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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Bernd Schiffarth

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Bernd Schiffarth (* 2. April 1949 in Nordrhein-Westfalen) war 28 Jahre lang - von 1981 bis 2009 - Bürgermeister von Adenau sowie viele Jahre lang Leiter des Forstreviers Hocheifel, bis er sich im Sommer 2009 in die Altersteilzeit verabschiedete.


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Vita

Im Jahr 1974 kam Schiffarth aus dem Bergischen Land als Büroleiter des Forstamtes Adenau und späterer Leiter des Forstreviers Hocheifel in die Eifel. 1977 wurde er in den Stadtrat Adenau gewählt, wo er unter Stadtbürgermeister Carl Gentek das Amt des Beigeordneten übernahm. Nach vier "Lehrjahren" als Beigeordneter übernahm der damals 32-Jährige am 27. Mai 1981 das Ruder im Rathaus. Die Fertigstellung des Adenauer Marktplatzes an der Bundesstraße und der schrittweise Ausbau der Bundesstraße 257 waren damals Themen, die den jungen Stadtchef und die Bürger bewegten. "Es war in den Jahren zuvor viel zu wenig investiert worden, und ich hatte mir vorgenommen, die Stadt Adenau für das 21. Jahrhundert bereit zu machen", beschrieb er bei seiner Verabschiedung aus dem Amt des Bürgermeisters im Juli 2009 seine Ziele beim Amtsantritt. Die Rhein-Zeitung zog in einem Artikel vom 18. Juli anlässlich Schiffarths Verabschiedung Bilanz:

Insgesamt 16 Millionen Euro wurden in den kommenden zweieinhalb Jahrzehnten in Adenauer Straßen, Gebäude und andere Projekte investiert. Davon trugen die Adenauer Bürger 8,5 Millionen Euro. 1981 wurde das Gewerbegebiet Im Broel erschlossen. Durch den Bau des Regenrückhaltebeckens Exbachtal 1986 bis 1988 wurde der Hochwasserschutz gewährleistet und das Gewerbegebiet Leimbach genehmigungsfähig. 1986 konnte die Hocheifelhalle eingeweiht werden, und die Neugestaltung des Pferdemarktes Adenau mit Bau einer Parkpalette war 2002 vollendet. Auch der Erhalt von historischen Gebäuden lag dem Bürgermeister von Anfang an am Herzen. Die Adenauer Bürger engagierten sich, um in gemeinsamer Anstrengung die Zeugen ihrer Stadtgeschichte zu erhalten, zu restaurieren und wieder nutzbar zu machen. Die Sanierung der Johanniter-Komturei Adenau in den 1980er-Jahren machte den Anfang, weiter ging es mit dem Buttermarkt Adenau, der Säujass mit Museum und vielen anderen Projekten. Viel Herzblut steckte Schiffarth in Aufbau und Pflege der drei Städtepartnerschaften. Regelmäßige Bürgerreisen und gegenseitige Besuche von Musikern, Künstlern und Vereinen halten die Kontakte lebendig.

Dass in seiner Amtszeit die Sanierung des Pferdemarktes Adenau abgeschlossen werden konnte, bezeichnete Schiffarth im Mai 2006 als seinen größten Erfolg. Mit der Fertigstellung im Jahr 2005 sei ein 33 Jahre währender politischer Konflikt zu Ende gegangen. Nur wenigen Projekten sei im Laufe seiner Amtszeit der Erfolg verwehrt geblieben, berichtete die Rhein-Zeitung: "Ich hätte gerne eine Jugendherberge für Adenau gehabt", bedauert Schiffarth bei seiner Verabschiedung.

Mandate und Funktionen

Auszeichnungen und Würdigungen

Schiffarth wurde 2002 mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz und 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Als "durchsetzungsstarker und fleißiger Manager, der den Blick stets auf das Gemeinwohl richtet" wurde Bernd Schiffarth vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, Hermann-Josef Romes, bei einer Feier zu Schiffarths 25-jährigem Bürgermeister-Jubiläum im Mai 2006 bezeichnet. "Da gilt es, fest verwurzelt zu sein und nicht selten auch gegen den Wind zu stehen, ja buchstäblich dazustehen wie eine Eiche", so Romes weiter. "Du hast die Entwicklung unseres Städtchens konsequent vorangetrieben", sagte Peter Friedrich, Beigeordneter der Stadt Adenau, bei gleicher Gelegenheit. Als Beispiele nannte er die Erschließung des Industriegebiets im Broel und des Industriegebiets Adenau-Leimbach, die Ausweisung mehrerer Baugebiete, den Bau der Parkpalette und den Ausbau des Pferdemarktes, rund 30 Straßenbauprojekte, das Museumsgehöft Buttermarkt, aber auch die Städtepartnerschaften mit Sillery (Frankreich), Mellieha (Malta) und Castione della Presolana (Italien).

Bundesverdienstkreuz

Für vielfältiges und jahrzehntelanges kommunales, soziales und karitatives Wirken hat Forstamtsrat Bernd Schiffarth aus Adenau im Dezember 2007 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege überreichte die Auszeichnung im Namen von Ministerpräsident Kurt Beck.

Schiffarth arbeitet mit der "Lichtbrücke Engelskirchen" zusammen und begründete das Projekt Lichtbrücke Adenau - Sonargoan (Bangladesch). Er ist Vorsitzender einer breiten Initiative aus Bürgern, Schulen und Vereinen zur Finanzierung von Einrichtungen (zum Beispiel Augenhospital, Trainings- und Ausbildungszentrum für Handwerker, Landwirte, Sozialarbeiter) sowie zur Erarbeitung von Kleinkreditprogrammen als Hilfe zur Selbsthilfe, Wasseraufbereitungsanlagen und, gemeinsam mit den Adenauer Partnerstädten, für ein Mutter- und Kindhospital zur Aufnahme ärmster Familien. Als Präsident der deutsch-maltesischen Gesellschaft pflegt Schiffarth die freundschaftlichen Beziehungen, fördert den Jugend- und Kulturaustausch und verbessert die gesellschaftlichen Kontakte. Darüber hinaus ist er Vorsitzender des Fördervereins St. Josef-Krankenhaus Adenau e.V..

Schiffarth ist Geschäftsführer des Kreiswaldbauvereins Ahrweiler. Sein Engagement gehe weit über das Berufliche hinaus. Hier sei die Organisation der jährlichen Lehrfahrten und ihre Leitung ins europäische und überseeische Ausland genannt, die auf seine Idee zurückgehen. Das Gleiche gelte für das Projekt "Haus des Waldes". "Das große Engagement und die überzeugende, erfolgreiche Arbeit in diesen Ehrenämtern würden in der Bevölkerung anerkannt und genössen weit über die Grenzen Adenaus Respekt und Anerkennung.

Veröffentlichungen

Bernd Schiffarth: Der Johanniter- und Malteserorden in Adenau, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2004