte Altigs Schriftzug an der Außenwand der Halle an. Außerdem soll im Laufe des Jahres eine Marmorskulptur zu Ehren von Rudi Altig entstehen.[2] Zu einer kleinen Feierstunde im Sinziger Schloss begrüßte Bürgermeister Wolfgang Kroeger die Familie Altig, deren Freunde und sportliche Weggefährten von Rudi Altig sowie Vertreter der Kommunalpolitik. „Es ist schade, dass Rudi diese Ehrung nicht mehr miterleben kann. Aber heute, an dem Tag, an dem er seinen 80. Geburtstag hätte feiern können, ist es für uns, seine Familie, ein guter Anlass, die Trauer einen Moment lang zu vergessen“, sagte Rudi Altigs Ehefrau Monique. „Ich habe Rudi als einen geradlinigen und aufrechten Menschen kennenlernen dürfen, der über eine Eigenschaft verfügte, die heute leider immer mehr verloren geht“, sagte Bürgermeister Kroeger, „nämlich den Einsatz für soziale Zwecke.“ Als Beispiele nannte er Altigs Engagement für die Aktion Sorgenkind und den Hilfsfond "Nachbar in Not" des Kreises Ahrweiler, die Tour der Hoffnung oder auch das von Altig selber ins Leben gerufene jährliche Charity-Golfturnier auf dem Golfplatz Köhlerhof. Für die Stadt sei es daher eine Selbstverständlichkeit, so Kroeger weiter, den großen Namen an einem großen Gebäude anzubringen. Während in luftiger Höhe die überdimensionale Signatur des Namensgebers angebracht wurde, wurde im Foyer der Sporthalle eine Grafik von Cornel Bücken mit dem Titel „Mon Peloton“ platziert. Bücken erläuterte: „Die Grafik zeigt eine Skulptur aus mehreren Radfahrern, einem Peloton. Eine Erinnerung daran, dass Rudi immer mit uns unterwegs sein wird.“ Die Skulptur, ebenfalls von Bücken geschaffen, wurde im Herbst 2017 in Sinzig aufgestellt.[3]

Mitgliedschaften[4]

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quellen: Victor Francke: Trauerfeier in Sinzig: Abschied von Rudi Altig, general-anzeiger-bonn.de vom 24. Juni 2016, und Judith Schumacher: Prominentes letztes Geleit für Rudi Altig – Angehörige und Bekannte erinnern in der St.-Peter-Kirche an tollen Ehemann, Vater, Bruder und Freund Rudi Altig, in: Rhein-Zeitung vom 25. Juni 2016
  2. Quelle: Radsport: Am 80. Geburtstag: Heimatstadt Sinzig ehrt verstorbenen Rudi Altig, zeit.de vom 17. März 2017
  3. Quelle: Andreas Wetzlar: Sporthalle trägt nun Rudi Altigs Namen – Die Stadt Sinzig ehrt den im vergangenen Jahr gestorbenen legendären Sportler posthum, in: Rhein-Zeitung vom 20. März 2017
  4. Quelle: Rhein-Zeitung vom 6. Januar 2017