Segelfluggruppe Wershofen e.V.

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Die Segelfluggruppe Wershofen e.V. (SFG) ist ein überregionaler Luftsportverein mit ca. 140 Mitgliedern (Stand: Dezember 2010). Sitz des Vereins ist Wershofen, wo sich der Flugplatz Wershofen als Vereinsfluggelände befindet. Sieben Segelflugzeuge, ein Motorsegler sowie eine Startwinde befinden sich in Vereinsbesitz, weitere Flugzeuge in Privatbesitz der Mitglieder. Der Verein ist Mitglied im Luftsportverband Rheinland-Pfalz sowie im Sportbund Rheinland.


Mitglieder

Von den rund 140 Mitgliedern des Vereins sind 70 aktive Flieger mit Wohnsitzen weit über die Grenzen der Verbandsgemeinde Adenau hinaus.

Sonstiges

Der Verein ist Eigentümer des Flugplatzes Wershofen, der auf einer Anhöhe zwischen Wershofen und Ohlenhard liegt und eine Länge von mehr als einem Kilometer hat. Die ein- oder zweisitzigen Flugzeuge werden mit einer dieselbetriebenen Seilwinde in die Höhe gezogen.

Seit 2009 ist der Verein erstmals auch Betreiber des Restaurants "Thermikklause" samt Außengastronomie.

Die Rhein-Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 1./2. Juli 2009:

"Vom Frühjahr bis in den Herbst ist auf dem Flugplatz außerhalb von Wershofen fast an jedem Wochenende etwas los. Ob eine Flugzeugtaufe oder ein Familientag, Schnupperkurse oder Wettbewerbe, die SFG-Mitglieder lassen sich immer wieder etwas einfallen, um für ihren Sport und ihren Verein zu werben. … Auch wenn keine Veranstaltung die Besucher auf den Platz lockt, herrscht von März bis Oktober an den Wochenenden reger Verkehr am Boden und in der Luft. Um den Flugbetrieb am Wochenende zu gewährleisten, schieben die Vereinsmitglieder regelmäßig Dienst am Flugplatz. Ein freiwilliger Helfer zum Beispiel sitzt im Tower und überwacht von oben das Geschehen, sorgt für die Kommunikation zwischen dem Bediener der Winde und den startbereiten Piloten am anderen Ende des Feldes, führt Buch über Starts und Landungen und behält den Überblick über den gesamten Flugverkehr."

Gründung und Entwicklung

Begonnen hatte alles am 15. November 1952. An diesem Tag taten sich auf Initiative von Karl Brenner sechs flugbegeisterte junge Männer zusammen, um die Segelfliegergruppe Wershofen zu gründen und sich damit ihren Herzenswunsch, die Fliegerei, zu erfüllen. Die Männer der ersten Stunde waren Otto Betzner, Karl Brenner, Alfred Müller, Herbert Müller und Erich Müller (Wershofen). Obwohl sie noch nie ein richtiges Segelflugzeug gesehen hatten, machten sie sich mit einem Wershofener Schreinermeister an die Arbeit, eines zu bauen. Im Oktober 1953 wurde das Erstlingswerk unter großer Beteiligung der Wershofener Bevölkerung getauft.

Im Juli 2009 richtete die Segelfluggruppe zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Qualifikationsmeisterschaften für die deutschen Juniorenmeisterschaften der Segelflieger aus. Jedes Jahr findet mit dem "Eifeler Regionalcup" zudem ein Wettbewerb für die Eifeler Segelflugvereine statt.

Bei 3548 Starts wurden im Jahr 2009 insgesamt 1935 Stunden mit den Vereinsflugzeugen geflogen. Die Teilnahme der Mitglieder am Online-Contest (OLC) und an der dezentralen Meisterschaft im Streckenflug (DMSt) war so hoch wie noch nie. Damit konnte 2009 auch bei diesen Wettbewerben das beste Ergebnis in der Vereinsgeschichte erzielt werden. Der längste Flug wurde wieder einmal von Robin Ermen mit 751 Streckenkilometern zurückgelegt. Er erhielt daher zum wiederholten Mal den Streckenflugpokal des Vereins. Martin van der Mühlen erhielt für die längste Strecke als Junior einen Streckenflugpokal. Als Sieger der Juniorenmeisterschaft in Wershofen kann er außerdem ein weiteres Jahr das Förderflugzeug des Landes nutzen.

