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Katholische Frauengemeinschaft Westum

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Die kfd-Frauen aus Westum im Advent 2012 mit Pastor i.R. Manfred Müller (stehend) und ihrer Sprecherin Anna Offergeld (links daneben, stehend)
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„Sie stricken, backen und kümmern sich um Senioren, organisieren Gottesdienste und sorgen mit ihren Spenden dafür, dass kleinere wie größere Projekte realisiert werden können. Ohne die kfd-Frauen und ihre unentgeltlichen beständigen Aktionen liefe in unserer Gesellschaft so manches nicht rund.“ Das schrieb Judith Schumacher in einem am 18. Dezember 2012 in der Rhein-Zeitung erschiedenen Beitrag über die 1906 gegründete Katholische Frauengemeinschaft Westum (kfd).

Chronik[1]

Westum hatte 1906, im Gründungsjahr der „Bruderschaft der christlichen Mütter“, 650 Einwohner, alle katholisch, die in 128 Häusern lebten und sich überwiegend von Acker- und Weinbau ernährten. Von früher 34 Hektar waren damals noch 20 Hektar Rebfläche in der Bearbeitung. Die Familien hatten durchschnittlich fünf Kinder, und auch zehn waren keine Seltenheit. In der Schule wirkte Lehrer Franz Horbert, und Stephan Schäfer war von 1904 bis 1931 Pfarrer von Westum. Letzterer hatte die Bruderschaft der sieben Schmerzen Mariens erneuert, die Raiffeisenkasse ins Leben gerufen und wollte auch für die Mütter eine Vereinigung schaffen. So fanden sich unter seiner Leitung einige Frauen zusammen und erarbeiteten Statuten für die geplante „Bruderschaft“, mit deren Annahme durch die Westumer Mütter am 25.Januar 1906 der Mütterverein gegründet wurde. Am 30. Januar 1906 ist die Bruderschaft vom Trierer Bischof Michael Felix Korum genehmigt. Mit 103 Mitgliedern gehörten ihr fast alle Mütter des Dorfes an. Gertrud Nachtsheim (geb. Arzdorf) war von Beginn an bis 1930 Vorsitzende. Der Mütterverein wirkte damals jedoch unter Leitung des Pastors nur innerhalb der Pfarrgemeinde und nicht in der Öffentlichkeit. In einem Beitrag in der Rhein-Ahr-Rundschau in einer Ausgabe vom Anfang Mai 1996 hieß es anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Frauengemeinschaft:

Obwohl die Frauen von morgens früh bis abends spät mit ihrer ganzen Arbeitskraft gefragt waren, galten sie doch als so etwas wie „Menschen zweiter Klasse. So hatten sie in der Politik längst noch kein Stimmrecht.

Ab 1933 wurde das Betätigungsfeld des Müttervereins eingeschränkt. Erst nach dem Krieg gab es wieder eine deutliche Belebung. Kinderlose und später auch ledige Frauen wurden aufgenommen. In den folgenden Jahren entwickelte sich der Mütterverein zur einer christlichen Frauengemeinschaft, die nicht nur im religiösen, sondern wesentlich auch im sozialen Bereich des Dorfes betätigte und sich auch mit dem Namen „Katholische Frauengemeinschaft“ der neuen Entwicklung anpasste. Bis zum Jahr 1986 stieg die Mitgliederzahl auf 232, war dann aber im Jahr 1995 nach der in der Jahreshauptversammlung beschlossenen Angliederung an den Bundes- und Diözesanverband mit entsprechender Beitragsanhebung rückläufig. Der Verein trägt seitdem die Bezeichnung „kfd“.

1991 übernahm Melanie Decker von Inge Degen das Amt der Vorsitzenden.

In einem Beitrag in der Rhein-Ahr-Rundschau anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Frauengemeinschaft im Jahr 1996 hieß es:

Nicht mehr wegzudenken ist diese Gemeinschaft, der Frauen jeden Alters, ledig und verheiratet, angehören, aus dem gesellschaftlichen Leben in Westum. Regelmäßige Gottesdienste, Andachten, Wallfahrten, Besichtigungen, Wanderungen, Ausflüge in die weitere Umgebung, Dia-Vorträge und Handarbeitsnachmittage gehören ebenso zu Programm wie die Mithilfe bei vielen Gelegenheiten. Gesellige Zusammenkünfte halten die Gemeinschaft jung und lebensfähig. Dazu zählen der winterliche Seniorenkaffee einmal monatlich in Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde, regelmäßige Krankenbesuche und Besuche bei älteren Mitbürgern, und man hilft auch mit Sach- und Geldspenden für Katastropengebiete und unterentwickelte Regionen.

