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Heinz Gemein

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Heinz Gemein († 16. Januar 2010 im Alter von 72 Jahren) war Initiator und Gründungsvorsitzender der Interessengemeinschaft "Niere" Rhein - Ahr - Eifel e.V.. Bei der Jahreshauptversammlung am 23. Februar 1997 im ehemaligen Restaurant Oberbillig in Bad Bodendorf wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Selbsthilfegruppe ernannt.


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Vita

Mit neun Jahren erkrankte Heinz Gemein an Lungentuberkulose. Er verlor dadurch schon mit zwölf Jahren beide Hüftgelenke. Zehn Jahre lang war er fast dauernd im Krankenhaus. Kaum 22 Jahre alt, musste seine rechte Niere und fünf Jahre später seine linke Niere entfernt werden, so dass er seit 1964 dreimal wöchentlich an die Dialyse kam.

Bevor er aktiv wurde bei der Karnevalsgesellschaft „Närrische Landskroner Heimersheim“ , spielte er Theater bei der Kolpingsfamilie in Heimersheim, nebenbei begleitete er 16 Jahre lang als Hans-Muff den Nikolaus in Heimersheim. 1956 trat Gemein der Karnevalsgesellschaft "Närrische Landskroner" Heimersheim 1950 e.V.. Der Höhepunkt bei den Närrischen Landskronern war seine Zeit als Prinz Heinz II. mit seinem Bruder Paul als Adjutant in der Session 1969/70. Fast 40 Jahre lang stand er auf vielen karnevalistischen Bühnen dieser Region und teils darüber hinaus.

Vierzig Jahre war er Mitglied des Senates der KG Heimersheim. Über dreißig Jahre stand er mit seinen Freunden Kurt Stumm (2000 verstorben) und Paul Weller auf den Bühnen ihrer näheren und weiten Heimat als die legendären Parodisten, „Die Heimesche Schmalzsänger“. Sie waren mit Heinz Gemein als Ulknudel einer der Höhepunkte jeder Karnevalssitzung und mancher Familienfeier. Besonders viel Erfolg hatten seine Auftritte in den 1970er Jahren als Imitator des Kölner Schnell-Stotter-Redners Kurt Lauterbach.

Mit großem Engagement war er mit dabei, als es galt die Interessengemeinschaft Künstliche Niere Rheinland-Pfalz Nord e.V. zu gründen. Fünfzehn Jahre lang führte er den Vorsitz und war der „Kümmerer“. Er besuchte die Dialysepatienten regelmäßig persönlich und half ihnen bei der Bewältigung sozialer Probleme, er munterte sie auf, unterstützte sie bei der Zusammenarbeit mit Krankenkassen und Ärzten und bei der Vermittlung von Feriendialyseplätzen. Er organisierte für die Betroffenen jedes Jahr eine Karnevalssitzung mit. Heinz Gemein war Ansprech- und Vertrauenspartner für die Erkrankten, so lange er es selbst gesundheitlich konnte. Bei all seinem ehrenamtlichen Einsatz stand seine Ehefrau Brigitte ihm tatkräftig zur Seite. So wurden Heinz und Brigitte Gemein am 1.Dezember 1989 von dem damaligen Ministerpräsidenten Dr. Carl-Ludwig Wagner in Mainz für ihre verdienstvolle Arbeit in der Selbsthilfeorganisation IG Künstliche Niere mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Am 18.Mai 1999 erhielt Heinz Gemein von Landrat Joachim Weiler die Ehrenplakette des Landkreises Ahrweiler.

Der aus Heimersheim stammende Heinz Gemein arbeitete als Zivilangestellter bei der Bundeswehr in Bad Neuenahr. 1978 kauften er und seine Frau das Haus Siebenmorgen im Bad Bodendorfer Ellig. Brigitte und Heinz Gemein wurden in dem Badeort rasch heimisch und brachten sich ins Dorfleben ein. Heinz Gemein wurde Mitglied im Spielmannszug "Blau-Weiß" Bad Bodendorf e.V., im Männergesangverein "Eintracht" Bad Bodendorf 1919 e.V. und in der Freiwilligen Feuerwehr Bad Bodendorf.

Nach seiner aktiven Zeit in Heimersheim wurde er nochmals in seinem Wohnort Bad Bodendorf bei den Sitzungen des Spielmannzuges Blau-Weiß aktiv. Hier behält man ihn als „Altbierfässchen“ im Zwiegespräch mit „Schnullebömbchen“ (Silvia Fuchs) sowie seinen urkomischen Auftritten mit Luci Felber und vielen anderen Bodendorfer Karnevalstypen in Erinnerung.

Mit dem Spielmannszug rief er die "Gemeinschaftssitzung" ins Leben, die in jedem Jahr in der Karnevalszeit in der Winzergaststätte veranstaltet wird und zu der insbesondere auch die Bad Bodendorfer Senioren und die Mitglieder des Behindertenkreises "St. Sebastianus" eingeladen sind.

Im Jahr 2002 zog das Ehepaar Gemein vorübergehend nach Namedy, kehrte aber bald wieder nach Bad Bodendorf zurück.

Würdigungen

Manfred Kolling schrieb in einem Nachruf auf Heinz Gemein:

  • "Obwohl er selbst vom Schicksal hart getroffen wurde, waren der Karneval und anderen Menschen Spaß und Freude zu machen und ihnen zu helfen, seine Lebensziele."
  • "Die schweren Nackenschläge konnten seine Lebensfreude und sein ständiges Bestreben, anderen Menschen das Leben lebenswerter zu machen, ihnen Freude zu schenken und zu helfen , nicht bremsen."
  • "Er war ein Humorist par Excellence. Für ihn dauerte die närrische Zeit ein ganzes Jahr. Er lebte einfach dafür, Freude verbreiten zu können. Dies gelang ihm immer wieder, ob bei großen Saalveranstaltungen oder bei Festen im Freundes- und Bekanntenkreis, Heinz war die Stimmungskanone."

Mediografie

Ehrenvorsitzender der IG Niere starb gestern, wir-in-bad-bodendorf.de vom 17. Januar 2010