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Integratives Mehrgenerationen-Quartier an der Schützenstraße (Bad Neuenahr-Ahrweiler)

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Auf städtischem Grund an der Schützenstraße in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist der Bau eines integrativen und inklusiven Mehrgenerationen-Quartiers (IMQ) geplant. Etwa Anfang 2016 votierte der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler grundsätzlich für das Projekt neben der Katholischen Pfarrkirche „St. Pius“ Bad Neuenahr-Ahrweiler. Am Montag, 13. März 2017, stellten Investor Kay Andresen aus Remagen und die Neuwieder Architekten Nicole Berghaus und Thomas Ludwig das rund sechs Millionen Euro teure Bauprojekt vor. Die Rhein-Zeitung berichtete:

Entstehen soll ein viergeschossiges Gebäude, das die verschiedenen Nutzungsvarianten vereint. Im Erdgeschoss sollen eine Dreigruppen-Kita, eine Begegnungsstätte der Lebenshilfe und Räumlichkeiten für eine Physiotherapie-Praxis errichtet werden. Im ersten Obergeschoss entstehen zwei Wohngemeinschaften zu je vier Personen für Menschen mit Behinderung sowie Appartements für Betreuungskräfte. Im zweiten und dritten Obergeschoss schließlich sollen 22 Eineinhalb- und Zwei-Zimmer-Appartements in unterschiedlichen Größen errichtet werden. Sie sind beispielsweise für Arbeitskräfte in Hotellerie und Gastronomie und in der Pflege interessant, ebenso für Auszubildende. Alle Wohneinheiten sind barrierefrei.[1]

Die Nähe zu den INTEC-Betrieben der Caritas an der Christine-Demmer-Straße, zu den Geschäften des Mittelzentrums und zur Ahr würden das Grundstück zu einem idealen Standort machen, sagte Kay Andresen. Für die Stadt sei das Projekt auch deshalb interessant, weil auf diese Weise die nötigen Räume geschaffen werden, die benachbarte Katholische Kindertagesstätte „St. Pius“ um drei Gruppen zu erweitern – in zwei verschiedenen Gebäuden, aber unter einer Leitung, wie Bürgermeister Guido Orthen sagte.


Chronik

Ende März 2017 stimmte der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler dem Projekt einstimmig zu. Mit der im Erdgeschoss geplanten dreigruppigen Kindertagesstätte könne die Stadt „gleichzeitig an zentraler Stelle auf den gestiegenen Bedarf an Kita-Plätzen reagieren“, berichtete die Rhein-Zeitung am 30. März 2017. Der städtische Kostenanteil werde nach dem Grundstücksverkauf bei rund 262.000 Euro liegen und sei damit „ein günstiges Geschäft“. Investor Kay Andresen kooperiere bei diesem Vorhaben mit der Stadt, der Pfarrei St. Pius und der Lebenshilfe, die Impulsgeber für diese Idee gewesen sei. Denn die Lebenshilfe habe sich „mit einem Alarmruf an der Stadt gewandt und dringenden Bedarf für behindertengerechten Wohnraum angemeldet.“ Die Lebenshilfe will mit Einheiten für eine Wohngemeinschaftsgruppe in das Projekt einkaufen und die im Erdgeschoss vorgesehene Begegnungsstätte übernehmen. Im Parterre sind auch Räumlichkeiten für eine Physiotherapie-Praxis vorgesehen. Bei kalkulierten Kaltmieten von rund acht Euro pro Quadratmeter sind die 1,5- und 2-Zimmer-Apartments im zweiten und dritten Obergeschoss auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten, die ein bezahlbares Domizil in der Kreisstadt benötigen. Gedacht werde hierbei an Rentner und körperlich beeinträchtigte Menschen, aber auch an Berufsgruppen, die eine Unterkunft brauchen, wie Mitarbeiter aus der Gastronomie oder Alten- und Krankenpfleger.[2]

Im Oktober 2017 stimmt der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler über den Grundstücksverkauf ab. Folgt der Rat der Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Sozialausschusses, ist der erste konkrete Schritt für die Verwirklichung des integrativen Wohnprojektes getan. Die Planungen, die im März 2017 erstmals vorgestellt wurden, waren bis Oktober 2017 deutlich konkreter geworden. In der Rhein-Zeitung hieß es:

1,36 Millionen Euro zahlt die Stadt, um die Räume für die Kita zu erwerben. Hinzu kommen 95.000 Euro für die Herrichtung der Außenanlagen sowie 60.000 Euro für die Innenausstattung. Macht zusammen rund 1,52 Millionen Euro. Dem stehen der Erlös aus dem Grundstücksverkauf (630.000 Euro) und die voraussichtlichen Zuschüsse von Land (581.000 Euro) und Kreis (279.000 Euro) gegenüber, zusammen 1,49 Millionen Euro – bleibt ein Betrag von 31.000 Euro, den die Stadt noch dazutun muss.[3]

Bürgermeister Guido Orthen wies allerdings auf ein Hindernis hin. Die Kalkulation gehe davon aus, dass eine neue Förderrichtlinie zur Anwendung kommt, der gemäß sich die Landesförderung von ursprünglich 100.000 Euro je Kita-Gruppe auf rund 194.000 erhöht. Anderenfalls fehlen rund 282.000 Euro. In diesem Fall wäre die Stadt, so Orthen, aus dem Projekt raus. Damit stünde dann auch das integrative Wohnen auf der Kippe.

Mediografie

Integratives Mehrgenerationen-Quartier soll in Bad Neuenahr-Ahrweiler entstehen – Kreisstadt beteiligt sich an Vorzeigeobjekt – Wohnprojekt für Menschen mit Behinderung und Begegnungszentrum werden mit Kindergarten verbunden, blick-aktuell.de vom 21. März 2017

Fußnoten

  1. Quelle: Frieder Bluhm: Integratives Wohnprojekt wird ein Novum – Vorplanung für Gebäude an Schützenstraße im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt – Platz für drei Kitagruppen, in: Rhein-Zeitung vom 14. März 2017
  2. Quelle: Beate Au: Wohnmodell integriert günstig eine neue Kita – Lob für inklusives Vorzeigeprojekt, in: Rhein-Zeitung vom 30. März 2017
  3. Quelle: Frieder Bluhm: Integratives Wohnen rückt näher – Projekt steht unter Vorbehalt von Kreis- und Landesförderung in veranschlagter Höhe, in: Rhein-Zeitung vom 20. Oktober 2017