Den 90. Jahrestag der Gründung feierten die Frauen am Donnerstag, 9. Mai 1996, mit einem festlichen Gottesdienst ab 14.30 Uhr in der katholischen Pfarrkirche „St. Peter“, der von Pastor und Präses Manfred Müller zelebriert wurde. Dort wurde für die lebenden und verstorbenen Mitglieder und insbesondere Vorsitzenden gebetet, also für Gertrud Heuser (geb. Schuld), die von 1930 bis 1950 Vorsitzende war, Katharina Nchtsheim geb. Decker, Vorsitzende von 1950 bis 1956, Rosina Braß geb. Horbert, Vorsitzende von 1956 bis 1981, Ursula Alfter geb. Schäfer, Vorsitzende von 1981 bis 1989, Inge Degen geb. Fell, Vorsitzende von 1989 bis 1991, sowie, ab 1991 Vorsitzende, Melanie Decker geb. Bier. Ein Unterhaltsamer Nachmittag im Saal des Gasthauses „Zur Post“ folgte. Eine Kollekte erbrachte an diesem Tag 1185 Mark, die für den Priester- und Krankenpflegenachwuchs in Brasilien und die Ausgestaltung der Westumer Pfarrkirche bestimmt waren. In der Kirche war auch das Holzrelief „Jesus im Tempel zu sehen, an dessen Beschaffung sich die Frauengemeinschaft mit 200 Mark beteiligt hatte. Nach dem Gottesdienst wurd eim Saal Herges weiter gefeiert. Nach Grußworten der Vorsitzenden Melanie Decker, der Diözesanvorsitzenden Marianne Rumpf, der Regionalvorsitzenden Trude Schlich, der Pfarrverbandsvorsitzenden Maria Schneider, der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates Waltraud Decker sowie von Ortsvorsteher Alfred Schneider und einem von Melanie Decker gewährten Einblick in die Geschichte der Frauengemeinschaft wirkten an der weiteren Gestaltung mit: Jürgen Münch und Willi Welch (Trompete), Michael Deker, die Möhnengesellschaft, die Theatergruppe Westum und der Männergesangverein Westum unter der Leitung von Wilfried Schäfer, die Tanzsportgruppe „Las Bailas“ und die Musikgruppe der katholischen Jugend Westum. Präses Manfred Müller erfreute die früher in der Vorstandsarbeit tätigen Maria Speich, Johanna Mehren, Ursula Alfter, Renate Gemein, Maria Kriechel, Inge Degen, Marianne Küpper und Renate Nowak mit Orchideen. Präsente von der Vorsitzenden gab es für Anna Brohl, Hedwig Schäfer, Margarete Kriechel und Margarete Alfter für langjährige Treue zur Frauengemeinschaft. Dem Vorstand gehörten im Jahr des 90. Gründungsjahrestag an: die Vorsitzende Melanie Becker sowie Irmgard Swiatkowski, Maria Esser, Marianne Schuld und Brigitte Fuchs.

Sonstiges

Einmal monaglich - immer an einem Freitag - feiern die kfd-Frauen aus Westum einen Seniorengottesdienst in der St.-Peter-Kirche. Anna Offergeld, Sprecherin der Frauengemeinschaft, und Maria Stommel bereiten diese Wortgottesdienste gemeinsam vor. Jedes mal geht es um ein aktuelles Thema, das anschließend im Dorfgemeinschaftshaus vertieft wird. Diese Treffen bereiten Ulla Michels mit Ehemann Heinz und Schwester Marga Michels sowie Doris Knoch, Resi Lembke, Monika Müller, Roland Zander und Peter Offergeld vor. Dieses Team organisiert alles Notwendige auch für Seniorenfeiern und Ausflüge. Judith Schumacher schreibt:

