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Kreissparkasse Ahrweiler

Kurpark Bad Neuenahr

Aus AW-Wiki
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Kurpark-Eingang an der Kurgartenstraße
Kurpark Bad Neuenahr HGR.jpg
Während der schönsten Zeit des Jahres.
Großer Sprudel (vorne), Wandelgang (links) und Lesesaal (rechts)
Im Juni 2015 wurde im Kräutergarten des Kurparks die Skulptur „Maifliege“ aufgestellt.
Kurpark Bad Neuenahr 31.jpg
Kolorierte historische Ansichtskarte.
Bad Neuenahr - Heinz Grates (216).jpg
Kolorierte Ansichtskarte vom Kurpark mit Konzertmuschel.
Alte Ansichtskarte vom Kurpark Bad Neuenahr mit Springbrunnen, Wandelgang, der damals neuen Trinkhalle und - rechts hinten - dem Kurhotel Bad Neuenahr.
Kurpark Bad Neuenahr 6.jpg
"Das Ohr des Dionysos" im Kurpark wurde von Friedhelm Pankowski im Jahr 2002 im Rahmen eines Bildhauer-Symposions geschaffen.
Die Konzerthalle im Kurpark wurde einst im Bauhausstil erbaut.
Zur Ehren von Carolin Selbeck, der Dame der Rose 2011/12 von Bad Neuenahr, wurde im Mai 2012 in der Ehrenrosengalerie im Kurpark eine Rose gepflanzt - mit Kurdirektor Gerd Zimmermann (rechts) und Oliver Piel (links) vom Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V..
am Eingang zum Kurpark-Café
Bad Neuenahr - Heinz Grates (164).jpg
tropische Vegetation in der Trinkhalle des Kurparks
Die aus Trachyt gefertigte Willibrordus-Säule im Kurpark wurde gestiftet. Sie ist einer der wenigen steinernen Zeugnisse aus der Zeit vor der Bad-Werdung

Der 4,2 Hektar große Kurpark in Bad Neuenahr soll das Herzstück der Landesgartenschau Rheinland-Pfalz im Jahr 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler bilden. Bis dahin soll er modernisiert und aufgewertet werden. Als der erste von heute insgesamt sechs Parks in Bad Neuenahr geht er auf die Zeit der Gründung und Einweihung des Heilbades im Jahr 1858 zurück. Weil zu einem Heilbad auch ein Park gehörte, wurde er zunächst „Kurgarten“ und später, nachdem die Bäume eine gewisse Höhe erreicht hatten, „Kurpark“ genannt.[1] Heute bildet der 4,5 Hektar große Park als Teil der Kuranlagen von Bad Neuenahr das Herzstück der Badestadt. In dem Park befinden sich eine Boule-Anlage, eine Konzerthalle, ein Wandelgang, ein Lesesaal, ein Café, eine Kneipp-Anlage und eine historische Wandelhalle sowie eine Ehrenrosengalerie. In dem Park, der zum Erholen und Verweilen einladen, aber auch als Treff-, Kommunikations- und Veranstaltungsort dienen soll, befinden sich schließlich der Große Sprudel und der Willibrordus-Sprudel.


Lage

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Trinkhalle

Die Trinkhalle im Bad Neuenahrer Kurpark wurde im Jahr 1858 zunächst als Holzkonstruktion gebaut. Die 1934 im Bauhausstil erbaute Konzerthalle bietet Platz für 800 Gäste und verfügt über eine Konzertmuschel, die nach außen gedreht werden kann.

Eigentümerin

Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler

Ehrenrosengalerie

Auf Initiative des damaligen Kurdirektors Rainer Mertel wurde 1996 im Kurpark eine Ehrenrosengalerie angelegt. Persönlichkeiten, die dem Heilbad eng verbunden sind, sollten dort mit einer Rose geehrt werden. Zu den Geehrten gehören unter anderem der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, Gabriele Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn und Karl Kardinal Lehmann mit Rosen geehrt. Die zweite Ehrenrose wurde Carl-Alexander von der Groeben gewidmet, dem ehemaligen Vorstandsmitglied der Kur-AG. Im Mai 2011 wurde Rainer Mertel mit einer Rose geehrt. Auf dem entsprechenden Schild heißt es: „Gepflanzt im Andenken an Rainer Mertel, Ministerialrat a. D., der sich als Kurdirektor und Alleinvorstand der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr von 1996 bis 2009 mit großem Engagement für das Heilbad eingesetzt hat.“

Chronik

Die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr erzeugte früher am Mühlenteich im Kurpark mit Hilfe einer Turbine Strom. Im Kurpark gab es auch einen Kinderspielplatz.

