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Robert Wolff

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Robert Wolff (* 28. Januar 1921 in Remscheid, † Frühjahr 2010) ist Gründer der Wolfcraft GmbH Weibern. Die Robert-Wolff-Halle Weibern trägt seinen Namen.


Vita

Robert Wolff arbeitete zehn Jahre als Werkzeugmacher, Technischer Zeichner, Konstrukteur und Feilenschmied in seinem Geburtsort, bevor er im Jahr 1949 eine eigene Firma gründete. Unter dem Namen "wolfcraft" produzierte sie ab 1961 Werkzeuge für Heimwerker. 1965 zog die Firma nach Weibern um. Im Jahr 1973 startete Wolff dort ein Mitarbeitermodell; er legte Wert auf faire Gewinnbeteiligung und kontinuierliche Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Außerdem legte er Wert darauf, dass Zahlen, Daten und Fakten des Unternehmens für die Mitarbeiter transparent sind. In der betriebseigenen Sporthalle förderte Wolff Spiel und Sport als Ausgleich zur Erwerbsarbeit.

In Kempenich lässt er ein neues Zentrallager bauen, das 1976 eingeweiht wird, 1995 verlegt er den Firmensitz in ein modernes Verwaltungsgebäude nach Kempenich. Mit den Söhnen Reinhard und Thomas Wolff übernahm im Jahr 1982 die zweite Generation die Leitung des Unternehmens. Die Weiberner Sporthalle wurde nach Robert Wolff benannt. Wolffs Verdienste um seinen Wohnort Engeln und die Gemeinde Kempenich sind mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft gewürdigt worden.[1]

Sonstiges

Gibt es ein Programm für unternehmerisch denkende Arbeitnehmer? Diese Frage wurde Robert Wolff im April 2008 von Mitgliedern des JU-Kreisverbands Ahrweiler gestellt.[2] Der Ausdruck "sozial" werde in der politischen und gesellschaftlichen heute inflationär gebraucht, sagte er. Wolff begreift dieses Wort von seinem Ursprung her: "Socius" lasse sich als "Gefährte" übersetzen - und eben diese Position wünsche er sich für seine Arbeitnehmer. "Überleben kann ein Unternehmer in unserem System zusammen mit seinen Mitarbeitern schließlich nur, wenn sie mit ihm auch gemeinsam unternehmerisch handeln und mitdenken."

In seiner eigenen Unternehmenskultur habe er schon immer Wert auf eine faire Gewinnbeteiligung sowie eine kontinuierliche Weiterbildung seiner Mitarbeiter gelegt. Um ganzheitlich leistungsfähig zu sein, seien außerdem Spiel und Sport als Ausgleich zur Erwerbsarbeit notwendig. Der finde in der betriebseigenen Sporthalle statt. Kinderbetreuung bietet Wolfcraft im betriebseigenen Kindergarten.

Die jungen Christdemokraten fragten den Firmengründer auch nach Möglichkeiten, das System der Sozialen Betriebswirtschaft im deutschen Mittelstand verbindlich zu institutionalisieren. "Das kann nur durch sinkende Steuern für Unternehmer bewirkt werden und einen Vertrauensvorschuss an die eigenen Mitarbeiter", antwortete Wolff. Eine wichtige Säule seines Konzepts sei, die Arbeitnehmer fortlaufend über den Kurs des Unternehmens zu informieren, "nur so können wir eine optimale Identifikation mit dem Unternehmen erreichen."

Mediografie

Gerd Distelrath/Werner Roth: Unternehmer Robert Wolff aus Weibern. Freiheit, Selbständigkeit und Selbstbestimmung für alle Arbeitnehmer, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1980

Fußnoten

  1. Quelle: Wolfcraft-Gründer Robert Wolff gestorben – Allseits geschätzter Unternehmer wurde 89 Jahre alt – Schon 1973 Mitarbeitermodell gestartet, in: Rhein-Zeitung vom 4. März 2010
  2. Quelle: Rhein-Zeitung v. 19. April 2008