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Stadtarchiv Bad Neuenahr-Ahrweiler

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Blankartshof 1 - Heinz Grates.jpg
Das Logo des Stadtarchivs
Der eigentliche Archivraum
Besuchergruppe im Arbeitsraum gleich unter dem Dach
Stadtarchiv Bad Neuenahr 1 - Heinz Grates.jpg
Stadtarchiv Bad Neuenahr 2 - Heinz Grates.jpg
Stadtarchiv 104.jpg

Das Stadtarchiv Bad Neuenahr-Ahrweiler wurde im September 2005 im historischen Blankartshof in Ahrweiler eröffnet. Die Überlieferung des Stadtarchivs reicht vom Jahr 1228 bis in die Gegenwart, darunter Urkunden der Stadt Ahrweiler von 1228 bis 1756 sowie Akten, Steuer- und Rechnungsbücher von 1340 bis heute und verschiedene Sammlungen (Plakate, Postkarten, Fotos und Zeitungen). Heimatkundlich und geschichtlich Interessierte finden in dem Archiv u.a. Quellen zur Stadtgeschichte, zur Entwicklung des Heilbades Neuenahr und der Stadtteile Bad Neuenahr-Ahrweilers. In dem Archiv befinden sich u.a. Originalunterschriften von Napoleon Bonaparte (1769–1821) und Briefe von Papst Benedikt XIV. (1675–1758).


Anschrift und Standort

Blankartshof 1

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Stadtteil Ahrweiler)

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Kontakt

Öffnungszeiten

Dienstag 9-12 und 14-18 Uhr sowie nach vorheriger Terminvereinbarung

Leitung

Stadtarchivar Steffen Schütze

Chronik

Guido Orthen war es, der ca. 1990 vorschlug, die altehrwürdigen Mauern des alten Rittersitzes Blankartshof in Ahrweiler als Stadtarchiv zu nutzen. Ein Archiv ist in Ahrweiler allerdings keine ganz neue Einrichtung, denn in einer noch vorhandenen Stadtrechnung von 1492 sind Ausgaben für das Archiv der Gerichtsschöffen nachgewiesen; dieses kann man durchaus als Vorläufer des Stadtarchivs bezeichnen.

Offizielle Eröffnung nach dem Umzug in den Blankartshof war am 25. September 2005.

Rund 250 laufende Meter Archivgut beherberge das Stadtarchiv, berichtete die Rhein-Zeitung am 27. März 2012. Vieles davon sei noch nicht gesichtet und warte darauf, "für die Recherche geordnet, beschrieben, digitalisiert und zur Sicherung auf Mikrofilm aufgenommen zu werden." Steffen Schütze, der hauptamtliche Stadtarchivar, werde bei seiner Arbeit seit einigen Wochen von Mitgliedern des Heimatvereins "Alt-Ahrweiler" e.V. unterstützt. Sie würden beispielsweise Fotos, Broschüren, Adressenlisten und sonstige Dokumente aus der jüngeren Stadtgeschichte, häufig aus Nachlässen, sichten und bearbeiten. Roswitha Schlingensiepen etwa ordne die Karteikartensammlung des Alten Friedhofs "Am Ahrtor". Werner Kathe sei "damit beschäftigt, die Geschichte der kreisstädtischen Straßennamen zu recherchieren und zu dokumentieren", schreibt RZ-Autorin Gabi Geller, "hierfür durchforstet er die Ratsprotokolle der Stadt und sucht nach der Sitzung, in welcher der entsprechende Beschluss gefasst wurde und trägt die Erkenntnisse in eine Computerliste ein." Rolf Schmitz-Homberg widme sich den zahlreichen Fotos, die im Archiv lagern, die häufig unvollständig beschriftet seien und von denen nicht bekannt sei, welche Personen, Gebäude oder Anlässe darauf zu sehen sind. Ein weiterer ehrenamtlicher Mitarbeiter beschäftige sich damit, "aus vielen archivierten Einzelunterlagen, Berichten und Dokumenten eine „Geschichte des Militärstandortes Bad Neuenahr“ zu erarbeiten."

Die Rhein-Zeitung (RZ) berichtete am 20. Juli 2019, das Stadtarchiv habe sämtliche Akten übernommen, die bis dahin in Lagerräumen im Keller und auf dem Dach des Thermalbadehauses in Bad Neuenahr gelagert wurden – insgesamt etwa 40 bis 50 Regalmeter. Die Akten und Unterlagen aus dieser Zeit seien nahezu vollständig erhalten. „Mit der Neuorientierung der Aktiengesellschaft wurden diese Akten nun komplett als wertvolle und bedeutende Unterlagen zur Stadtgeschichte an das Stadtarchiv übergeben“, schrieb Jochen Tarrach in der RZ. Sie alle müssten jetzt noch „gesichtet, bearbeitet, dokumentiert und eventuell für die Nachwelt digitalisiert werden“, schrieb Tarrach weiter. Das sei „eine Lebensaufgabe“. Das Themenspektrum beschrieb Tarrach folgendermaßen:

