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Kreissparkasse Ahrweiler

Kurhotel Bad Neuenahr

Aus AW-Wiki
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Kurhotel Neuenahr.jpg
Die Lobby
Der Empfang
In der Hotelbar
Alte Ansichtskarte vom Kurhotel Bad Neuenahr.
Luftaufnahme.
Alte Ansichtskarte.
Blick über die Terrasse des Kurhauses Bad Neuenahr über den heute nicht mehr stehenden Musikpavillon auf den Ostflügel des Kurhotels.
Die Skulptur "Archetyp" (1995) von Bernhard Müller-Feyen vor dem Kurhotel.
Dieser Stahlstich zeigt das Kurhaus in der Anfgangszeit des Kurbades Neuenahr.

Das 224 Komfortzimmer und Suiten zählende Steigenberger-Hotel Bad Neuenahr ist seit Jahrzehnten – zunächst bis 2025 – von der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr als Eigentümerin an die Steigenberger-Hotelgruppe verpachtet. Die Empfangshalle befindet direkt unter dem dominierenden Wasserturm, der auch als Wahrzeichen der Stadt gelten kann. Die Kreisstadt verdankt dem Hotel 65.000 Übernachtungen und eine Million Euro Fremdenverkehrsabgabe jährlich (Stand: Juli 2012).[1]


Anschrift und Standort

Kurgartenstraße 1

53474 Bad Neuenahr

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Kontakt

  • Telefon 02641 941-0
  • Fax 02641 941-410

Leitung

Direktor: Denis Hüttig (ab 1. Juli 2012), Vorgänger: Michael Hattenhauer (19 Jahre lang bis Juni 2012)

stellvertretender Direktor: Verena Zlomke (ab Mai 2010), Vorgänger: Patrick Pfeffer

Chefkoch: Markus Winnen, Vorgänger: Max Maier (1920-1959)

Mitarbeiterzahl

Im Mai 2010 sind in dem Hotel 120 Mitarbeiter aus 16 Nationen beschäftigt.

Bau und Bauentwicklung

Das erste Kurhaus wurden in den Jahren 1858/59 zunächst als Haus im englischen Tudor-Stil mit gotisierenden Elementen von Baumeisters Röhricht nach modifizierten Plänen des Baumeisters Busch erbaut – zunächst noch ohne Ost- und Westflügel. Dieses Haus nannte sich noch noch bescheiden „Gasthof im Bade Neuenahr“. Johannes Brahms gab in diesem Gebäude anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Heilbades im Jahr 1868 ein Klavierkonzert.

Im Jahr 1870 ist dieses Gebäude nach Westen hin erweitert worden.

In den Jahren 1898/99 wurde der Ostflügel des Hotels gebaut – mit charakteristischem Doppelwalmturm, barocker Fassade mit Jugendstilelementen (heute Kursanatorium). Architekten waren Bernhard Below und Emil Schreiterer aus Köln, die zeitgleich auch das Thermalbadehaus. Der Ostteil ist baulich mit dem Thermalbadehaus verbunden.

Im Winter 1913/14 wurde das Ensemble durch den Westbau mit seinem prägenden Turm nach den Plänen des Kölner Baumeisters Carl Moritz komplettiert. Hier handelt es sich um einen Baustil-Mix aus Neorenaissance und Klassizismus. Beim Bau des Turms mit seinem polygonalen (vieleckigen), fünffach gestuften Helm gab es allerdings Probleme: Die Konstruktion war gerade aufgesetzt worden, da ist sie von einem Sturm in die Tiefe gerissen worden. Der Gelsdorfer Zimmermann Carl Josef Ockenfels erinnerte sich später:

