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Hammerzunft Adenau

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Die Hammerzunft in Adenau, im Jahr 1746 gegründet, war einst ein Zusammenschluss der Schmiede und Schlosser, der Zimmerer und Schreiner, Dachdecker und Maurer sowie ähnlicher Gewerke. Die Zünfte regelten in früheren Zeiten die Ausbildung der Lehrlinge, setzten Qualitätsstandards für ihre Arbeit fest und nahmen Einfluss auf die Preise. Auch religiöse, kulturelle und soziale Angelegenheiten oblagen den Zünften, die wegen ihrer wirtschaftlichen Macht häufig politischen Einfluss ausübten. Heute besteht die Zunft als Traditionsverein fort.


Sonstiges

Informationen und Anschauungsmaterial zu Aufgaben, Geschichte und Bedeutung der Adenauer Zünfte gibt es im Heimat-, Zunft- und Johanniter-Museum Adenau.

Eine Darstellung von St. Josef, dem Schutzpatron der Hammerzunft, sowie Darstellungen von St. Severus, dem Schutzheiligen der Wollweberzunft, und St. Blasius, dem Patron der Gerberzunft, befindet sich in der Katholischen Pfarrkirche "St. Johann Baptist" Adenau.

Chronik

Zur Blütezeit der Berufsstände waren es die Schmiede und Schlosser, die Zimmerer und Schreiner, die Dachdecker und Maurer und ähnliche Gewerke, die der Zunft angehörten. Die ständischen Körperschaften fanden sich zur Wahrung gemeinsamer Interessen der Handwerker zusammen. Man regelte etwa die Ausbildung, setzte Qualitätsstandards, nahm Einfluss auch auf kulturelle und soziale Belange. Sozialfürsorgliche Aufgaben wurden wahrgenommen, etwa die finanzielle Unterstützung der Witwen von Zunftmitgliedern. Mit der Einführung der Gewerbe- und Handelsfreiheit nach der Französischen Revolution nahm die Bedeutung der Zünfte stark ab. Heute betreiben sie im Wesentlichen Traditionspflege und nehmen repräsentative Aufgaben wahr. Im Adenauer Stadtbild sind sie bei kirchlichen und weltlichen Festen vertreten.

Die Mitglieder der Hammerzunft trafen sich im März 2013 nach einer heiligen Messe, die von Pfarrer Dr. Rainer Justen zelebriert worden war, im Hotel Blaue Ecke in Adenau. Zunftmeister Martin Funke konnte dort mehr als zwei Dutzend Zunftmitglieder und Gäste begrüßen, darunter die Repräsentanten der Gerber- und der Wollweberzunft Adenau. Das Gebet der Hammerzunft trug der ehemalige Stadtbürgermeister Bernd Schiffarth vor. Der alte Zunftmeister Martin Funke gab sein Amt an seinen Nachfolger Dieter May ab. Die Traditionsfahne sowie Hut und Schärpe als Würdezeichen des Amtes wurden weitergereicht. Jungmeister und damit Anwärter für das Amt des Zunftmeisters im Jahr 2013 wurde Dieter Becker. Clemens Keiffenheim wurde als neues Mitglied in die Hammerzunft aufgenommen. Rund vier Dutzend Mitglieder zählt die Zunft im März 2013.[1]

Beim traditionellen Zunfttag der Hammerzunft im März 2015 wurde Dieter Becker als Nachfolger von Willi Schüller zum Zunftmeister ernannt. Er nahm die Insignien der Zunft – Fahne, Hut und Schärpe – von Jungmeister Heinz Römer in Empfang. Die Zunftmitglieder, auch die Gäste der Wollenweber- und der Gerberzunft, sprachen zudem über die Archivierung der alten Zunftbücher und Urkunden. Diese wurden zu dieser Zeit in den historischen Zunfttruhen aufbewahrt. Man einigte sich dahin gehend, dass die Bücher und Urkunden, aus den Jahren 1647, 1648 und 1746 stammend, in Adenau verbleiben sollen. Sie sollen in einem zunfteigenen Tresor im Rathaus der Verbandsgemeinde Adenau aufbewahrt werden. Die alten Zunfttruhen selbst verbleiben im Heimatmuseum in der Zunftabteilung. So können sie der Öffentlichkeit präsentiert werden.[2]

Zwei der insgesamt vier Dutzend Mitglieder der Hammerzunft trafen sich am Josefstag im März 2017 nach dem Besuch der Messe im Rittersaal der Komturei und zelebrierten ihre alten Rituale. Altzunftmeister Heinz Römer übergab die traditionellen Insignien – Zunftmeisterhut und zweifarbige Schärpe – an den neuen Zunftmeister Peter Körtgen. Bernd Hoffmann war von der Zunft bereits als Zunftmeister für das Jahr 2018 erkoren worden. Dank galt dem langjährigen Geschäftsführer und Archivar Hermann Lehmann. Sein Nachfolger war der bereits seit einem Jahr amtierende Dieter Becker. Zum Zunfttag gehörte auch der Verzehr der „Schößchen“, das sind Doppelbrötchen, die wegen der Fastenzeit mit Limburger Käse statt mit Wurst belegt waren.[3]

AW-Landrat Dr. Jürgen Pföhler zeichnete die Hammerzunft ebenso wie die Gerber- und die Wollweberzunft im Mai 2017 mit der Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler aus. Die drei Zünfte, die in den vergangenen Jahrhunderten in Adenau das wirtschaftliche Leben bestimmten, würden auch heute noch eine wichtige Rolle in der Stadt spielen, lobte der Landrat bei einer Feierstunde anlässlich der Übergabe der Auszeichnung im Kreishaus in Ahrweler. Die Traditionen der alten Handwerkerorganisationen würden in Adenau auch heute noch liebevoll gepflegt und an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Zudem würden sich die Zünfte in vielfältiger Weise für ihre Stadt engagieren. Ein gelungenes Beispiel sei der Zunftbrunnen am neu gestalteten Pferdemarkt. 25.000 Euro hätten die Zünfte gesammelt, um ihrer Heimatstadt diesen Blickfang mit den drei Zunftwappen an der Hauptstraße zu schenken. Die Bänke rundum hätten sich zu einem beliebten Treffpunkt für Alt und Jung entwickelt.[4]

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 22. März 2013
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 28. März 2015
  3. Quelle: Rhein-Zeitung vom 24. März 2017
  4. Quelle: Gabi Geller: Ehrenplakette des Kreises für Ärzte, Zünfte und Imker – Feierstunde im Kreishaus würdigt gesellschaftliches Engagement, in: Rhein-Zeitung vom 19. Mai 2017