Die Unterlagen geben unter anderem einen Einblick in Grundstücksgeschäfte, Bilanzen, Aktienangelegenheiten und den Wasserverkauf. Zum historischen Material gehören darüber hinaus Bauakten sowie Pläne und Zeichnungen, die somit die Baugeschichte der Kuranlagen, Parks, Brücken und Gebäude dokumentieren. Dass die beiden Weltkriege ebenfalls Auswirkungen auf den Kurbetrieb hatten, zeigt sich in Unterlagen zu Lazaretten und Besatzungsangelegenheiten. Viele bisher unveröffentlichte Fotos und Bilder gehören zum Fundus ebenso wie Berichte über das überregionale Engagement der Aktiengesellschaft und ihrer Direktoren. Autogrammbücher prominenter Besucher dokumentieren den Wiederaufstieg nach dem Zweiten Weltkrieg.[1]

Auch Familienforscher würden ihre Freude an den Unterlagen haben, berichtet Tarrach weitern, denn die Kur- und Fremdenverkehrslisten von 1861 bis 1990 seien, nach Namen, Beruf und Herkunft der Kurgäste aufgelistet, nahezu vollständig erhalten. „Leider gibt es vereinzelte Lücken aus der Anfangszeit von 1861 bis 1864 und von 1941 bis 1949“, sagte Stadtarchivar Steffen Schütze dem RZ-Reporter.

Sonstiges

Im Stadtarchiv befinden sich im Sommer 2012 ca. 250 laufende Meter Archivgut. Neben der Überlieferung der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler beherbergt das Gebäude Unterlagen privater Betriebe und Stiftungen, Sammlungsgut und eine heimatgeschichtliche Bibliothek. Es besitzt 64 Privilegien, Stadtratsprotokolle seit 1602, Rechnungsbücher seit 1487 und eine bis ins 18. Jahrhundert reichende Grundbuchüberlieferung. Das 1340 angelegte Grundbuch ist neben den Kölner Schreinbüchern eine wohl einzigartige Quelle der spätmittelalterlichen Sozial- und Siedlungsgeschichte im Rheinland.

Aufgabe des Stadtarchivs ist, das nicht mehr benötigte amtliche Schriftgut der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler zu übernehmen, rechtlich oder historisch bedeutsame Unterlagen auszuwählen, nach archivwissenschaftlichen Gesichtspunkten zu erschließen, allgemein nutzbar zu machen und auf Dauer zu sichern. Es ist darüber hinaus bestrebt, Dokumente Dritter zu allen Bereichen des städtischen Lebens, die für Geschichte und Gegenwart der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler von Bedeutung sind, zu sammeln und die wissenschaftliche und heimatkundliche Erforschung der Stadtgeschichte zu fördern.

Älteste Schriftstück des Archivs ist ein Steuerprivileg der Stadt Ahrweiler, 1228 ausgestellt von Lothar von Hochstaden und seiner Gräfin Margarete von Hochstaden.

Das Archiv besitzt eine Urkunde, die von Kaiser Napoleon unterschrieben wurde, eine Order an den Maire (Bürgermeister) von Ahrweiler, die am 15. November 1803 an der Ahr eintraf. Es war der 15. November 1803, als in Ahrweiler ein Kurier aus dem französischen Saint-Cloud vom Pferd stieg und dem Maire eine Order von allerhöchster Stelle überbrachte. Die Aufregung war groß: "Le Premier Consul" Napoleon Bonaparte persönlich sowie der Innenminister und ein Staatssekretär Frankreichs hatten sie am 6. September 1803 unterzeichnet. Sie forderten darin die Einberufung einer Versammlung des Kantons Ahrweiler für den 25. November 1803. Bis zum 3. Dezember gleichen Jahres sollten die Mitglieder acht Wahlmänner für das Rhein-Mosel-Department Koblenz, 17 Wahlmänner für das Arrondissement (Unterbezirk) Bonn sowie zwei Friedensrichter und vier Vertreter für das Kanton Ahrweiler wählen. Das Kanton umfasste die Bürgermeistereien Ahrweiler, Gelsdorf, Brück und Mayschoß mit insgesamt 22 Gemeinden und 8364 Einwohnern. All das ist der Originalurkunde von 1803 zu entnehmen, die Stadtarchivar Schütze wie seinen Augapfel hütet. Die eher unscheinbare Unterschrift des großen Kaisers der Franzosen ist eine Rarität, denn nur als Consul hat er persönlich unterschrieben. Als Kaiser indes hat er unterschreiben lassen. Archivar Schütze ist sich nahezu sicher, dass die Kantonsversammlung rechtzeitig ihre Wahlmänner und Friedensrichter benannt hat. Die Protokolle dazu liegen noch in einem großen Kasten mit nicht registrierten Schriftstücken.

Weitere Fotos

Mediografie

Weblink

bad-neuenahr-ahrweiler.de: Stadtarchiv

Fußnoten

  1. Quelle: Jochen Tarrach: 50 Meter Akten erzählen Stadtgeschichte – Archiv Bad Neuenahr-Ahrweiler übernimmt originale Dokumente aus der Zeit des Aufstiegs zum weltbekannten Kurbad, in: Rhein-Zeitung vom 20. Juli 2019