Das Anlegen des Parks fällt mit Gründung und Einweihung des Heilbades Neuenahr im Jahr 1858 zusammen. Der Verwaltungsrat des Heilbades mit Georg Kreuzberg an der Spitze setzte sich aus einflussreichen Mitgliedern des preußischen Adels und rheinischen Geldadels zusammen, so zum Beispiel dem Grafen von Fürstenberg-Stammheim zu Stammheim und dem Freiherrn Walpott von Bassenheim-Bornheim. Ihnen war es nicht nur geglückt, Kronprinzessin Augusta von Preußen für die Quellenweihe, sondern mit dem „preußischen Generaldirektor aller Königlichen Gärten“, Peter Josef Lenné, den preußischen Gartenkünstler und Landschaftsarchitekten zu gewinnen.

Die Pläne des Generaldirektors sämtlicher königlicher Gärten erwiesen sich aber als zu kompliziert und kostspielig für den noch jungen Badeort an der Ahr. Der Verwaltungsrat ließ die Entwürfe deshalb nur in stark vereinfachter Form umsetzen. Alles andere als selbstverständlich war auch, dass er den Kurpark nicht rund um die bei Heppingen erbohrte Apollinaris-Quelle, sondern im damaligen Dorf Beul anlegen ließ, wo Kreuzberg kurz zuvor eine weitere Quelle entdeckt hatte.

Joseph Steinbach schrieb im Jahr 1881 in seinem „Führer durch das Ahrtal“:

Die Trinkhalle liegt ungefähr 113 Meter vom Kurhause entfernt im Kurgarten, wo die beiden erstgebohrten Brunnen in reichstem Maße sprudeln. Prachtvolle Alleen nebst überdachten Spaziergängen, die mit lieblichen Blumenbeeten bekränzt sind, umschließen das Ganze. Eine gut besetzte Kurkapelle trägt zur Aufheiterung der Gemüthsstimmung bei.

Zur Umgestaltung und Erweiterung des Kurparkes mit seinen baulichen Liegenschaften wurde in den 1920er Jahren ein Wettbewerb ausgelobt. Den gewann Hermann Weiser, ein dem Bauhaus nahestehender Architekt aus Essen, der für eine sachliche, streng symmetrische Architektur in Beton und Glas stand. In Salzburg geboren, gehörte Weiser zur Meisterklasse von Peter Behrens in Wien. Weisers Entwurf stammt auf dem Jahr 1927. Zu dem von ihm entworfenen Ensemble gehören die große Trinkhalle mit drehbarer Orchestermuschel, die kleine Trinkhalle, der Wandelgang mit Läden entlang der Kurgartenstraße und die Kolonnaden. In den Jahren 1934 und 1936/38 wurde Weisers Entwurf umgesetzt. Weiser entwarf auch Wohnungsanlagen für die Klöckner-Werke.[2]

Von den Bäumen, mit denen der Park unsprünglich bepflanzt wurde, ist kein einziger mehr erhalten, wusste Kurdirektor Rainer Mertel. Die US-amerikanischen Besatzer ließen im Ersten Weltkrieg längere Zeit ihre Maulesel im Park grasen. „Der Urin dieser Tiere war wohl Gift für die Bäume, wenig später gingen sie nämlich ein.“

Schon bald aber sei der Park neu bepflanzt worden. Heute findet sich im Park eine vielfältige Pflanzenwelt: mehr als 600 unterschiedliche Laub- und Nadelbäume, Sträucher, Stauden und Wasserpflanzen gibt es dort; hinzu kommen ein Rosen- und ein Kräutergarten. Der Kräutergarten, in dem mehr als 50 Arten gedeihen, ist nach den Theorien der mittelalterlichen Mystikerin Hildegard von Bingen bepflanzt worden. Beete und Bäume werden in Trockenperioden mit Ahrwasser aus dem Mühlengraben bewässert, der durch den Park fließt.

