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Greener Mühle

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Die ehemalige Greener Mühle
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Die Greener Mühle wurde zwischen 1410 und 1804 achtmal teilweise oder ganz durch Ahr-Hochwasser zerstört.


Anschrift und Standort

Nikolaus-Bahles-Straße 8

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Green)

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Chronik[1]

Ihre erste urkundliche Erwähnung fand die Greener Mühle „uff Peters avend ab vincula“, also am Abend vor Petri Kettenfeier (St. Peter ad Vincula), d.i. der 31. Juli 1478. An diesem Tag wurde die Erbteilung zwischen den Brüdern Johann und Gerhard Quad, Herren zu Tomburg und zu Landskron, besiegelt. Danach erhielt Gerhard Quad neben anderen Orten Green mit Höfen und Mühlen als Zubehör zur Herrschaft Landskron zugesprochen. Kirchdaun und Lantershofen zählten ebenfalls zu seinem Anteil.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Greener Mühlen wesentlich älter sind. Dafür spricht: Aus dem Jahr 1345 stammt die urkundliche Erwähnung einer Ölspende von einem Pfund Nussöl von einem Baumgarten „up dem Diche“, die alljährlich dem Hl. Kreuz zustand. Auch Gerhard von Landskron bekam für den gleichen Baumgarten eine Art Pacht von 70 Pfund Nussöl. Die Ortslage „up dem Diche“ (über dem (Mühlen-)Teich) und die Höhe der Pacht weisen auf einen mit Nussbäumen bepflanzten Garten hin, der damals wohl schon zu einer bestehenden Ölmühle gehörte, an einem Mühlteich gelegen.

Einen aus der Ahr abgeleiteten Mühlteich gab es zwischen dem Heimersheimer und dem Bodendorfer Wehr. Er zog sich über ungefähr drei Kilometer Länge am Rande einer Ahrniederung hin. Eine Karte des unteren Ahrtals aus dem Jahr 1571 zeigt den Verlauf dieses Mühlenteichs, dessen Wasser außer der Greener Mühle auch drei Mühlen in Heimersheim antrieb. Die östlichste Mühle stand am „Krummen Deich“ in Richtung Green. Eigenartigerweise gehörte es zu den Aufgaben der Greener Mühle, auch das Mühlenteich-Teilstück am „Krummen Deich“ auf Heimersheimer Gemarkung zu unterhalten. Vermutlich waren bei einer Zerstörung dieser Mühle durch Hochwasser die Rechte und Pflichten dieser Mühle der Greener Mühle zugefallen oder sie waren käuflich erworben worden.

Ahr-Hochwasser richteten über die Jahrhunderte immer wieder große Schäden an Mühlen an. Auch die Greener Mühle wurde immer wieder von Ahr-Hochwassern beschädigt. In den Jahren 1410 und 1590 wurde die Mühle zerstört. Erst im Jahr 1693 wird die Greener Mühle wieder erwähnt, als nämlich der damalige Inhaber der Herrschaft Landskron dem Besitzer gestattete, die Mühle neu zu errichten. Johannes Schreiber, damaliger Schultheiß zu Green, hatte die „Ohligs-Mühl“ käuflich erworben und beabsichtigte, dort eine Mahlmühle zu errichten. In einem Wasserrechtsbrief vom 17. Juni 1740 wurden Rechte und Pflichten des Schultheiß und Müllers Adam Bales neu geregelt bzw. geltend gemacht.

Erstmals findet sich mit dieser Urkunde ein Zusammenhang zwischen der Mühle und der späteren Besitzerfamilie Bahles. Die 250-jährige Familientradition war Anlass, sich der mehr als 650 Jahre alten Ölspende zu erinnern. Der Baumgarten war in alten Karten stets deutlich ausgewiesen, auch in der Karte von Jean Joseph Tranchot. Erst in den folgenden Jahrzehnten wurde die Parzelle anders genutzt. Jetzt wurde dort mit dem Einverständnis des neuen Besitzers wieder symbolisch ein Nussbaum gepflanzt und dem Besitzer ein Krug Nussöl überreicht, der an den Pfarrherrn der Pfarrei St. Mauritius, Karl Josef Bings, in Erneuerung einer mehr als 650-jährigen Tradition zusammen mit einer Beschreibung der geschichtlichen Zusammenhänge, versehen mit einem originalen Green-Lohrsdorfer Siegel mit St. Antonius und dem Kurkölner Kreuz, übergeben wurde.

Obwohl an Heiligabend 1944 mehr als 60 Bomben auf Green niedergingen, waren keine Todesopfer zu beklagen. Die Greener Mühle blieb ebenfalls so weit verschont, dass die Bewohner des Orts sowie Krankenhäuser und Lazarette weiterhin versorgt werden konnten. Beim Einmarsch der Amerikaner im März 1945 hissten holländische Zwangsarbeiter eine weiße Fahne und bewahrten Ort und Mühle dadurch vor weiteren Zerstörungen.

Siehe auch

Portal „Mühlen im Kreis Ahrweiler“

Mediografie

Diethard Bahles: Eine Mühle im Bild der Jahrhunderte, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1967

Fußnoten

  1. Quelle: Ort, Kapelle und Mühle haben eine wechselvolle Geschichte – Zur Vorweihnachtszeit wurden in Green Erinnerungen geweckt, in: Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler vom 2. Januar 1992, S. 8