Bei der Jahreshauptversammlung im Februar 2010 bestätigte die Versammlung einstimmig den Vorsitzenden Klaus Ohlenhardt und den Jugendvertreter Christopher Marjan in ihren Ämtern.

Im Jahr 2012 ging der Verein als Preisträger der Ausschreibungen von „Sterne des Sports“, „Der zukunftsfähige Sportverein“, „Familienfreundlicher Luftsportverein“ und „Wir machen's. Gemeinsam“ hervor.[1]

Im Februar 2013 wählte die Segelfluggruppe eine neue Leitung: Nach 17 Jahren (mit einer kurzen Unterbrechung) an der Spitze des Vereins gab Klaus Ohlenhardt den Vorsitz an den zu dieser Zeit 34-jährigen Christian Grau ab. Christopher Marjan wurde als Jugendleiter wiedergewählt. Im Jahr 2012 wurde die Segelfluggruppe bei fünf Vereinswettbewerben prämiert. Darüber hinaus meldeten sich 31 Vereinspiloten mit 169 Flügen und insgesamt 33.866 Flugkilometern bei der Dezentralen Streckenflugmeisterschaft an. Im Online-Contest, einem Internetwertungsportal, reichten 34 Piloten 203 Flüge mit 43.474 Kilometern ein. Die meisten Streckenflüge absolvierte Gerd Krautwig, die größte Strecke flog Robin Ermen (1027 Kilometer). Martin van der Mühlen wurde Vereinsmeister der Junioren. Robin Ermen wurde zum wiederholten Male Vereinsmeister. Der SFG-Pokal, ein Förderpreis für Nachwuchspiloten, ging an Arnold Backes. Den von Werner Richling gestifteten Holzpokal konnte Marco Weingartz entgegennehmen. Bei den Senioren siegte Norbert Reuter. Mit 3892 Starts vom Flugplatz Wershofen wurde ein neuer Rekord erreicht.[2]

Der Vorsitzende Christian Grau eröffnete die Flugbetriebsversammlung im März 2013 in der Flugplatzgaststätte "Thermikklause" mit der Nachricht, dass die SFG zum dritten Mal erfolgreich beim Vereinswettbewerb „Der zukunftsfähige Sportverein“ abgeschnitten hat und Platz zwei errang. Zum achten Mal hatten Sportbund Rheinland und RWE diesen Wettbewerb ausgeschrieben, diesmal unter dem Motto „Mitarbeit im Sportverein“. Anliegen des Vereinswettbewerbs ist, eine neue Qualität ehrenamtlicher Mitarbeit zu fördern. Die Vereine waren aufgefordert worden, ihre Konzepte zur Einbindung möglichst vieler Mitglieder in die ehrenamtliche Mitarbeit vorzustellen. Die SFG Wershofen bewarb sich mit einem Konzept, das den Segenflugsport für jedermann bezahlbar macht. Durch ein System obligatorischer Arbeitsstunden, Flugbetriebsdienste und Fliegen könne jeder das Seine dazu beitragen, diesen Sport für alle Vereinsmitglieder erlebbar zu machen. 125 Sportvereine hatten sich mit ihren Konzepten beworben – neuer Rekord in der Geschichte des Wettbewerbes. In der Laacher-See-Halle Mendig wurden die Sieger ausgezeichnet. Für die Bewertung mit dem zweiten Platz in der Kategorie 1 (Vereine bis 300 Mitglieder) erhielten die Segelflieger ein Preisgeld in Höhe von 600 Euro. Im Jahr zuvor erzielte die SFG Wershofen den dritten Platz, 2006 ging der Verein als Sieger hervor. Anschließend besprachen die Mitglieder zu erledigende Arbeiten und Dienstpläne.[3]