In einem Beet gedeihen Ehrenrosen, die zur Erinnerung an Frauen und Männer gepflanzt wurden, die sich um die Badestadt verdient gemacht haben. Früher zog die Aktiengesellschaft Stiefmütterchen und Primeln, Geranien und Petunien in eigenen Gewächshäusern an.[3]

Im Jahr 2012 verkaufte die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr den Kurpark samt Konzerthalle, Großem Sprudel und Kolonnaden an die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Im Januar 2013 ließ die Stadt im Kurpark, insbesondere am Ahrufer, 30 bis 40 Bäume fällen. Landschaftsarchitekt Martin Jung, zuständiger Abteilungsleiter in der Stadtverwaltung, rechtfertigte die Fällaktion bei einem Ortstermin mit Bürgern. Angesichts des pflegerischen Zustandes etlicher Bäume bestehe Handlungsbedarf, sagte er, die Kur AG hätte 30 bis 40 Jahre nichts an den Bäumen getan. Dominik Schmitz, Sprecher der Kur AG, widersprach prompt: Im Mai 2012 seien die Bäume begutachtet und als gesund befunden worden. Jung sagte daraufhin, die Bäüume seien weniger unter dem Aspekt der Verkehrssicherung denn aus gestalterischen Gründen gefällt worden. Aus städtischer Sicht war der Kurpark vorher viel zu versteckt. Ziel der Fällaktion sei deshalb ein Öffnen des Kurparks zum Ahrufer hin gewesen. „Es ging uns maßgeblich um die Optik“, betonte er. Die Rhein-Zeitung gab den Standpunkt einer Bürgerin wieder:

Der Park verliere an Individualität, bedauerte dagegen eine Teilnehmerin des Ortstermins. Bisher habe er für Ruhe und Abgeschiedenheit gestanden. Jetzt sei er eine offene, von allen Seiten einsehbare Fläche, nirgendwo mehr ein Gefühl der Geborgenheit. Eben das, wofür sie als ältere Person nach Bad Neuenahr gezogen sei. Und mit den Büschen am Ahrufer sei auch Lebensraum für Tiere verloren gegangen.[4]

Seit 1. Januar 2013 ist die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler Eigentümerin des Parks. Am 4. Februar 2013 stimmte der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler einstimmig der „Vermarktung von Teilflächen der städtischen Kurparkliegenschaften mit Option für die Folgenutzung der heutigen Stadtbibliothek“ zu. Dabei geht es um eine Fläche von 1,5 Hektar Größe, auf der derzeit die Kolonnaden, Konzerthalle, Trinkhalle und Kurparkcafé stehen. Einbezogen werden kann, nicht muss, die Stadtbibliothek. Ferienwohnungen können entstehen, Wohnungen hingegen nicht; denn die Nutzung des Kurparks soll nicht eingeschränkt werden. Es soll einen Realisierungswettbewerb der Investoren und keinen Architektenwettbewerb geben. Der General-Anzeiger berichtete am 6. Februar 2013:

„Exponiert und einmalig“ nannte Bad Neuenahrs Ortsvorsteher Heinz-Dieter Brand die Lage und appellierte, bei dem Projekt an „allergrößte Vorsicht und Sorgfalt“. Brand: „Denn einmal gebaut, haben wir für Generationen damit zu leben. Ein finanzieller Ruin mit halbfertigem Baukörper oder leerstehenden Räumen wäre für das Bad der Super-Gau und eine einmalige Gelegenheit wäre endgültig vertan.“ Ins Spiel brachte der CDU-Mann auch sogenannte Retroarchitektur, „die sich optisch bewusst an Altes oder in der Nähe Vorhandenes anlehnt, um beides zu einem Ensemble zusammenwachsen zu lassen. SPD-Frontfrau Elisabeth Graff begrüßte die Form der Vermarktung, drängte jedoch auf ständige Information zum Werdegang. Für Wolfgang Schlagwein hat bei dem Projekt der Klimaschutz höchste Priorität, denn das Heilbad solle ein „Schaufenster für den Klimaschutz werden“. Und: „Die Liegenschaft ist zu sensibel, um sie jemandem zu vergeben, der sich einfach nur auf den richtigen Schoß gesetzt hat.“