Mal geht es beim Wortvortrag in der Kirche um den „Farbkasten des Lebens“, dem sich ein kleines Gedächtnistraining „Farben von A bis Z“ im Gemeindehaus anschließt. Nach dem Erntedank-Gottesdienst wurden dort Türkränze gebastelt. Zu St. Martin besuchten Kinder des Ortes die Zusammenkunft der betagten Damen und – mittlerweile auch vermehrt Herren – und trugen Herbstlieder vor. Im Advent ging es ums Schenken. Auch werden Schätzspiele angeboten oder Lavendelsäckchen hergestellt.[2]

Die Katholische Frauengemeinschaft werde mittlerweile von Männern „unterlaufen“, verriet Anna Offergeld der Reporterin, womit sich mit auf ihren Ehemann Peter Offergeld sowie auf Roland Zander und Roland Zander an spielte, die immer zur Stelle seien, wenn Hilfe benötigt wird. In Westum gebe es aber auch viele junge Frauen, die zwar nicht Mitglied in der Frauengemeinschaft, aber trotzdem immer ansprechbar seien, wenn Hilfe nötig ist. Für Verstärkung sorgten gelegentlich auch die Hellenbacher Jonge, und Feuerwehr und Gesangsverein halfen bei der Ausrichtung der 100-Jahr-Feier im Jahr 2006.

Zu den festen Terminen im Jahreslauf zählen für die Frauengemeinschaft auch der Frauen der Weltgebetstag der Frauen, Maiandacht und Rosenkranzgebet, das im Jahr 2012 zum Lourdes-Kapellchen nach Bachem führte.

Jeden Montag trifft sich die Strickrunde, um Pullover, Decken, Socken und Unterhöschen zu stricken. „Die Zentralstelle des Missionskreises Maria Rast in Zülpich sammelt unsere Waren ein, die in einem Laden in Bad Münstereifel verkauft werden“, schrieb RZ-Reporterin Schumacher, „von dem Geld wird ein Kinderprojekt in Brasilien unterstützt.“ Die Kollekten sind für ein zweites brasilianisches Projekt von Madre Rosa der Waldbreitbacher Franziskanerinnen. Die Erlöse der beiden kfd-Cafés wurden während der Hungersnot nach Ostafrika gespendet.

Den Frauen sei es aber auch wichtig, dass Projekte in der Heimat zu unterstützen – beispielsweise den Kreuzweg Westum, für den die Frauengemeinschaft 700 Euro spendete. Die Sinziger Tafel wurde mit einer 400-Euro-Spende unterstützt.

Im Dezember 2012 zählt die Katholische Frauengemeinschaft Westum 146 Mitglieder; davon sind 98 lediglich Fördermitglieder oder jüngere Helferinnen. Dem Vorstand gehören neben der Sprecherin Anna Offergeld an: Konrad Angele, Rita Münch, Resi Lembke, Maria Stommel sowie Renate Gemein.

Im Jahr 2012 organisierte und gestaltete die Frauengemeinschaft Seniorentreffen, Maiandacht, Marienwallfahrten, die Rosenkranzandacht und die Adventsfeier. Der Jahresausflug führte nach Aachen und die Strickrunde unter Leitung von Elfriede Schmitz stellte viele Kleidungsstücke zugunsten des Hilfsprojekts „Maria Rast“ her. Bei der Hauptversammlung im Januar 2013 wurde Maria Michels für 70-jährige und Anneliese Bell für 60-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Johanna Mehren und Hilde Tibulski, die ebenfalls beide 60 Jahre der Frauengemeinschaft angehören, konnten aus gesundheitlich Gründen nicht an der Versammlung teilnehmen.[3]

Mediografie

Heinz Schmalz: Chronik der katholischen Frauengemeinschaft Westum anlässlich ihres 80-jährigen Bestehens, 1986

Fußnoten

  1. Quellen: Katholische Frauengemeinschaft der Pfarrei St. Peter in Westum feiert ihren 90. Geburtstag - Vielfältige Aufgaben - Beginn als „Bruderschaft der christlichen Mütter“, in: Rhein-Ahr-Rundschau vom 24. April 1996, und Katholische Frauengemeinschaft Westum bekam reichlich Glückwünsche vom 90 jährigen Bestehen - Längst fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens, in: Rhein-Ahr-Rundschau vom 11. Mai 1996
  2. Quelle: Judith Schumacher: Menschen für Menschen: Die Stillen - Die Westumer kfd-Frauen stehen für viele katholische Laien, die viel bewirken, in: Rhein-Zeitung vom 18. Dezember 2012
  3. Quelle: Rhein-Zeitung vom 23. Januar 2013