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Mineral-Schwimmbad Sinzig

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Das heute nicht mehr bestehende Mineral-Schwimmbad Sinzig war am 12. Juni 1938 in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste feierlich eingeweiht worden. Die Firma Gebrüder Baum hatte das Bad nach Plänen des Architekten Emil Brake in unmittelbarer Nähe des ebenfalls nicht mehr existierenden Kurhauses an der Kölner Straße in der Nähe der heutigen Auffahrt zur Bundesstraße 266 bauen lassen. Das Wasser für das Bad stammte aus dem Sinziger Brunnen.


Lage

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Sonstiges

Die Geschichte des Sinziger Bades beginnt mit der Entdeckung einer kalten Quelle im Jahr 1853[1] und damit vor dem Start des Kurbetriebs in Bad Neuenahr und bevor die Linke Rheinstrecke der Eisenbahn im Jahr 1858 Sinzig erreichte. 1865 wurden die Abfüllrechte an Apollinaris verkauft. Ab den 1920ern aber füllte man das Wasser in Sinzig ab.

„Die Eröffnung von „Bad Sinzig“ stand seinerzeit wohl in unmittelbarem Zusammenhang mit einem Besitzerwechsel beim Sinziger Brunnen“, vermutet Bernd Linnarz am 30. Juli 2011 in einem Artikel im General-Anzeiger. Prominenter Kurgast der ersten Stunde war der russische Dichter Iwan Turgenjew (1818-1883), wie der ehemalige Bundestagsabgeordnete Karl Deres in einem Artikel im Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler für das Jahr 1990 schrieb.

In der Konkurrenz zum finanzstarken Bad Neuenahr konnte sich Sinzig aber nicht lange behaupten. Zudem zahlte Bad Neuenahr damals eine hohe Abfindungssummme, um den Vertrieb des Sinziger Mineralwassers für 30 Jahre auszusetzen. Im Jahr 1921 übernahm Carl Baum den Sinziger Brunnen und 1927 florierte der Kurbetrieb wieder. Zumindest wurde im Dezember das Kurbad Sinzig wiedereröffnet. Im Jahr 1938 wurde dann das für 30.000 Reichsmark gebaute Mineral-Schwimmbad eröffnet. Der Eingang zu dem Bad befand sich in der Mitte eines lang gestreckten Kassen- und Kabinenhauses. Das Schwimmbecken war 30 Meter lang und 15 Meter breit und hatte eine Wassertiefe von 80 Zentimetern bis 2,50 Metern. Daneben gab es ein sieben mal acht Meter großes und 50 Zentimeter tiefes Kinderplanschbecken.

Während der Sinziger Brunnen mit dem Versandhandel florierte, kam der Kurbetrieb sowohl vor als auch nach dem Krieg nicht so richtig ins Laufen. Neben Bad Neuenahr gab es ja nun auch den Mitbewerber Bodendorf. Der Besitzer wollte das Bad deshalb bereits 1969 schließen; aber die Stadt Sinzig verhinderte die Schließung zunächst, indem sie das Schwimmbad durch einen über zehn Jahre laufenden Pachtvertrag übernahm. Der Sinziger Brunnen lieferte weiterhin Mineralwasser, um die Becken zu füllen. Nur wenn die Firmenbrunnen nicht genügend Wasser liefern konnte, wurde das Bad aus der städtischen Leitung gefüllt. Mit der Badesaison 1980, nachdem die Stadt über zehn Jahre lang Pachtzuschüsse bezahlt hatte, wurde das Bad geschlossen. Die Becken wurden verfüllt, das Badehaus im Jahr 1982/83 dem Erdboden gleichgemacht und das Gelände eingeebnet. Das ehemalige Kurhaus ist Ende der 1980er Jahre bei einer Großübung des THW gesprengt worden.

Siehe auch

Kurpark Sinzig

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Hildegard Ginzler: Das Sinziger Wasser - Auf den Spuren des flüssigen Elements, general-anzeiger-bonn.de vom 15. September 2015