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Synagoge Sinzig

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Mahnmal am ehemaligen Standort der Synagoge
Infotafel am ehemaligen Standort
Mahnmal Synagoge Sinzig.jpg

Die ehemalige Synagoge Sinzig entging in der Pogromnacht am 9. November 1938 der Brandstiftung, weil sie im Mitteltrakt der Martelsburg, einem städtischen Gebäude, lag. Die Am späten Vormittag des 10. Novembers wurden die Fensterscheiben der 1867 eingeweihten Synagoge an der Eulengasse 33 eingeschlagen. Im Hof der Burg wurden Ritualien, Mobilar und die gesamte Einrichtung verbrannt. Außerdem sind nach der „Reichskristallnacht“ in Sinzig jüdische Geschäfte zerstört worden. Die auch zu dieser Zeit noch in städtischen Besitz befindliche Martelsburg mitsamt der Synagoge wurde im Jahr 1970 bis auf einen Teil, der in Privatbesitz war, abgerissen und das Gelände als Parkplatz hergerichtet. Deshalb erinnert heute nur noch eine Gedenkstätte an das jüdische Gotteshaus. Der 1918 in Sinzig geborene und später nach London geflohene Jude Richard Meyer gab den Anstoß dazu, am ehemaligen Standort der Sinziger Synagoge eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die während der Nazi-Zeit ermordeten Sinziger Juden zu errichten. Der Löhndorfer Bildhauer Titus Reinarz schuf den Gedenkstein, der dort im Jahr 1992 aufgestellt wurde.[1]


Standort des Mahnmals

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Chronik

Auf einer Infotafel an der Gedenkstätte zur Erinnerung an die Sinziger Juden und ihre Synagoge heißt es:

In Köln sind 1236 erstmals „Juden aus Sinzig“ erwähnt. Am 1. Mai 1265 verbrannten 61 Personen in der angezündeten Sinziger Synagoge, ihr ehem. Standort ist unbekannt. 1287 starben noch einmal 41 Juden, weitere Judenpogrome folgten.
Seit dem 28. Juli 1856 befand sich die Synagoge im Quertrakt der inzwischen abgerissenen Martelsburg. Die jüdische Gemeinde umfasste Ende 1858 etwa 90 Personen.
Wegen ihrer Lage inmitten von Wohnungen wurde die Synagoge in der sog. „Reichskristallnacht“ am 9. November 1938 nicht abgebrannt, sondern geschändet und zerstört.
Seit dem systematischen Holocaust der Nazis gibt es keine jüdische Gemeinde mehr in Sinzig.


Im General-Anzeiger vom 9. November 2011 beschrieb Günther Schmitt die Ereignisse in der Pogromnacht folgendermaßen:

Mitglieder der NSDAP und SA-Leute verwüsteten in der Nacht zum 10. November vier Wohnungen und den Betsaal in der Alten Burg. Die Polizei hatte vom Sinziger Bürgermeister Anweisung erhalten, nicht in Erscheinung zu treten. Im Lauf des Vormittags wurden vier Juden aus Sinzig und zwölf aus Ahrweiler, Bad Neuenahr und Remagen durch Sinzig geführt. Unter ihnen auch der Viehhändler Louis Meyer, der wie seine Leidensgenossen ein Transparent mit der Aufschrift „Wir dulden keine Juden“ durch die Straßen tragen musste. Die 16 Männer wurden anschließend mit einem Feuerwehrwagen zum Gestapo-Gefängnis nach Koblenz gebracht.

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Judith Schumacher: Sinzig ist stets Richard Meyers Heimat geblieben – Meyer floh vor den Nazis nach England, wo er nun hochbetagt gestorben ist, in: Rhein-Zeitung vom 30. August 2016