Der Deutsche Heilbäderverband verlieh dem Kurpark Bad Neuenahr im Juli 2015 das Gütesiegel „Park im Kurort“. Damit zählt der Park zu den 14 schönsten Parkanlagen in einem Kurort deutschlandweit. Voraussetzung für die Zertifizierung waren zahlreiche Kriterien. Der Kurpark unterstütze die Wirkung der natürlichen Heilmittel und mache sie intensiv erlebbar. Zum anderen zeichne er sich durch gärtnerische Vielfalt im Wandel der Jahreszeiten aus, etwa durch einen reichhaltigen Baumbestand, üppige Blumenrabatten, Themengärten und landschaftsarchitektonische Vielfalt. Darüber hinaus sei er barrierefrei angelegt, in die Infrastruktur des Kurortes eingebunden und biete eine Bühne für Kunst und Kultur. Damit seien sämtliche Kriterien erfüllt, hieß es. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Investitionen in die Pflege und Aufwertung des Kurparks sowie unser Engagement für ein vielfältiges Kultur- und Konzertprogramm mit diesem Gütesiegel Früchte tragen“, sagte Detlev Koch, Erster Beigeordneter der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.[5]

Eine aus Bronze und Glas bestehende Bronzeskulptur „Maifliege“ mit einer Flügelspannweite von 1,40 Metern und einem Gewicht von 150 Kilogramm stiftete die in Bad Neuenahr-Ahrweiler lebende Ungarin Magdolna Hinkelmann für den Kurpark. Im Juni 2015 wurde sie auf einem Sockel im Kräutergarten des Kurparks aufgestellt.[6] Die „Theißfliege“ ist in der Nähe des Flusses Theiß an der Grenze zu Ungarn zuhause. Dort bildet sie jährlich im Juni riesige Insektenschwärme. Wegen ihrer kurzen Lebenszeit von wenigen Stunden ist die Fliege ein Symbol, das an die Vergänglichkeit des Lebens auf der Erde erinnert und dazu ermuntert, die glücklichen Momente des Lebens zu genießen. Am 1. Mai 2016 stellte die Stifterin die „Theißblüte“ ihrer Familie und Mitgliedern des Stadtrates vor. Das bronzene Insekt ist ein Werk des ungarischen Bildhauers Dudas Sandor. Eine weitere „Theißblüte“ des Künstlers befindet sich im Kurpark von Bad Kanjiza im nördlichen Teil Serbiens nahe der ungarischen Grenze. Die Rhein-Zeitung berichtete:

Als Hinkelmann bewusst wurde, wie sich durch die Verbindung der beiden Kuranlagen von Banja Kanjiza und Bad Neuenahr ihr eigener Lebensbogen schloss, beauftragte die nunmehr 85-Jährige spontan den Künstler mit der Herstellung einer weiteren Plastik. Ihre Schenkung versteht Magdolna Hinkelmann als Ausdruck ihrer Verbundenheit mit ihrer Wahlheimat an der Ahr.[7]

