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Katholische Pfarrkirche „St. Martin“ Kirchsahr

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Flügelaltar
Türkenmadonna
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Kirchenpatron St. Martin

Die katholische Pfarrkirche „St. Martin“ Kirchsahr wird im Jahr 1302 erstmals erwähnt. Die heutige Kirche wurde in den Jahren 1729/30 erbaut, die Sakristei stammt von 1769.


Standort

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Innenausstattung

Flügelaltar

Der Flügelaltar der Kirche stellt das Leben Jesu und seiner Mutter Maria auf 18 kleinen Bildtafeln und einem großen Gemälde in der Mitte dar. In der Rhein-Zeitung hieß es: „Der Altar ist eine Bibel, erzählt in Bildergeschichten. Ideal für die ländliche Bevölkerung Anfang des 15. Jahrhunderts, die meist nicht lesen konnte.“ Das große Gemälde stellt die Kreuzigungsszene dar. Die detailreichen Miniaturen zeichnen die Chronologie des Lebens Jesu nach und stellen die wichtigsten Stationen seines Lebens dar – von der Verkündigung durch den Engel über die Kreuzigung bis zu Auferstehung und Himmelfahrt. Die rechte Tafel ist von unten nach oben zu lesen. In der oberen Reihe schließt die Geschichte mit dem Tod von Maria und ihrer Krönung im Himmel. Der Altar hat eine Höhe von 1,90 Meter, die Seitenflügel sind einen Meter hoch, der Mittelteil zwei Meter. Der Altar wurde zwischen 1410 und 1420 geschaffen. Signiert ist er nicht; unter Fachleuten gilt jedoch als sicher, dass einer oder wahrscheinlich mehrere Künstler der Kölner Malerschule an dem Altar gearbeitet haben. Um den Altar zu schonen, werden dessen Türen möglichst selten bewegt. Jahr für Jahr zur Fastenzeit werden die Flügel geschlossen, so dass die Vorderseite zu sehen ist, die acht auf Goldgrund gemalte Heiligenfiguren zeigt. In der Osternacht werden die Flügel wieder geöffnet. Der Flügelaltar steht seit 1782 in der Kirchsahrer Kirche. Und das ist dem damaligen Kirchsahrer Pfarrer Johannes Cremer zu verdanken. Zuvor stand der Altar nämlich in der Stiftskirche in Münstereifel, wo Pfarrer Cremer Gastprediger war. Zum Dank durfte er etwas aus der Kirche mit nach Kirchsahr nehmen. So suchte er sich das Triptychon aus, das zwar eigens für die Stiftskirche geschaffen worden, aber längst durch einen prunkvollen Barockaltar ersetzt worden war. Deshalb stand der Altar schon länger unbeachtet an einer Kirchenwand.[1]

Türkenmadonna

Zur Ausstattung der Kirche gehört auch eine Türkenmadonna aus dem 17. Jahrhundert, eine für das Rheinland seltene Darstellung. Hildegard Ginzler schrieb darüber im General-Anzeiger:

Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Christentum und Islam brachten ab Ende des 17. Jahrhunderts den Typ der „Türkenmadonna“ hervor. Eine der ganz wenigen noch erhaltenen findet sich in Kirchsahr. Maria hält ein Schwert in der Hand und das Jesuskind einen abgeschlagenen „Türkenkopf“. Die Figur entstand ein Jahr nach dem Sieg des Prinzen Eugen vor Wien gegen die Türken 1683. Die martialische Geste wirkt heute befremdlich.[2]

Orgel

Auf der Westempore der Pfarrkirche befindet eine unscheinbare Orgel, die laut Kaufvertrag vom 17. Februar 1867 ohne Gehäuse aus Altenahr nach Kirchsahr kam und die höchstwahrscheinlich von dem Orgelbauer Balthasar König stammt.[3]

Weitere Bilder

Siehe auch

St. Martin

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Gabi Geller: Kirchsahrer Flügelaltar zeigt das Leben Jesu – Um das wertvolle Stück zu schonen, werden die Türen nur selten bewegt, in: Rhein-Zeitung vom 2. Dezember 2016
  2. Quelle: Hildegard Ginzler: Blick auf vergangene Mythen: Im Kreis Ahrweiler wurden seltsame Heilige verehrt, general-anzeiger-bonn.de vom 7. August 2018
  3. Quelle: orgelbau-fasen.de Kirchsahr, St. Martin: Die historische Orgel