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Kreissparkasse Ahrweiler

Katholische Pfarrkirche „St. Nikolaus“ Königsfeld

Aus AW-Wiki
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Kirche Königsfeld 1.jpg
Die aus Holz geschnitzte Königsfelder Madonna wurde vermutlich um das Jahr 1260 geschaffen.
Haupteingang
Der Hauptaltar verfügt über einen Doppel-Tabernakel und acht Reliefbilder.
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Die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus in Königsfeld wurde im Jahr 1226 erstmals erwähnt. Von der spätromanischen Basilika blieben Chor, Mittelschiff und südliches Seitenschiff erhalten. Ursprünglich flachgedeckt, wurde das Mittelschiff 1532 auf einer Mittelsäule überwölbt. 1912 wurde die Kirche von Peter Marx (Trier) durch einen quer zur Achse nach Norden gerichteten Erweiterungsbau erheblich vergrößert. Eine besondere Kostbarkeit ist die aus Lindenholz geschnitzte Königsfelder Madonna von 1260, eine der ältesten Marienstatuen im Rheinland.[1]


Standort

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Ansprechpartner

Karl-Heinz Kurth

Geschichte

Eine Kirche wird in Königsfeld 1226 in einer Urkunde des Stauferkaisers Heinrich VII. erstmals erwähnt. Es handelte sich damals bereits um einen relativ großen spätromanischen Bau, der um 1200 errichtet worden sein muss. Fachleute gehen aber davon aus, dass dies nicht die erste Kirche an dieser Stelle war, sondern dass dort bereits zuvor eine kleinere Kirche oder Kapelle stand.[2]

Ursprünglich war die dreiachsige, in Ost-West-Richtung erbaute romanische Pfeilerbasilika mit einer flachen Holzdecke zwischen dem heutigen alten Chor an der Ostseite und einem schmalen Turm an der Westseite. Der Turm war früher viel kleiner und er trug einen einfachen Spitzhelm. Der mittlere und der obere Teil des Turmes wurden im Jahr 1736 erneuert, nachdem der Turm bei der Verwüstung des Ortes im Jahr 1646 und bei einem Brand im Jahr 1710 jeweils stark beschädigt worden war. Um 1850 war die Kirche zu klein geworden. Dennoch wurde erst im Jahr 1912 neu gebaut – und zwar nach Plänen des Trierer Architekten Peter Marx. Altarraum, Seitenschiff und Turm wurden erhalten; aber etwa 60 Prozent der Bausubstanz sind damals verändert worden. Dadurch änderte sich auch das Erscheinungsbild der Kirche, die bei dem Umbau nach Norden ausgerichtet wurde, erheblich. Der ehemalige Altarraum, in dem ein Messaltar aus dem Jahr 1226 steht, sowie das von 1509 stammende Sakramentshaus dienen heute als Taufkapelle.

Seit 1606 befindet sich unter dem Chor die Gruft derer von Bassenheim. Der aus dem 17. Jahrhundert stammende barocke Altaraufbau mit dem Wappen der Bassenheimer, den Burgherren in Königsfeld, zierte einst die Kapelle der Burg Pyrmont.

Mitte des 19. Jahrhunderts, um 1850, scheiterten die Pläne, die Kirche wegen ihres schlechten baulichen Zustandes abzureißen und durch einen kompletten Neubau zu ersetzen. Es fehlte an Geld. So dauerte es noch bis 1912, dass die Kirche umgebaut und saniert wurde, ohne dabei komplett abgerissen zu werden. Lediglich das linke der drei Schiffe wurde entfernt. Dafür wurde ein nordwärts gerichtetes neues Kirchenschiff mit Chor in gotischem Stil quer zur alten Ausrichtung der Kirche angebaut. Beim Bau engagierten sich auch Gläubige aus den zur Königsfelder Pfarrei gehörenden Gemeinden Schalkenbach mit Vinxt und Dedenbach. Im Kirchenführer von 2012 heißt es:

Eine Familie stiftete alle Steine (Rheinische Grauwacke vom Letteschberg in Schalkenbach), die Bauern leisteten die Hand- und Spanndienste, und ein Bauer stellte kostenlos sein Pferd zur Verfügung. Die Bevölkerung, meist arm, gab reiche Spenden. Der Hochaltar wurde gestiftet, die Schreiner erstellten kostenlos Bänke und Türen, auch die Altäre und Fenster wurden gestiftet, die Menschen halfen, wo sie konnten. Enger Zusammenhalt und Opferbereitschaft machten dieses große Werk erst möglich. Es ist ein Werk des Glaubens und der Solidarität. Am 16. Juni 1912 konnte der Grundstein gelegt werden.

Die Kirchenfenster aus Buntglas wurden 1912/13 von wohlhabenden Familien und Vereinen gestiftet. Karl-Heinz Kurth berichtet in seinem Artikel Zur Erweiterung der Pfarrkirche in Königsfeld anno 1912 im Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler für das Jahr 2012 die folgende Anekdote aus der Bauzeit:

Die Denkmalpflege der Rheinprovinz und des Bistums Trier legten besonderen Wert auf die Erhaltung des interessanten Mittelschiffgewölbes mit seinem schlanken Pfeiler. Die Gemeinde wollte aber unbedingt eine Empore haben. ,Bedauerlicher Weise' stürzte das Mittelschiffgewölbe mit seinem Pfeiler während der Baumaßnahmen plötzlich während einer Mittagspause der Bauleute ein. Nach Aussage meiner Großmutter Maria Kurth soll dieser Pfeiler von den Arbeitern vorher freigegraben worden sein. Die Frage, ob der Einsturz dadurch absichtlich herbeigeführt wurde, lässt sich nicht mehr beantworten. Der Anschein spricht aber dafür.

Bereits nach einem Jahr Bauzeit wurde in der neuen Kirche erstmals eine Messe gefeiert. Das unter der Orgelempore befindliche alte rechte Seitenschiff dient seit dem Umbau als Kirchen-Vorraum.

Im Jahr 1975 wurde der Turm gründlich saniert. Dabei erhielt er einen für das Mittelalter charakteristischen Anstrich mit den in schwarzer Farbe aufgemalten Eckquaderungen auf weißem Grund.[3]

1991 wurde die Kirche innen renoviert. 2005 ist das gotische Sakramentshaus renoviert worden. Dieses Kleinod aus Tuffstein stiftete Ende des 15. Jahrhunderts der damalige Burgherr Anton Waldbott von Bassenheim.

Inventar

In der Mitte des aus Tuffstein gefertigten frei stehenden Hochaltars befindet sich ein Doppeltabernakel. Auffällig sind auch die acht holzgeschnitzten, farbig gefassten und verzierten Reliefbilder.

Im hinteren Teil der Kirche befindet sich eine Schatzkammer mit der aus Holz geschnitzten thronenden Königsfelder Madonna; sie wurde vermutlich um das Jahr 1260 geschaffen.

Weitere Bilder

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Malerwerkstatt in Ahrweiler, Kostbarkeit in Königsfeld, Fliesen in Sinzig - Tag des offenen Denkmals mit buntem Motto: „Farbe“ - Führungen durch historische Bauwerke im AW-Kreis, Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler vom 29. August 2014
  2. Quellen: u.a. St. Nikolaus entging dem Abriss nur knapp – Pfarrkirche von Königsfeld war einst ziemlich baufällig – Älteste Teile aus dem 11. Jahrhundert, in: Rhein-Zeitung vom 26. Januar 2016
  3. Quelle: Rhein-Zeitung vom 21. April 2012