Stehen die Bauten im Kurpark von Bad Neuenahr – also Konzert- und Trinkhalle, Lesesaal und Kolonnaden – unter Denkmalschutz oder nicht? Dieser Frage ging die Rhein-Zeitung (RZ) in ihrer Ausgabe vom 10. September 2016 nach. Die Antworten auf diese Frage seien verwirrend. Axel Hausberg, Ortskurator der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, habe von der Generaldirektion Kulturelles Erbe die Mitteilung erhalten, dass diese Gebäude in der Denkmalliste verzeichnet seien. Auf RZ-Anfrage bestätigte die Generaldirektion, der Kurpark samt Anlagen und Bauten bilde eine Denkmalzone und genieße Substanzschutz. Mit einer von der unteren Denkmalbehörde bei der Kreisverwaltung Ahrweiler erteilten denkmalrechtlichen Genehmigung sei es jedoch möglich, dort Änderungen vorzunehmen. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler hingegen gehe davon aus, „dass den Kolonnaden, der dahinter befindlichen Konzerthalle (mit Ausnahme der Orchestermuschel) sowie Trinkhalle und dem jetzigen Lesesaal kein Denkmalwert zukommt“, zitiert die Rhein-Zeitung. Die Generaldirektion habe erklärt, dass es sich um Teile einer Denkmalzone, nicht aber um Einzeldenkmäler handele. Für bauliche Veränderungen oder einen Abriss und Neubau liege eine denkmalrechtliche Zustimmung vor, antwortete das Rathaus auf Anfrage der RZ Die Generaldirektion sei frühzeitig in das Vorhaben eingebunden worden, hieß es weiter aus dem Rathaus. Im März 2013 habe es einen ersten Gesprächstermin mit einem Vertreter dieser Behörde gegeben. Im März 2015 habe man einen Konsens gefunden, „der unter Federführung der unteren Denkmalschutzbehörde die Möglichkeit von Veränderungen erlaubt“, berichtete die RZ.[8]

Die bauliche Gesamtanlage mit Kurpark (Kurgartenstraße), Kurhaus (Felix-Rütten-Straße ohne Nummer), ehemaligem Kurhotel (Kurgartenstraße 1) und Thermal-Badehaus (neben Kurgartenstraße 1) sowie Kurpark besteht aus:[9]

  • englische Parkanlage, Entwurf und erste Arbeiten von Peter Joseph Lenné 1856–1863, Abschluss durch August Lenné 1863–1873; auf die Entwürfe gehen die Partien um die Alleen, der westliche Bereich an der Ahr bis zum Ende der Allee, der westliche Annex und weitere kleinere Flächen im Westen zurück; zugehörig ein Abschnitt einer gusseisernen Wandelhalle, um 1908, Rest der ersten Kuranlage
  • Kuranlagen: an der Kurgartenstraße Kuranlagen in Formen des Bauhauses nach Entwurf von Hermann Weiser, 1927, ausgeführt 1934 und 1936–1938, bestehend aus großer Konzert- bzw. Trinkhalle mit drehbarer Orchestermuschel, kleiner Trinkhalle, Wandelhalle mit Läden entlang der Kurgartenstraße, Kolonnaden, darin integriert neue Brunnenhalle, 1957
  • Kurhotel: repräsentativer Hotelkomplex; erhalten: der westliche neubarocke Erweiterungsbau von 1903/04 und der Ostbau, 1913/14, nach Plänen von Carl Moritz, viergeschossiger Putzbau mit Mansarddach und hohem Mittelturm
  • Thermal-Badehaus, 1898/99 von Emil Schreiterer und Bernhard Below, Köln, mit klassizierendem Säulenportikus

Für die 5. Landesgartenschau Rheinland-Pfalz 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler sind Investitionen in nahezu sämtliche Parks und Grünflächen der Kreisstadt geplant – 3,4 Millionen Euro in den Kaiser-Wilhelm-Park Bad Neuenahr, 2,8 Millionen in den Lenné-Park Bad Neuenahr, 4,3 Millionen Euro in den Kurpark und in den Dahliengarten.[10]

Die Interessengemeinschaft "Unsere lebenswerte Stadt" Bad Neuenahr-Ahrweiler setzt sich dafür ein, dass das Gebäudeensemble im und am Kurpark im Zuge der von der Stadt geplanten Neugestaltung des Areals erhalten bleibt. Insbesondere die Konzerthalle gelte es vor dem Abriss zu bewahren. Die Initiative sieht zwar die Notwendigkeit einer Modernisierung der baulichen Anlagen im Kurpark. Die aber müsse „mit Fingerspitzengefühl und unter Wahrung der einst von Architekt Hermann Weiser erbrachten planerischen Leistung“ geschehen, wie der General-Anzeiger (GA) berichtete. Im GA hieß es weiter:

