FacebookLogo.png   TwitterLogo.png   Wordpress-logo-notext-rgb.png

Kreissparkasse Ahrweiler

Maristenschule Remagen

Aus AW-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die ehemalige Maristenschule Remagen unterhalb der Apollinariskirche war einst eine Höhere Knabenschule mit angeschlossenem Internat. Die Einrichtung wurde vom katholischen Maristen-Orden geführt.


Standort

Die Karte wird geladen …

Geschichte

Das Gebäude wurde 1929 erbaut. Die Anfänge der Remagener Maristenschule liegen jedoch in Sinzig: Die Maristen-Patres hatten dort im Jahre 1922 in der ehemaligen Präparandie eine Mittelschule für Knaben eingerichtet. Die beengten Verhältnisse dort machten jedoch bald eine Verlegung notwendig.[1]

Am 2. Januar 1930 bezog die Schule den großzügigen Bau an der Bergstraße in Remagen. Bis zu 170 Schüler füllten in den nächsten Jahren die Schule. In der hauseigenen Kapelle wurden regelmäßig Gottesdienste gefeiert.

Ende 1938 erhielt die Einrichtung Besuch von verschiedenen staatlichen Kommissionen. Im Januar 1939 kam dann die Geheime Staatspolizei. Sie verfügte, dass die Anstalt geschlossen und das Gebäude geräumt wurde. Nur vier Wochen später, Ende März 1939, hatten Schüler und Patres das Gebäude verlassen.

Dann zog der weibliche Reichsarbeitsdienst in das Gebäude ein und richtete eine Ausbildungsstätte ein. Aber schon bald machte er für ein Wehrmachtslazarett Platz. Nachdem das Lazarett in Frontnähe verlegt worden war, wurde Kriegsgefangene "zur weiteren Behandlung" in die alten Klassenräume gebracht. Vermutlich wurden sie dort gefoltert. Am 26. Dezember 1944 erhielt die Hauskapelle einen Bombentreffer und wurde völlig zerstört. Das restliche Gebäude blieb weitgehend unbeschädigt.

Nach der Kapitulation kamen in dem Gebäude zunächst Obdachlose unter. Anschließend zog die in Köln ausgebombte Hosenfabrik Hoenen ein, die dort wieder ihre Produktion aufnahm. Im Jahr 1951 übernahm das Institut für Landeskunde den Gebäudekomplex, um dort Karten und Bücher zu archivieren. 1959 zog die Bundeswehr in das Gebäude ein. Bis in die 1990er Jahre wurden dort Krankenakten von Soldaten archiviert. Anschließend stand das Gebäude jahrelang leer. Derzeit (Stand: November 2012) wird es zu einer Wohnanlage umgebaut.

Die in Remagen wohnende Monika Niehaus, Geschäftsführerin der Projekt Ruhrblick GmbH Düsseldorf, hat die ehemalige Maristenschule umgebaut: Zwischen 2012 und 2016 entstanden dort auf 4400 Quadratmetern 38 Wohnungen.[2]

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Jochen Tarrach: Strenge und Güte vorgelebt - Katholische Maristenschule Remagen: Wechselvolle Geschichte eines Stadtbild prägenden Gebäudes, in: Rhein-Zeitung vom 20. November 2003
  2. Quelle: Jan Lindner: Haus Marienhöhe soll umgebaut werden – Neue Eigentümerin plant altersgerechtes Wohnen oder Pflegeheim – 465 000 Euro Kaufpreis, in: Rhein-Zeitung vom 30. September 2016