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Katholische Filialkirche „St. Martin“ Remagen

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Vor dem Auszug aus der Martinskapelle segnete Dechant Achim Thieser am 24. Juni 2018 ein letztes Mal die Gläubigen in St. Martin.
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Nachdem sich Remagen immer weiter in Richtung Kripp vergrößert hatte, wurde die im Juni 2018 profanierte Katholische Filialkirche „St. Martin“ an der Alten Straße 84 in Remagen gebaut und im Juli 1973 eingeweiht – zusammen mit der katholischen Kindertagesstätte "St. Martin" Remagen. „St. Martin ist auch eine Kirche des Abschieds“, berichtete die Rhein-Zeitung am 8. November 2013 anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Filialkirche, „rund ums Jahr werden dort viele Trauergottesdienste gehalten.“ Nach der Frühmesse besuchten die Gläubigen gern die Gräber ihrer Angehörigen auf dem gegenüber liegenden Friedhof. Weil die Zahl der Gottesdienste immer weiter zurück gegangen war, aber auch wegen des Priestermangels und schwindender Kirchensteuer-Erlöse wurde die Filialkirche im Juni 2018 profaniert. Nur noch rund 20 Gottesdienstbesucher waren sonntags bei der Messe gezählt worden. Zu „Spitzenzeiten“ Anfang der 1970er Jahre waren es 90. Angesichts dieser Besucherzahlen seien die Kosten für Heizung, Strom, Reinigung, Reparaturen und Pflege der Außenanlagen nicht länger zu rechtfertigen, sagte Klaus Gansen, stellvertretender Vorsitzender des Pfarrverwaltungsrat St. Peter und Paul, bei einer Informationsveranstaltung im Mai 2018 im Vorfeld der Schließung. Die Erwartung, dass die Zahl der Gottesdienstteilnehmern zunimmt, war jedoch seit Eröffnung der Filialkirche im Jahr 1973 nicht erfüllt worden.[1]


Anschrift und Standort

Alte Straße 84

Remagen

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Chronik

Mit dem Bau der kleinen schlichten Kirche wollte die Katholische Pfarrgemeinde "St. Peter und Paul" Remagen damals den Bedürfnissen der Bewohner des sich immer weiter nach Süden in Richtung Kripp ausbreitenden Baugebiets Rechnung entgegen kommen. Friedhelm Hammes schrieb in der Festschrift zur Einweihung der Kirche im Juli 1973: „Statistische Unterlagen ergaben, dass Anfang 1968 in Remagen-Süd jenseits des alten Fuhrwegs etwa 1000 Katholiken einen Fußweg von etwa einer halben Stunde und mehr zur Pfarrkirche St. Peter und Paul zurücklegen mussten.“ Außerdem fehlte es an Kindergartenplätzen. Für das vorgesehene Grundstück, über das einst der zur Ludendorff-Brücke Remagen führende Bahndamm verlief, forderte die Deutsche Bundesbahn jedoch einen für Remagen unannehmbar hohen Kaufpreis. Erst als Folge einer mündlichen Anfrage im Deutschen Bundestag drei Jahre später einigten sich die Parteien. Beim Einmessen des Grundstücks stellte sich dann heraus, dass vor Baubeginn noch Sprengarbeiten an einem ehemaligen Stellwerk erorderlich waren.[2]

Nachdem die Zahl der Gottesdienstbesucher immer weiter zurück gegangen war, entschieden sich Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat der katholischen Pfarrgemeinde „St. Peter und Paul“ im Frühling 2018 für die Profanierung der Filialkirche. Der hohe finanzielle und personelle Aufwand für Unterhalt und Betrieb der Filialkirche sei nicht länger zu rechtfertigen. Die Schließungspläne waren auch mit dem Generalvikariat in Trier besprochen worden. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann ordnete deshalb nach Anhörung durch die bischöflichen Behörden die Profanierung der Kirche an. Ab 1. Juli 2018 werden die Sonntags-Gottesdienste jeweils ab 8.15 Uhr in der Kapelle des Krankenhauses „Maria Stern“ Remagen gefeiert. Die Vorabendmesse am Samstag in der Krankenhauskapelle entfällt dann. Dem hatte die Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen von Nonnenwerth zugestimmt.[3]

Am 24. Juni 2018 wurde die Filialkirche profaniert. Mit einer letzten Messe am Fest von St. Johannes der Täufer. „Keinem Priester fällt es leicht, eine Kirche schließen zu müssen“, sagte Pfarrer Frank Klupsch zu Beginn der Eucharistiefeier, die er gemeinsam mit Dechant Achim Thieser zelebrierte. Viele Lebensgeschichten seien mit der Kapelle verbunden, sagte Dechant Thieser, viele Erinnerungen steckten darin, daher sei auch der Bau nicht vergeblich gewesen. Man dürfe also nicht traurig sein, dass man das Gotteshaus verliere, sondern müsse dankbar dafür sein, dass man es gehabt habe. Die Martinskapelle in Remagen war 1973 erbaut worden, als sich Remagen immer mehr in Richtung Kripp erweiterte. Damals habe man steigende Zahlen an Gottesdienstteilnehmern erwartet, doch die seien von Anfang an ausgeblieben, begründete Dechant Thieser die Schließung. In den vergangenen Jahren seien die Zahlen der Gottesdienstbesucher weiter zurückgegangen, hinzu komme ein hoher finanzieller und personeller Aufwand für Unterhalt und Betrieb der Kapelle. Am Ende der Eucharistiefeier wurde das ewige Licht gelöscht, das mehr als 40 Jahre lang ununterbrochen gebrannt hatte, und das Allerheiligste aus dem Tabernakel entfernt. Pfarrer Klupsch überbrachte es in die katholische Pfarrkirche „St. Peter und Paul“ Remagen.[4]

Mediografie

Weblink

kath-kirchen-remagen.de: Vierzig Jahre Filialkirche St. Martin

Fußnoten

  1. Quellen: Victor Francke: Aus für die Martinskapelle aus Remagen, general-anzeiger-bonn.de vom 9. Mai 2018, u.a.
  2. Quelle: St. Martin-Kirche wird 40 Jahre alt - Schlichtes Gotteshaus hat treue Besucher, in: Rhein-Zeitung vom 7. November 2013
  3. Quelle: Günther Schmitt: Gottesdienst in Remagen: Die Remagener Kapelle Sankt Martin wird profaniert, general-anzeiger-bonn.de vom 2. Mai 2018, siehe auch: Christian Koniecki: Zu teuer, zu wenige Gläubige: Remagen verliert eine seiner Kirchen, rhein-zeitung.de vom 3. Mai 2018
  4. Quellen: Victor Francke: Aus für die Martinskapelle aus Remagen, general-anzeiger-bonn.de vom 9. Mai 2018, und Volker Jost: Gotteshaus profaniert: Remagener Kapelle Sankt Martin ist Geschichte, general-anzeiger-bonn.de vom 26. Juni 2018