Weiser hatte 1927 im Rahmen eines Wettbewerbs seine Entwürfe eingereicht und war zum Zuge gekommen. 289 Architekten hatten sich immerhin an der Ausschreibung beteiligt. Die Jury entschied sich seinerzeit für seine Pläne, die jedoch erst 1933/34 mit dem Bau der Konzerthalle und 1938 mit dem Bau der Kolonnaden zur Umsetzung kamen. Allerdings wich die Gestaltung erheblich von Weisers Plänen ab. Grund: Die NS-Behörden standen den Gestaltungsvorstellungen Weisers eher skeptisch gegenüber. Vom 1927 prämierten Plan blieb also nicht allzu viel übrig …[11]

Der Kurpark solle das Herz der Landesgartenschau 2022 werden, berichtete der General-Anzeiger (GA) im September 2017. Darin sei sich die Politik in der Kreisstadt einig. Das Gesicht des Kurparks solle jedoch bis zur Laga verändert werden. Dazu werde die Stadt im Herbst 2017 einen Realisierungswettbewerb ausschreiben. „Gefragt sind aber nicht einfach schöne Pläne, sondern realistische Vorstellungen, die sich für 3,386 Millionen Euro netto umsetzen lassen“, schrieb GA-Redakteur Günther Schmitt. Ziel sei dabei, „eine langfristig tragfähige Sanierung der Parkanlage zu erreichen, wobei die Landesgartenschau als temporäre Veranstaltung mit dem für den Kurpark in der Bewerbung formulierten Thema Heilende Gärten zusätzlich nachvollziehbar umzusetzen ist“, schreibt Schmitt. Der Kurpark solle künftig noch mehr Möglichkeiten zur Erholung, Therapie und Prävention in naturnaher Umgebung bieten. Entscheidend sei, „dass die prägenden Kurparkstrukturen nicht verloren gehen, sondern als Potenzial erkannt und ausgebaut werden.“ Eine Rückbesinnung auf die historische Verbindung des formalen mit dem landschaftlichen Teil des Parks sowie ein Dreiklang von Wasser, Naturerleben und Musik sollen dabei das Gerüst für die vorgesehenen Anpassungen bilden. Im Zuge einer Grundlagenermittlung soll dabei die historische Entwicklung des Kurparks seit dem 19. Jahrhundert von der Grundplanung von Peter Joseph Lenné über architektonische Maßnahmen von der Gründerzeit über die 1920er und 1930er Jahre unter dem Essener Architekten Hermann Weiser bis in die Gegenwart aufgearbeitet werden. Hinzu sollen Bestandsaufnahmen von Pflanzen- und Tierwelt sowie der Infrastruktur von Wegen bis Wasserläufen und -flächen kommen. Die Wettbewerbsteilnehmer sollen als Grundlage auch Einblick in die Bebauungsplanentwürfe für Kurgarten- und Oberstraße erhalten. Für die Kurpark-Randbebauung soll es einen weiteren Wettbewerb geben.[12]

