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Katinka Lingen

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Katinka Lingen, geb. Lanzerath (* 18. Februar 1899, † 23. November 1987), ein Original der Rotweinstadt, war Inhaberin der ehemaligen Weinstube „Zum kleinen Winzer“ in der Oberhut in Ahrweiler.[1]


Vita

Catherina Lingen, geb. Lanzerath, wurde am 18. Februar 1899 in Ahrweiler geboren. Verheiratet war sie mit Konstantin Josef Lingen. In einem alten Haus an der Oberhutstraße in Ahrweiler führte sie eine kleine Weinstube. Aufgrund der Originalität und Schlagfertigkeit der Wirtin entwickelte sich diese Weinstube zu einer der beliebtesten Lokalitäten dieser Art in dem Rotweinstädtchen, und die Gäste kamen aus einem weiten Umkreis. Katinkas Weinstube war klein, engen und eigenwillig eingerichtet. Und an den Wänden hing eine Vielzahl von Bildern. Dort also schenkte Katinka den selbst angebauten und gekelterten Wein an ihre Gäste aus. Das Preissystem war übersichtlich: Die Preise betrugen 2,50, 5, 7,50 oder 10 D-Mark und variierten von Person zu Person. Besonders willkommen waren Katinka Gäste, die Klavier spielen konnten; denn sie liebte Musik. Und sie liebte den Karneval. Als aktive Möhne hatte Katinka Jahr für Jahr den Ehrgeiz, beim Maskenball in Ahrweiler den ersten Preis zu gewinnen. Aber nicht nur an Karneval war Katinka voller Humor, sondern das ganze Jahr über. Wenn es in ihrer Weinstube mal allzu laut wurde, setzte sie sich eine Polizeimütze auf und sorgte für Ruhe. Attraktionen von Katinkas Weinstube waren das „stille Örtchen“ mit dem „Donnerbalken“ und der „heiße Stein“, der unter einer an der Wand hängenden Spieluhr auf dem Boden lag. Es handelte sich um ein Stück von einem alten römischen Grabstein, von dem Katinka sagte, dass er ihr bei Kopfschmerzen helfe. Vor allem aber waren es Katinkas Sprüche, die sich ihren Gästen einprägten. Ein paar Beispiele:

  • „Rotweng es für alte Knaben eine von de beste Jaben.“
  • „Wer de Weng nett drenke kann, verdufte öwe de Ozean.“
  • „Wenn esch owends de Kirchturm nett sehn, föhlen esch mesch nett dehehm.“
  • „In de Wengert jonn esch nett jährn, dafür leve en meng Wirtschaff.“
  • „Esch hann he joht gestoch; ihr braucht nett ze rooche.“

Nach Katinkas Tod am 23. November 1987 wurde die Weinstube geschlossen und das Gebäude verkauft. Katinkas einziger Sohn war nicht aus dem Krieg zurückgekehrt; das hatte sie nie verwunden.[2]

Mediografie

Thomas Weber: „Tante Tinka“: Wirt benennt Straußwirtschaft nach Ahrweiler Legende Kathinka Lingen, general-anzeiger-bonn.de, 23. August 2020

Fußnoten

  1. Quelle: Hildegard Ginzler: Schrullige Wirtin macht vorlaute Bemerkungen, general-anzeiger-bonn.de vom 1. März 2004
  2. Quelle: Heike Wernz-Kaiser: Katinka Lingen – Gastwirtin, in: Evelyn Dirks (Kreisverwaltung Ahrweiler): Wer woar dat? Auf den Spuren von Frauen aus dem Kreis Ahrweiler – Begleitheft zur Ausstellung im Museum der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler 29. Februar bis 18. April 2004, Bad Neuenahr-Ahrweiler 2004, 59 Seiten, Seite 52f.; die Informationen für den Artikel zu Katinka Lingen trug Rita Lauter zusammen