Felix Rütten

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Felix Rütten-Büste in der Trinkhalle im Kurpark Bad Neuenahr.
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Felix Rütten (* 1865, † 29. November 1930), von 1893 bis 1930 als Nachfolger von August Lenné Kurdirektor in Bad Neuenahr, „schuf das moderne Weltbad Neuenahr“, heißt es auf dem Straßenschild der nach ihm benannten Felix-Rütten-Straße. Felix Rüttens Sohn Ernst übernahm nach dem Tod des Vaters die Aufgaben des Kurdirektors und führte sie bis 1937 fort.


Vita

Jochen Tarrach schreibt in der Rhein-Zeitung vom 14. Juli 2011:

Als dritter Kurdirektor Bad Neuenahrs hatte ... Felix Rütten nach Georg Kreuzberg und August Lenné ... entscheidende Impulse für die Entwicklung des Kurbades gegeben. Unter seiner Leitung entwickelte sich Neuenahr zu einem „Bad allerersten Ranges“. Rütten erlebte in besonders drastischer Weise die Höhen und Tiefen des jungen Kurbades. Auf der einen Seite gab es die glanzvolle Kaiserzeit mit der prachtvollen Entwicklung des Bades und den eleganten Gästen aus gehobenen Adelskreisen. Herausragend dabei: Es entstanden die großen, noch heute ortsbildprägenden Bauten, wie zum Beispiel das am 4. Juni 1905 nach zweijähriger Bauzeit festlich eröffnete Kurhaus mit seinem prächtigen Barocksaal. Auf der anderen Seite standen der Erste Weltkrieg und die nachfolgenden Notzeiten mit ihren politischen Wirren. 1918 begannen bittere Jahre auch für Felix Rütten. Zu Beginn des Jahres hatte eine Hochwasserkatastrophe die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Die Hauptstraßen von Neuenahr standen gänzlich unter Wasser. In den warmen Sommermonaten traf eine schlimme Grippeepidemie die Menschen. Zu all diesen Sorgen kamen in den folgenden Jahren die immer größer werdende Lebensmittelnot und die Folgen des Krieges. In fast allen Hotels, sie gehörten jetzt zum Reservelazarett 2, waren hauptsächlich die durch die schrecklichen Gasangriffe an der Westfront verwundeten deutschen Soldaten und alliierten Kriegsgefangenen untergebracht. Die Ernährungslage machte große Sorge, verstärkt auch dadurch, dass am 26. September 1918 immerhin noch 10.967 Tagesgäste in der Stadt gezählt wurden. Am 9. November 1918 sah auch der Kaiser ein, dass der Krieg verloren ist, und trat zurück. Die von den Schlachtfeldern im Westen zurückkehrenden Soldaten nahmen zum größten Teil den Weg durch das Ahrtal.

In dem Band Die Straßen von Neuenahr der Geschichtsfreunde Bad Neuenahr heißt es zu Felix Rütten:

Auf seine Initiative hin wurden gebaut: 1898 das Thermal-Badehaus, 1899 der Ostflügel des Kurhotels, 1901 die Landgrafenbrücke, 1902 die Lindenstraße, 1903 die Königsstraße, 1904 die Beethovenstraße, 1905 das Kurtheater und das Kurhaus, 1906 der Willibrordussprudel, 1913 der Westbau des Kurhotels mit Kolonnaden und nach dem Ersten Weltkrieg und der Inflation in 1927 der Lenné-Park.

Felix Rütten wurde auf dem Friedhof Bad Neuenahr beigesetzt; sein Grab ist jedoch inzwischen eingeebnet worden. Mit der Einebnung sei „rücksichtslos ein Stück der Neuenahrer Identität plattgemacht worden“, sagte der ehemalige Schuldirektor Hubert Rieck gegenüber der Rhein-Zeitung. Rütten habe „immer sehr viel Wert darauf gelegt, den Kindern in der Schule die Heimatgeschichte und damit die Verbindung zum Heimatort näherzubringen.“[1]

Würdigungen

Rütten gab „vor dem Ersten Weltkrieg die entscheidenden Impulse zur Entwicklung des Kurbades und führte die Aktiengesellschaft ... durch die schweren Jahre des Weltkrieges und die folgende Weltwirtschaftskrise.“ Neben dem Brunnenerbohrer Georg Kreuzberg seien es August Lenné und Felix Rütten gewesen, die „von 1863 bis 1930 den Kurs der Aktiengesellschaft bestimmten und damit entscheidend am Aufstieg und schließlich zum Weltruhm des Kurbades beitrugen. Eng verbunden damit war auch das Wohl und Wehe der Bürger in den drei einstmals mehr als ärmlichen Dörfern Beul, Wadenheim und Hemmessen, die sich dann zu Bad Neuenahr zusammenschlossen und nicht für möglich gehaltenen Wohlstand erreichten. Nahezu alles, auf dem noch heute der Ruf von Bad Neuenahr basiert, wurde unter ihrer Leitung geschaffen.“[2]

Siehe auch

Villa Rütten (Bad Neuenahr)

Weiteres Foto

Fußnoten