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Lingenbergtunnel

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Nordportal
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Südportal
St. Barbara-Statue in einer Nische am Nordportal des Tunnels.
St.-Barbara-Statue in einer Nische an der nördlichen Tunnel-Einfahrt
Lingenberg-Tunnel.jpg

Der 212 Meter lange westlich des Gipfels durch den Lingenberg führende Lingenbergtunnel oberhalb von Altenahr in der Höhe von Kreuzberg gehört zur Bundesstraße 257. Der Tunnel, letzter Abschnitt zum Bau der Umgehungsstraße Altenahr, wurde gebaut, um einen Engpass an der stark befahrenen Bundesstraße zu beseitigen. Im Dezember 2007 ist der Tunnel fertiggestellt worden, bevor er am 31. März 2008 – nach rund zwei Jahren Bauzeit, 240 Sprengungen und dem Abtransport von rund 16.000 Kubikmetern Felsmaterial – offiziell für den Verkehr freigegeben wurde.


Lage

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Technisches

Der Tunnel besteht aus einer Röhre mit zwei Fahrspuren von je 3,5 Metern Breite, die im Gegenverkehr betrieben werden. Der Tunnel ist auf eine Verkehrsgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern ausgelegt. Röhre wurde in bergmännischer Bauweise hergestellt. Die lichte Breite des Bauwerks beträgt 9,5 Meter einschließlich der einen Meter breiten Notgehwege. Der Tunnel wird aus einer Betriebszentrale vor dem Südportal oberirdisch versorgt.[1]

Die GBI Gackstatter Beratende Ingenieure GmbH wurde mit der Planung und Bauüberwachung (Leistungsphase 1-8) der technischen Betriebsausstattung beauftragt.

Beleuchtungsanlage:

  • Adaptationsbeleuchtung Nord: 142 cd/m² - Süd: 158 cd/m²,
  • Durchfahrtsbeleuchtung Tag: 3,95 cd/m² - Nacht: 1,20 cd/m²

Sicherheitseinrichtungen: Automatische Brandmeldeanlage, 2 Notrufsäulen vor dem Tunnel, Notrufverkabelung, Füllstandsmessung im Schadstoffauffangbecken und Löschwasserbecken, Tunnel­funkanlage für BOS-Kräfte, Betriebsdienst und UKW-Verkehrsfunk

Zentrale Anlagen: Energieversorgung aus dem NS-Netz (Ring), USV-Anlage 10 kVA/60 min.

Steuerung: Zentrale Leittechnik mit Aufschaltung auf 24h besetzte Stelle.

Chronik

Dass der Lingenbergtunnel im Zuge der Umgehungsstraße Altenahr gebaut wurde, ist auch einer Naturkatastrophe zu verdanken: dem Felsturz in Kreuzberg am 17. Februar 1988.

Nachdem der erste Bauabschnitt der Umgehungsstraße Altenahr bereits am 27. Mai 1998 fertig gestellt wurden war, ist am 12. Oktober 2006 mit dem Bau des Lingenbergtunnels begonnen worden. Achim Großmann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, vollzog den ersten Spatenstich. Der Tunnel sollte die Straße, die vorher mit einer engen Kurve um die Bergnase des Lingenbergs herum führte, ein erhebliches Stück sicherer machen. In der Kurve hatte es immer wieder schwere Verkehrsunfälle gegeben. Am benachbarten Bahnübergang der Ahrtalbahn in der Abzweigung nach Kreuzberg gab es auf der Bundesstraße 257 vor dem Tunnelbau immer wieder gefährliche Rückstaus.

Mit dem Tunnel wurde zugleich die Umgehungsstraße Altenahr fertiggestellt. Zunächst sollte der Tunnel bis Mitte 2007 fertig gestellt sein; technische Probleme verzögerten die Fertigstellung jedoch um mehr als ein halbes Jahr. Der Landesbetrieb Mobilität Cochem - Koblenz plante und realisierte das 7,5 Millionen Euro teure Projekt. Zusammen mit dem ersten Bauabschnitt lagen die Investitionen des Bundes für die Ortsumgehung bei mehr als 53 Millionen Euro. Der Lingenbergtunnel werde "Wege beschleunigen und sicherer machen sowie den Wirtschaftsstandort Ahrweiler stärken", hieß es bei der Freigabe. Landrat Dr. Jürgen Pföhler sagte, der Tunnel sei "von besonderer regionaler Bedeutung" und ein "bedeutendes Stück Wirtschaftsförderung." Vorteile beschere es den Pendlern in Richtung Köln/Bonn, aber auch den Gästen, die das Ahrtal besuchen.

Die Geistlichen Axel Spiller und Hubertus Raabe weihten den Tunnel ein. Und Tunnelpatin Praxedis Freifrau von Boeselager ließ eine Statue von St. Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, in eine Nische am nördlichen Portal des Tunnelbauwerks ein.

Nach dem ersten Bauabschnitt der Umgehung, der bereits zwei aufwändige Tunnelbauten umfasste, fehlten bis Mitte 2006 die finanziellen Mittel für eine Fortführung des Lingenbergtunnels. So endete die Umgehungsstraße bis zum Frühjahr 2008 am Lingenberg. Der vor einigen Jahren teilweise abgebrochene Felsen musste erneut abgestützt werden. Den Behörden erschien es daher sinnvoller, die Felssanierung mit dem Tunnelbau zu verknüpfen. Die Gesamtkosten für die Ortsumgehung Altenahr belaufen sich zum Schluss auf etwa 53 Millionen Euro.

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: gbi.eu: Referenzen