Ärztenetz Kreis Ahrweiler e. V.

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Die ehemalige Bereitschaftsienst-Zentrale des Ärztenetzes am Krankenhaus "Maria Hilf" Bad Neuenahr

Haus- und Fachärzte aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, der Gemeinde Grafschaft und der Verbandsgemeinde Altenahr schlossen sich im Jahr 2004 zusammen und gründeten das Ärztenetz-Mittelahr, das im März 2019 einstimmig in Ärztenetz Kreis Ahrweiler umbenannt wurde. Ziel des Netzwerk ist es, Kommunikation und Kooperation der Mitglieder untereinander zu fördern und die vorhandenen Strukturen zur ambulanten und stationären medizinischen Versorgung besser zu nutzen und die Patientenversorgung zu optimieren. Ein weiteres Ziel ist die Sicherstellung des Bereitschafts- und Notfalldienstes.


Kontakt

E-Mail info@aerztenetzmittelahr.de

Mitgliederzahl

Im März 2012 besteht das Netzwerk aus 85 Ärzten sowie dem Krankenhaus "Maria Hilf" Bad Neuenahr und der Dr. von Ehrenwall’schen Klinik.

Gründung und Entwicklung

Das Ärztenetz Mittelahr wurde im Jahr 2003 gegründet. Im Jahr 2005 wurde am Krankenhaus "Maria Hilf" Bad Neuenahr eine Bereitschaftsdienstzentrale Mittelahr (BDZ) eröffnet. Sie bot der Bevölkerung auch außerhalb der Praxiszeiten eine medizinische Versorgung bieten, da die Patienten immer eine gleich bleibende Anlaufstelle zu festen Zeiten haben. Im Jahr darauf übernahm diese Zentrale in Zusammenarbeit mit den Ärzten der Orte am Rhein auch die Versorgung des Gebietes von Remagen bis Rolandseck.

In seiner Jahreshauptversammlung im März 2012 im Neuenahrer Brauhaus stellte das Ärztenetz die Weichen für ein Großprojekt: In einem bundesweiten Pilotprojekt wir, zusammen mit der Marienhaus GmbH Waldbreitbach, die Online-Vernetzung von Arztpraxen und Kliniken mit Einführung der Elektronischen Fallakte (EFA) gestartet. Bei den Vorstandswahlen blieb bis auf einen Beisitzer-Wechsel alles gleich. Vorsitzender blieb Michael Berbig (Ahrweiler), Stellvertreter Dorothea Pick (Holzweiler) und Michael Masanneck (Bad Neuenahr), Kassierer Wolfgang Maschmeyer (Ahrweiler), Schriftführer Stefan Assmann (Bad Neuenahr), Beisitzer Carl Meinke (Bad Neuenahr), Andreas Reuther (Ringen), Michael Dapprich (Bad Neuenahr), Gabriele Sinß (Altenahr) und Johannes Neff (Bad Neuenahr).[1]

Zum 1. April 2013 ging die Trägerschaft der Bereitschaftsdienstzentrale Bad Neuenahr-Ahrweiler auf die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) über und zog von einer Baracke auf dem Krankenhaus-Gelände in neue Räumlichkeiten der ehemaligen Ambulanz des Krankenhauses "Maria Hilf" Bad Neuenahr um.[2]

AW-Landrat Dr. Jürgen Pföhler zeichnete das Ärztenetz im Mai 2017 mit der Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler aus. Dr. Michael Berbig nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen. „Eine gut erreichbare ambulante und stationäre medizinische Versorgung ist für alle Generationen von besonderer Bedeutung“, lobte Pföhler bei einer Feierstunde im Kreishaus. 120 Ärzte gehören dem Netzwerk zu dieser Zeit an, außerdem das Gefäßzentrum Dr. Bauer, die Dr. von Ehrenwall’sche Klinik und das Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler.[3]

Bei der Vorstandswahl im März 2018 – das Ärztenetz hat zu dieser Zeit 134 Mitglieder – wurde Dr. Michael Berbig erneut einstimmig in seinem Amt bestätigt. Stellvertreter wurden Dr. Johannes Neff und Dr. Kerstin Gardlo, Schriftführer Dr. Uwe Peters und Schatzmeister Dr. Mostafa Rafat. Als Mitstreiter der ersten Stunde wurden die langjährigen Vorstandsmitglieder Dr. Carl Meinke, Dr. Dorothea Pick und Prof. Dr. Michael Masanneck ausgezeichnet.[4]