Der Weg zum Abriss ist jetzt frei

Nach mehrjährigem Abstimmungsprozess mit den Denkmalbehörden von Land und Kreis ist seit Januar 2018 der Weg frei für eine bauliche Neugestaltung der Kurpark-Liegenschaften: „Die beantragte denkmalrechtliche Genehmigung zum Abbruch der Kurparkliegenschaften liegt uns nunmehr vor“, teilte Detlev Koch, Beigeordneter der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, am 15. Januar 2018 der Presse mit. Damit sei die Rechtsmeinung der Stadt bestätigt worden, so Koch weiter, „wir befinden uns in einer Denkmalzone, aber hinsichtlich der Hochbauten im Kurpark kommt ausschließlich der Orchestermuschel ein Denkmalwert zu.“ Damit könne nun die Vorbereitung der Abbrucharbeiten beginnen. Die Orchestermuschel sei für die Stadt immer sakrosankt gewesen, ihr Erhalt habe nie in Frage gestanden. Sie sei Herzstück sowohl der jetzigen als auch der künftigen Konzerthalle. Das im Jahr 2013 schon einmal initiierte Interessenbekundungsverfahren könne nun wieder aufgenommen werden, berichteten Rhein-Zeitung (RZ) und General-Anzeiger (GA) tags darauf. Die Suche nach geeigneten Bebauungsvorschlägen sowie Investoren war damals, unmittelbar nachdem die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler den Kurpark samt darauf stehender Gebäude von der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr erworben hatte, eingeleitet worden. Wegen unklarer Rechtslage zur Denkmaleigenschaft der Kurparkliegenschaften musste das Verfahren jedoch ausgesetzt werden. Im Februar 2018 wurden sich die Gremien der Stadt nun mit der Einleitung eines neuen Interessenbekundungsverfahrens befassen. Ziel dieses Verfahrens sei „die öffentliche und transparente Abfrage des Marktes, ob und inwiefern private Marktteilnehmer Interesse an einer Realisierung der städtischen Vorstellungen für die neuen Kurparkliegenschaften haben“, hieß es im GA. Die in Bürgerinformationsveranstaltungen vorgestellte Studie des Büros Unger Architekten Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie der in Aufstellung befindliche Bebauungsplan sollen dabei einen Orientierungsrahmen bilden. Falls sich kein Investor für die Liegenschaften findet oder falls die angebotenen Bebauungskonzepte oder Rahmenbedingungen nicht die Zustimmung der städtischen Gremien finden, behalte sich die Stadt die Realisierung der Kurpark-Liegenschaften in Eigenregie vor.[13]

Weitere Bilder

Weitere Parks in Bad Neuenahr

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Jochen Tarrach: Noch zeitgemäß? Wie die Parks zu ihren Namen kamen, rhein-zeitung.de vom 10. Oktober 2017
  2. Quellen: Victor Francke: Innenstadtgestaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler: Grüne wollen offene Wettbewerbe für Architekten, general-anzeiger-bonn.de vom 30. August 2016, und Rhein-Zeitung vom 10. September 2016
  3. Quelle: Rhein-Zeitung vom 18. September 2009
  4. Quelle: Frieder Bluhm: Kurpark soll sich zur Stadt hin öffnen - Verwaltung rechtfertigt Baumfällungen – Weitere Stämme sind im Weg, in: Rhein-Zeitung vom 25. Januar 2013
  5. Quelle: Rhein-Zeitung vom 8. Juli 2015
  6. Quelle: Künstlerin Magdolna Hinkelmann stiftete Bronze-Skulptur – „Maifliege“ verschönert Kurpark, blick-aktuell.de vom 22. Juni 2015
  7. Quelle: Rhein-Zeitung vom 2. Mai 2016
  8. Quelle: Beate Au: Trinkhalle steht noch auf der Denkmalliste – Widersprüchliche Antworten zum Schutzstatus sorgen für Verwirrung, in: Rhein-Zeitung vom 10. September 2016
  9. Quelle: Wikipedia: Liste der Kulturdenkmäler in Bad Neuenahr-Ahrweiler – Denkmalzonen
  10. Quelle: Victor Francke: Landesgartenschau in Bad Neuenahr-Ahrweiler: „Wir alle sind Laga 2022“, general-anzeiger-bonn.de vom 22. September 2016
  11. Quelle: Victor Francke: Kurpark Bad Neuenahr: Bürger wehren sich gegen Abriss, general-anzeiger-bonn.de vom 11. Februar 2017
  12. Quelle: Günther Schmitt: Planungen in Bad Neuenahr: Kurpark wird fit für die Landesgartenschau gemacht, general-anzeiger-bonn.de vom 20. September 2017
  13. Quellen: Denkmalschutz sagt Ja zu Abriss im Kurpark – Jetzt geht es los: Stadt kann nun mit der Suche nach Investoren beginnen, in: Rhein-Zeitung vom 16. Januar 2018, und Günther Schmitt: Genehmigung zum Abriss der Gebäude – Bad Neuenahrer Konzertmuschel muss bleiben, general-anzeiger-bonn.de vom 16. Januar 2018