Der Meister Mick hier aus Neuenahr hatte den Auftrag bekommen, das Holzwerk des Turmes zu errichten. Er hat am Morgen das Balkenwerk angefahren, die Balken hochgezogen und oben angefangen, das Gebälk aufzuschlagen. Am Abend stand das Turmgerüst, war aber noch nicht mit dem Mauerwerk verankert. Da ist in der Nacht ein so starker Sturm aufgekommen, dass er das ganze Balkenwerk wieder herunter geblasen hat. Am Morgen war die ganze Bescherung zu sehen. Der Wind hatte alles verweht, und die Balken lagen zum Teil zersplittert am Boden. Da stand der Meister Mick vor den Trümmern und weinte. Er konnte seinen beschädigten Kram wieder aufladen und noch einmal von vorne beginnen. Von seiner Meisterarbeit waren nur noch Teile zu gebrauchen, aber die gerissenen und gesplitterten Balken konnte er nicht mehr verwenden. Er hatte den Wind nicht mit einkalkuliert. Das Kurhaus ist über den Winter gebaut worden, da war Druck hinter. Im September wurde angefangen, und am 1. Mai ist mit allem Pomp eröffnet worden. Da bedienten Beduinen in Seidenkleidern. Das war ein Pomp, herrlich anzusehen ...

Unterhalb der hölzernen Turmhaube befindet sich eine begehbare Plattform, die rund um den Turm läuft und die einen schönen Blick über Bad Neuenahr bietet. Ein Lift fährt von der Empfangshalle des Hotels, die sich in den unteren Etagen des Turms befindet, bis auf die Höhe der Plattform. In den heute leerstehenden kleinen Zimmern dort oben wohnte früher das Hotelpersonal. Zur Turmspitze gelangt man über Stiegen und Leitern. Ganz an der Spitze weht eine Fahne. Auch von dort aus bietet sich ein Blick über die Stadt. Früher, bevor es in Bad Neuenahr eine kommunale Wasserversorgung gab, befand sich in der Turmhaube ein großer Wassertank, der für einen konstanten Druck im System der Wasserleitungen des Hotels sorgte.[2]

Am 1. Mai 1914 wurden der Westflügel und der Turm, der sich rasch zum Wahrzeichen der Kurstadt entwickelte, pompös eröffnet. „Es war herrlich anzusehen, da bedienten sogar Beduinen in Seidenkleidern“, berichtete ein Zeitzeuge.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Hotel beschlagnahmt und von der 15. US-Armee als Hauptquartier genutzt. Nur wenig später, am 10. Juli 1945 wechselten die Besatzer: Die Amerikaner zogen ab und die Franzosen zogen in das Kurhotel ein. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Entscheidung für Bonn als Sitz der Bundesregierung blühte das Kurhotel wenige Jahre später wieder in altem Glanz auf.[3]

Der Westflügel ist letztmals in den Jahren 1961/62 grundlegend saniert worden – mit einem Aufwand von mehr als einer Million Mark. Im April 1962 brach im Dachstuhl ein Feuer aus. Hohe Flammen schlugen aus dem Dach, und über der Stadt standen dichte Rauchwolken. Die Betten waren gerade für die ersten Kurgäste, die wenige Tage später einziehen sollten, bezogen worden, berichtet die Neuenahrer Chronik vom 6. April 1962. Aber die Brandspuren waren bereits nach wenigen Wochen beseitigt.

Der 1858/59 erbaute Mittelteil, der Ost- und Westflügel miteinander verbindet, wurde 1965 nicht mehr den Anforderungen gerecht und deshalb „durch ein Gebäude mit neuer Sachlichkeit und modernstem Komfort“ ersetzt. Die Pläne dazu stammen von dem Schmohl. Für diesen Mittelteil mussten die alten Teile aus 1858 und 1870 weichen.

Bis 1967 wurde das Haus von der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr mit verschiedenen Pächtern geführt; dann wurde es von der Steigenberger-Hotelkette übernommen, die es bis heute betreibt.

2,8 Millionen Euro wolle die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr in die Sanierung des Kurhotels investieren, meldete die Rhein-Zeitung im Januar 2009. Steigenberger als Pächter des Kurhotels wolle ebenfalls investieren; die Gesamtsumme liege deshalb wesentlich darüber. Innerhalb dieser Zeit sollen die 225 Zimmer des Hotels neu ausgestattet werden. Im ersten Bauabschnitt würden ab Januar 2009 die 87 Zimmer des Westbaus erneuert – von der Elektroinstallation bis hin zu den Bädern. Die Zimmer würden „in zeitloser Schönheit ohne Prunk und Überheblichkeit“ eingerichtet, sagte Kurdirektor Rainer Mertel der Rhein-Zeitung. Der Hotelbetrieb laufe während der Renovierung weiter. Der Westbau solle im Frühjahr 2009 fertig sein. Anschließend werde in weiteren Bauabschnitten innnerhalb von drei bis vier Jahren das gesamte Hotel erneuert.