Im März 2014 trafen sich die Mitglieder der Segelfluggruppe im Dorfgemeinschaftshaus Wershofen zur Jahreshauptversammlung. Der Vorsitzende Christian Grau blickte auf das Jahr 2013 zurück, in dem hervorragende Flugbetriebszahlen ohne Unfälle sowie ein Anstieg der Mitgliederzahl auf 166 erreicht worden seien. Elf Flugschüler absolvierten 2013 ihren ersten Alleinflug. Neben den turnusgemäßen Wartungsarbeiten bekam die Winde ein neues Fahrgestell und wurde grundlegend überarbeitet. Der Platz vor der Hängerhalle wurde ebenso wie eine Fahrspur zum Hallenvorplatz gepflastert. Die Vorbereitungen für das Flugplatzfest am 6./7. September seien bereits angelaufen und und die ersten Teilnehmer hätten sich bereits angemeldet. Uwe Bodenheim, neun Jahre lang zweiter Vorsitzender des Vereins, gab sein Amt an Christopher Marjan ab, der bis dahin das Amt des Jugendleiters innehatte. Als neuen Jugendleiter wurde Marcel Glienke gewählt. Geschäftsführerin Natalie Hölscher wurde für drei Jahre in ihrem Amt bestätigt. Der seit vielen Jahren von Eva Schmitz-Ulrich gestiftete Jugendpokal ging an Tessa Stefan. Felix Kattein, Robin Ermen, Klara Phiesel und Peter Linden erhielten für 15-jährige Mitgliedschaft je eine bronzene Urkunde, Klaus Ohlenhardt konnte auf 40 Jahre Segelfliegen in Wershofen zurückblicken; dafür wurde er mit einer goldenen Urkunde ausgezeichnet. Um in der Saison die Streckenflugmöglichkeiten zu optimieren, wurde eine Kooperation mit den Segelfliegern im Kreis vereinbart: Infos zu Wetter und Flugstrecken sowie „Wetterwarnungen“ bei guten Streckenflugmöglichkeiten werden über einen Verteiler bekannt gegeben.[4]

Bis zur Jahreshauptversammlung im März 2017 im Landgasthaus Pfahl stieg die Zahl der Vereinsmitglieder einschließlich Familien- und Fördermitgliedern auf 184. Dank einer Fotovoltaikanlage konnte der Verein eine Rücklage für notwendige Sanierungen bilden. Natalie Hölscher kandidierte aus familiären Gründen nicht erneut für das Amt der Geschäftsführerin; Sabine Müller wurde zu ihrer Nachfolgerin gewählt. Christopher Marjan wurde als Zweiter Vorsitzender bestätigt. Anette, Julia und Amelie Weidler wurden für 15-jährige Mitgliedschaft geehrt, Fabian Müller für 25 und Ralf Müller für 40 Jahre. Jan Bodenheim, Werner Richling und Rainer Schneck wurden vom Luftsportverband Rheinland-Pfalz mit der bronzenen Ehrennadel für besondere Verdienste ausgezeichnet. Mit 3804 Starts vom Flugplatz Wershofen aus wurde die Segelflugstartzahl des Jahres 2015 um 264 überschritten. Sabine Müller gewann mit 134 Starts den Preis für die meisten Segelflugstarts, gefolgt von ihrem 14-jährigen Sohn Florian Müller mit 109 und Stefan Kohl mit 101 Starts. Christopher Marjan stellte die Statistiken zum Sportbericht vor. 2016 wurden bei der dezentralen Meisterschaft (DMSt) von 26 Piloten 149 Flüge mit insgesamt 27.843 Flugkilometern angemeldet. Wetterbedingt ging sowohl die Anzahl der Piloten als auch der Flüge und der geflogenen Kilometer deutlich zurück. Bei der Vereinswertung landete die Segelfluggruppe bundesweit auf Platz 130 von 620, in Rheinland-Pfalz auf Platz 12 von 30. Vereinsmeister wurde bei den Junioren Tessa Stefan (757 Punkte), bei den Senioren Gerd Krautwig (1916 Punkte). Den SFG-Pokal „Talent des Jahres“ erhielt Norbert Peter (778 Punkte). Den „Holz-Cup“ für die drei besten Flüge mit Oldtimer-Flugzeugen in Holz-Gemischtbauweise und Startplatz Wershofen erhielten Junior Jan Bischoff (79 Punkte) und Senior Marc Theisen (459 Punkte). Sechs Schüler absolvierten 2016 ihren ersten Alleinflug. Dorothee Adenacker und Lucca Swindt erhielten ihre Pilotenlizenzen, Matthias Richling die Lizenz zum Fliegen von Touren-Motorseglern. Fünf Mitglieder beendeten die Ausbildung zu Windenfahrern. Mit vier neuen Jugendlichen vergrößerte sich die Jugendgruppe auf 30 Mitglieder, 17 davon waren aktiv. Weil Jan Bischoff sein Amt als Jugendleiter aus beruflichen Gründen niedergelegte hatte, wählte die Jugendgruppe Niclas Schäfer zu seinem Nachfolger. Er wurde von der Mitgliederversammlung bestätigt. Wenn der Flugbetrieb Anfang April startet, werden Mitglieder und Gäste von Peter und Angie Dickhoff als neue Gaststätten-Pächter bewirtet.[5]