Bei der Jahreshauptversammlung des zu dieser Zeit aus 152 Ärztinnen und Ärzten bestehenden Vereins im März 2019 wurde beschlossen, dass das bisherige Ärztenetz Mittelahr künftig unter der Bezeichnung „Ärztenetz Kreis Ahrweiler“ firmiert. „In den letzten Jahren hat sich die Notwendigkeit gezeigt, das Gebiet des Ärztenetzes-Mittelahr auf das ganze Kreisgebiet auszuweiten“, begründet der Vorsitzende Michael Berbig. Zuvor war die Kreisärzteschaft Ahrweiler einstimmig aufgelöst worden. Die vorhandenen Doppelstrukturen wie die Kreisärzteschaft und andere Ärztenetze im Kreis hätten sich sich, so Berbig weiter, als nicht mehr effektiv und sinnvoll erwiesen. Ein Verein mit eigener Satzung und Beitragsordnung könne im Kreis die Ärzte-Interessen deutlich besser vertreten und effektiver durchsetzen. Das Ärztenetz sei auch bereit, Aufgaben der früheren Kreisärzteschaft – falls von der Kammer gewollt – zu übernehmen. Primär verstehe sich das Ärztenetz weiter als regionale Interessenvertretung der Ärzteschaft im Kreis Ahrweiler. Zudem seien die selbstständigen und angestellten Ärzte alle gleichberechtigte Mitglieder und der Verein berechtigt, zur Umsetzung von Vereinszielen eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eine Genossenschaft zu gründen. „Im Vordergrund wird in den nächsten Jahren weiter das Thema ‚Sicherstellung‘ stehen“, sagte Berbig. Bis 2022/23 müsse in Rheinland-Pfalz fast die Hälfte aller Ärzte aus Altersgründen ersetzt werden. Derzeit fänden im Land nur noch ein Viertel der niedergelassenen Ärzte einen Praxisnachfolger. „Im Kreis Ahrweiler ist die Situation im Vergleich zu anderen Regionen noch zufriedenstellend, aber die Probleme kommen und wachsen. Daher sollte die Ärzteschaft jede Chance nutzen, um junge Ärzte oder auch schon Medizinstudenten in unsere Region zu bekommen.“ Die Ernennung des Marienhaus-Klinikums zum Lehrkrankenhaus der Uni Aachen könne helfen, junge angehende Ärzte in den Kreis zu lotsen. Berbig forderte seine Kollegen auf, auf die jüngere Generation positiv zuzugehen. Wenn etwa die kommende Ärztegeneration vermehrt im Angestelltenverhältnis arbeiten wolle, liegt es an der derzeit tätigen Ärztegeneration, dies möglich zu machen. In seinem Geschäftsbericht erinnerte der Vorsitzende daran, dass in Zusammenarbeit mit der Marienhausholding der Zuschlag und Förderbescheid des Innovationsfonds für das Projekt „Hausarzt und Pflegeexperte Hand in Hand – ANP Center zur Zukunftssicherung der medizinischen Basisversorgung in der Region“ zugestellt worden sei. In diesem Projekt sollen Hausärzte und Pflegeexperten Hand in Hand zur Zukunftssicherung der medizinischen Basisversorgung im ländlichen Raum zusammenarbeiten. Kern der Idee ist die Delegation ärztlicher Tätigkeiten an einen Pflegeexperten, der nur auf Überweisung durch, in Delegation von und in enger Abstimmung mit dem Hausarzt agiert. Derzeit liefen die Planungen. Ab Oktober 2019 sollen die ersten Patienten rekrutiert werden.[5]

Siehe auch

Ärztenetz Rhein-Ahr e.V.

Mediografie

  • 83666 ist die neue Hotline zur Hilfe – Ärztenetz präsentierte gestern sein erstes Kind: Bereitschaftsdienstzentrale startet im Januar am Krankenhaus, in: Rhein-Zeitung vom 9. Dezember 2004
  • Projekt „HandinHand“ zählt schon 150 Patienten, in: Rhein-Zeitung vom 14. August 2020

Weblink

http://www.aerztenetz-mittelahr.de

Fußnoten

  1. Quelle: General-Anzeiger vom 21. März 2012
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 3. April 2013
  3. Quelle: Gabi Geller: Ehrenplakette des Kreises für Ärzte, Zünfte und Imker – Feierstunde im Kreishaus würdigt gesellschaftliches Engagement, in: Rhein-Zeitung vom 19. Mai 2017
  4. Quelle: Rhein-Zeitung vom 16. März 2018
  5. Quelle: Sicherstellung der ärztlichen Versorgung steht im Vordergrund – Ärztenetz-Mittelahr weitet sich aus und firmiert künftig unter der Bezeichnung Ärztenetz Kreis Ahrweiler, in: General-Anzeiger vom 16. März 2019