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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Dieter Klaus Klein

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Dieter Klaus Klein (* ca.1943, † 31. Juli 1992 in Bad Breisig) war obdachlos. In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August 1992 wird er in Niederbreisig von rechtsextremen Skinheads – einer ist Hilfsarbeiter aus Sinzig, der andere Azubi aus Bad Breisig – ermordet. Der Mord wird in mehreren Statistiken als einer von mehr als 140 Todesopfern rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung Deutschlands geführt.


Erinnerung im Kurpark Bad Breisig

Der Tatort

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Die Ermordung

Am Abend des 31. Juli 1992 zogen die beiden 17-jährigen rechtsextremen Skinheads Patrick B. und Stefan H. durch den Kurpark Bad Breisig. Durch „Sieg Heil“-Rufe weckten sie den auf der Brunnenmauer schlafenden Dieter Klaus Klein, der die Neonazis daraufhin zur Rede stellen wollte. Diese traten ihn zuerst zusammen und erstachen ihn daraufhin mit einem Kampfmesser.

Die beiden Täter wurden 1993 zu acht Jahren und drei Monaten bzw. sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Bei beiden traf das Jugendstrafrecht und sie wurden auch beide frühzeitig entlassen. Regionale Antifaschisten berichteten, dass zumindest einer der beiden Täter auch nach der Haftstrafe noch für die NPD aktiv als Wahlkampfhelfer mitgewirkt hat.

Chronik

In Bad Breisig erinnert bis heute nichts an den Gewaltakt; eine Mahntafel wurde am Tatort nicht angebracht. Mitglieder der Antifa Ahrweiler versuchten im Jahr 2010 offenbar, darauf aufmerksam zu machen. Mit Hilfe einer Gedenktafel und mehrerer Transparente sowie durch rote Grablichter wollten sie den Mord in das Gedächtnis der lokalen Bevölkerung zurückrufen. Marion Morassi, Direktkandidatin der Linken im Bundestagswahlkreis Ahrweiler-Mayen bei der Bundestagswahl 2017 forderte die Stadt Bad Breisig anlässlich des 25. Jahrestages der Ermordung von Dieter Klaus Klein im Juli 2017 auf, eine Gedenk- und Mahntafel an der Mordstelle anzubringen.[1]

Aktivisten und Kommunalpolitiker der Linken stellten am 31. Juli 2017 im Kurpark einen Gedenkstein samt Tafel zur Erinnerung an Dieter Klaus Klein auf – ohne Genehmigung und Absprache mit der Stadt Bad Breisig. Die Stadt ließ beides unverzüglich entfernen. Außerdem teilte sie mit, dass der Stadtrat Bad Breisig zwei Jahre zuvor entschieden habe, nach Abschluss der Arbeiten im Kurpark eine Stele zur Erinnerung an sämtliche Opfer des Nationalsozialismus vor, während des Zweiten Weltkriegs und danach in der Quellenstadt aufzustellen.[2]

Die Bundesregierung erkenne Klein bis heute nicht als Opfer rechter Gewalt an – ebenso wie viele andere Opfer. Das sagte die Journalistin Heike Kleffner bei einem Vortrag im November 2017 im Hotel „Rheinischer Hof“ Bad Breisig. In Koblenz und Hachenburg seien 2014 Gedenksteine aufgestellt worden – für einen Kurden und einen Antifaschisten, die beide von Neonazis ermordet worden sind. Kleffner stellte den Mord an Dieter Klaus Klein in den Kontext der Stimmung in den frühen 1990er-Jahren. Gewaltverbrechen von Neonazis an Flüchtlingen, Gastarbeitern, Migranten, Linken und Wohnungslosen seien in dieser Zeit „fast an der Tagesordnung“ gewesen, berichtete die Rhein-Zeitung (RZ) von dem Vortragsabend, „die Taten von Rostock-Lichtenhagen, Solingen, Hoyerswerda und Mölln haben sich als deutsche Schande eingebrannt.“ Kleffner sagte: „Die Täter hielten mit ihrem Hass nicht hinterm Berg. Für viele war die SS ein Vorbild. Sie fühlten sich als politische Soldaten gegen den vermeintlichen Multikulti-Wahn.“ Sie seien von gesellschaftlichem Rückhalt ausgegangen. Auch deshalb, „weil die Strafverfolgungsbehörden bei einigen Gewaltakten wie in Rostock gar nicht oder erst nach Tagen eingriffen“, wie es im Veranstaltungsbericht von RZ-Redakteur Jan Lindner hieß. Die Täter seien in den frühen 1990er Jahren durch mangelnde Strafverfolgung zu Gewalttaten ermutigt worden: „Die Generation Pogrom war der Ansicht, dass sie schwerste Straftaten begehen konnte, ohne bestraft zu werden“, so Kleffner.[3]

Mediografie

Quellen

Fußnoten

  1. Quelle: Die Linke erinnert an Neonaziopfer – Obdachloser vor 25 Jahren getötet, in: Rhein-Zeitung vom 22. Juli 2017
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom ... 2017
  3. Quelle: Jan Lindner: Als Dieter Klaus Klein im Kurpark ermordet wurde – Noch kein Gedenkstein in Bad Breisig, in: Rhein-Zeitung vom 15. November 2017