2009 wurden die 87 Zimmer des Westflügels für drei Millionen Euro saniert. Am 4. Juli bis Mitte September 2011 sollte die Sanierung des Hotel-Entrees beginnen. Kur AG und Steigenberger Hotels AG wollen in diese Maßnahme eine Million Euro investieren. Die auf 2,80 Meter Höhe hängenden Decken-Abhänungen sollen entfernt werden, so dass wieder eine Raumhöhe von fünf Metern entsteht. Nach der Sanierung sollen wieder die originalen Kassettendecken mit Stuckrosetten sichtbar sein. Das ovale Stahl-Glas-Dach zum Innenhof mit aufwendigen Stuckverzierungen wird aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht freigelegt. Vier Säulen, ein italienischer Kronleuchter und ein runder Teppich sollen das Zentrum der Halle bilden. Die Rezeption wird um einen Arbeitsplatz für einen Ahr-Resort-Mitarbeiter ergänzt, so dass dort auch die Angebote des Thermalbadehauses und der Ahr-Thermen offeriert werden können. Als weiterer Schwerpunkt der Halle, die schwarz-weiß gefliest werden soll, ist ein Kamin geplant. Auch in der benachbarten Bar wird die Stuckdecke komplett freigelegt. Der General-Anzeiger berichtete am 22. Juni 2011:

Der Architekt möchte dem Hotel in Anlehnung an den Barocksaal das zurückgeben, was ihm genommen wurde. "Hier, wo die Geschichte des Heilbades begonnen hat, da soll die schönste Bar zwischen Köln und Koblenz entstehen", schwärmt Hattenhauer. Für die "gute Stube Bad Neuenahrs als gesellschaftlicher Treff" wird nun ein Name gesucht.[4]

Im Jahr 2012 sollen die 45 Zimmer des Mitteltrakts zum Kursanatorium hin für rund zwei Millionen Euro saniert werden.

Die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr wolle in den nächsten Jahren in ihre Immobilien rund um das Kurhotel modernisieren, verriet AG-Vorstand Christoph Reinicke im September 2014 der Rhein-Zeitung. Der Westbau des Hotels entlang der Kurgartenstraße werde noch im Jahr 2014 außen neu gestrichen. Und der Turm über dem Haupteingang werde illuminiert. 200.000 Euro sollen in dieses Vorhaben fließen. Weitere sieben Millionen Euro wollen die Aktiengesellschaft und die Steigenberger Hotelgruppe gemeinsam in den beiden nächsten Jahren in die Sanierung des Hotel-Ostbaues investieren. Dabei würden 68 Zimmer und das hauseigene Schwimmbad erneuert und auf die Telemedizin als neues Konzept der AG ausgerichtet.[5]

Weitere Bilder

Mediografie

Kurhotel trotzte den Stürmen der Zeit - Von 18 auf 224 Gästezimmer angewachsen - Panne bei Bau der Turmhaube, in: Rhein-Zeitung vom 10. Januar 2008 (Reihe "Geschichten aus dem Kurbad")

Weblink

Steigenberger-Hotel Bad Neuenahr

Fußnoten

  1. Quellen: Rhein-Zeitung vom 19. Juli 2012 u.a.
  2. Quelle: Sturm wehte Turmgerüst herunter – Der Bau des Turmes im Winter 1913/14 gestaltete sich turbulent, in: Rhein-Zeitung vom 2. Januar 2017
  3. Quelle: Jochen Tarrach: Kurhotel trotzt allen Stürmen der Zeit – Luxusabsteige oft im Mittelpunkt des Geschehens in der Kurstadt, in: Rhein-Zeitung vom 10. Mai 2017
  4. Quelle: Marion Monreal: Bad Neuenahr: Kur fürs Steigenberger Kurhotel, general-anzeiger-bonn.de vom 22. Juni 2011
  5. Quelle: Jochen Tarrach: Aktiengesellschaft hat hochfliegende Pläne - Wohnmobilparkplatz auf Parkdeck, Dependancen für Villa Sibilla und Investitionen in Steigenberger Hotel, in: Rhein-Zeitung vom 10. September 2014