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Kreissparkasse Ahrweiler

St.-Maternus-Kapelle Königsfeld

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Dort, wo heute die Kapelle steht, soll St. Maternus einst übernachtet haben.
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Skulptur des St. Maternus
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Die St.-Maternus-Kapelle Königsfeld, auch „Kapelle im Steinbruch“ genannt, steht am Ortsausgang von Königsfeld über die Harterscheid nach Sinzig. Der Legende nach steht die Kapelle an einem historischen Ort. Der heilige Maternus, dritter Bischof von Trier und erster geschichtlich bezeugter Bischof von Köln, soll auf seinem Weg von Trier nach Köln durch das Vinxtbachtal gekommen sein. Dort, wo er sein Nachtlager aufschlug, wurde um 1622 eine Kapelle erbaut, die sich rasch zum Wallfahrtsziel entwickelte. Der Erzählung nach sollen dort viele behinderte Gläubige mit ihren Gehhilfen zu der Kapelle gekommen sein – und gesund sie wieder verlassen haben. Ihre Krücken und Stöcke sollen sie in der Kapelle zurückgelassen haben. Es waren derart viele, dass man ein großes Feuer hätte anfachen können.[1]


Standort

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Chronik

Die Kapelle ist St. Maternus geweiht, dem dritten Bischof von Trier, der von Trier aus die Bistümer Köln und Tongeren in Belgien gründete. Das war um das Jahr 300, ungefähr zur Zeit des Kaisers Konstantin von Trier. Der Überlieferung nach soll Maternus von Trier aus nach Köln gereist sein, um dort ein Bistum zu gründen. Auf diesem Wege, evtl. über die römische Kohlstraße über Kempenich und Dedenbach, sei er über Königsfeld gekommen. Dort, wo er angeblich übernachtete, errichtete man danach eine Gebetsstätte. Schon 1622 ist eine Kapelle auf einer alten Wappenplatte dargestellt.

Diese Kapelle wurde jedoch baufällig und abgerissen. Das Jahr ist nicht bekannt. 1864 wurde dann die jetzige Kapelle im Steinbruch mit vor Ort gebrochenen Steinen errichtet. Aber auch die neue Kapelle verfiel zusehends. Außerdem wurde nah an der Kapelle die Ausfallstraße nach Sinzig neu gebaut. Niemand wusste so richtig, was mit ihr geschehen sollte. In den 1960er Jahren diente sie als Leichenhalle. Bei Renovierungsarbeiten wurde festgestellt, dass Gemäuer und Dachstuhl in sehr schlechtem Zustand waren. Im Jahr 1996 ist die Kapelle unter Denkmalschutz gestellt und nach den Denkmalschutz-Richtlinien wieder aufgebaut worden. Als Beitrag zur Dorferneuerung trugen das Land, die Gemeinde Königsfeld und die Katholische Pfarrgemeinde „St. Nikolaus“ Königsfeld mit dem Erlös eines Pfarrfestes die Kosten. 2001 ist die Kapelle feierlich wieder eingesegnet worden.

Mit ihrer Größe von 8,6 mal 5,1 Metern füllt die Kapelle das komplette Grundstück aus, auf dem sie steht. Nach einem Gespräch mit der Familie Stermann, der das Grundstück gehörte, schenkte sie der Gemeinde sowohl das Grundstück im Umfeld der Kapelle sowie die Glocke und Fenster. In Eigenleistung des Königsfelder Handwerkerstammtisches ging es an den Innenausbau. In vielen Arbeitsstunden wurden die Innenbänke restauriert, die Kerzenständer, der Buchständer und die Figuren sind neu gestrichen und vergoldet worden, neue Lampen wurden installiert, eine elektrische Schließanlage eingebaut und die Glocke wieder zum Läuten gebracht. Am Samstag, 29. Oktober 2007, wurde die Kapelle während eines Gottesdienstes von Pater Wolfgang Nick wieder eingesegnet. Ortsbürgermeister Hans-Josef Zipp dankte allen Helfern und erzählte eine Begebenheit zur Maternus-Kapelle aus der Königsfelder Chronik:

Als die Kapelle nach vielen Mühen fertig gestellt war, stellten wir fest, dass der Maternus nicht an Ort und Stelle war. Erst aufgrund intensiver Recherche konnten unsere beiden Ermittler Andy und Werner auf der anderen Rheinseite den Maternus wiederfinden und ihn durch einen Bluff, den sie dem Restaurator vorspielten, wieder nach Hause holen.[2]

Ca. 2009 wurden an der Frontseite ein Bild von St. Maternus und die Wappen der Bistümer aufgemalt, in denen er als Bischof wirkte.

Die Rhein-Zeitung berichtete am 4. Januar 2013:

Über all die Jahre ihrer Existenz war und ist die Kapelle eng an das Dorfgeschehen gebunden. So wurde zum Beispiel während des Umbaus der Pfarrkirche im Jahr 1912 hier die heilige Messe gefeiert. Nachdem es Sitte wurde, Verstorbene nicht mehr im eigenen Heim aufzubahren, diente die Kapelle ... zur Aufbahrung der Toten. Als die Martinsfeuer noch auf dem Kirchberg oberhalb der Kapelle abgebrannt wurden, traf sich hier die Blaskapelle, und der Fackelzug begann hier.[3]

Weitere Fotos

Siehe auch

St. Maternus

Mediografie

Karl-Heinz Kurth: Die Maternuskapelle im Steinbruch von Königsfeld. 1864 wurde die neue Kapelle erbaut, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2014, Ahrweiler 2013, 282 Seiten, Seiten 226-228

Fußnoten

  1. Quelle: Maternuskapelle eingesegnet – Historisches Kleinod wurde aufwendig und in Eigenregie renoviert, in: Rhein-Zeitung vom 2. Oktober 2007
  2. Quelle: Maternuskapelle eingesegnet – Historisches Kleinod wurde aufwendig und in Eigenregie renoviert, in: Rhein-Zeitung vom 2. Oktober 2007
  3. Quelle: Jochen Tarrach: Kapelle markiert den Rastplatz von Bischof Maternus - Kirchenmann soll im dritten Jahrhundert im Vinxtbachtal gewesen sein, in: Rhein-Zeitung vom 4. Januar 2012