Judenpogrom am 1./2. Mai 1265 in Sinzig

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Diese Infotafel am ehemaligen Synagogen-Standort erinnert auch an das Pogrom von 1265.

Beim Judenpogrom am 1. und 2. Mai des Jahres 1265 wurden in Sinzig mehr als 60 Männer, Frauen und Kinder zu Sabbath-Beginn in der Synagoge eingeschlossen. Dann ist die Synagoge angezündet worden. Unter den Toten war der Vorbeter der jüdischen Gemeinde Köln. Die Predigten des aus Augsburg stammenden, in Sinzig missionierenden Abraham, der dabei ein Kruzifix zerbrach und dafür zum Tod verurteilt wurde, sollen die Christen zu der barbarischen Tat getrieben haben. Karl-Friedrich Amendt schreibt in seiner Schrift 750 Jahre Stadt Sinzig, die Sinziger wollten mit der Tat dem Kölner Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg einen Vorwand liefern, die Stadt um 1265/1266 zu erobern. Daraufhin wurde am 15. Mai 1265 von Erzbischof und Fürsten ein Landfrieden zum Schutz der Juden vor dem zügellosen Volk erlassen. Bei einem Pogrom im Jahr 1287 starben in Sinzig erneut 41 Juden. Anlässlich der Judenverfolgung im Pestjahr 1349 wurde die Sinziger Judengemeinde ein drittes Mal ausgelöscht.


Siehe auch

Mediografie

Hildegard Ginzler: 750 Jahre Sinziger Pogrom - Zurück zum Namen Judengasse, general-anzeiger-bonn.de vom 25. April 2015