Mitglieder der zu dieser Zeit 170 Mitglieder zählenden Segelfluggruppe Wershofen sanierten 2017 im Rahmen eines Lehrgangs den Lach eines 1966 gebautes Segelflugzeugs vom Typ ASK13 (kurz: K13), das erste Exemplar dieser Baureihe. Das Flugzeug, seine Spannweite beträgt 16,25 Meter, stammt vom Segelflughersteller Alexander Schleicher in Poppenhausen auf der Wasserkuppe. Entworfen wurde es von dem 1922 in Waldsachsen geborenen Segelflugzeugkonstrukteur Rudolf Kaiser. Die Wershofener Segelflieger hatten die K13 angeschafft, weil die Mitgliedszahlen im Jahrzehnt zuvor sprunghaft angestiegen waren. Deshalb musste ein weiterer Schulungsflieger her. Die K13 ist auch deshalb für Schulungszwecke geeignet, weil sie Trudelübungen zulässt. Erworben hatte der Verein das Flugzeug für 10.000 Euro in Sylt, von wo es im 2005 per Flugzeugschlepp in die Eifel transportiert worden war. Der zu dieser Zeit 57-jährige Bad Neuenahrer Werkzeugmacher Norbert Mülligann, seit drei Jahren Vereinsmitglied, steckte mehr als 300 Arbeitsstunden in die Restaurierung, seine Frau Heike weitere 150. Um die Arbeiten sachgerecht durchführen zu können, besuchte Mülligann beim rheinland-pfälzischen Luftsportverband in Bad Sobernheim einen Lehrgang und erwarb das Zertifikat zum Zellenwart. Fachleute vom Denkmalschutz aus Mainz und von der Unteren Denkmalbehörde in Bad Neuenahr-Ahrweiler hatten im Sommer 2017 Interesse bekundet, das Flugzeug in die Denkmalliste aufzunehmen – ein bis dahin einmaliger Vorgang in der rheinland-pfälzischen Luftfahrtgeschichte.[6]

Siehe auch

Mediografie

Heinz Zimmermann: Glück des Fliegens am Himmel der Eifel. Aus der Geschichte der Wershofener Segelfliegergruppe, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1969

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 2. Januar 2013
  2. Quelle: Ohlenhardt hört auf - Segelfluggruppe unter neuer Leitung, in: Rhein-Zeitung vom 14. Februar 2013
  3. Quelle: Rhein-Zeitung vom 22. März 2013
  4. Quelle: Segelflieger sind heiß auf die neue Saison - Mitglieder der SFG Wershofen trafen sich zur Jahreshauptversammlung – Änderungen im Vorstand, in: Rhein-Zeitung vom 18. März 2014
  5. Quelle: Rhein-Zeitung vom 28. März 2017
  6. Quelle: Die K13 erhebt sich wieder in die Lüfte – Altehrwürdiges Fluggerät ist nach aufwendiger Restaurierung wahres Glanzstück geworden, in: Rhein-Zeitung vom 18. August 2017, siehe auch: Christoph Lüttgen: Fliegerfreunde restaurieren ein Segelflugzeug – Altes Schätzchen in Wershofen wieder flott gemacht, general-anzeiger-bonn.de vom 20. August 2017