Verein der Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach e.V.

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Der Verein der Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach e. V. wurde am 22. März 2004 gegründet. Seine vorrangige Aufgabe ist es, die Erhaltung und Renovierung der Gebäude und Anlagen sowie der Kunstwerke und Kunstschätze der Benediktinerabtei Maria Laach finanziell und ideell zu fördern.

Mitglieder

Jahr Mitglieder
Mai 2016 1700
September 2014 1600
Juni 2008 1301
Mai 2006 ca. 1000
Ende 2005 900

Eine Mitgliedschaft im Freundeskreis kostet Einzelpersonen jährlich 30,00 Euro, Partner 45,00 Euro, Schüler, Auszubildende, Rentner, Studierende 15,00 Euro (Stand: August 2017).

Vorstand

Ergebnis der Vorstandswahl vom Juni 2008:

Gründung und Entwicklung

Die Initiative zur Vereinsgründung ging von Gernot Mittler aus, der zu dieser Zeit Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz war. Der in Mendig geborene und dort mit seiner Familie lebende Politiker hat von seiner Kindheit an eine enge Beziehung zu Maria Laach. Mittler: „Ich sehe, dass es für die Mönche immer schwieriger und bald unmöglich wird, vor allem die Bausubstanz von Abteikirche und Kloster zu erhalten. Die Klostergemeinschaft ist auf die Hilfe von außen angewiesen. Dafür haben wir den Verein gegründet. Seine Leistungen sollen auch ein Dank für all das sein, das von Maria Laach über Jahrhunderte an Gutem und Segensreichem in unsere Region geflossen ist. Das waren wahrlich nicht nur Gebete, sondern viel pastorale Hilfe in den umliegenden Pfarreien und wirtschaftliche Leistungen, zum Beispiel die Schaffung neuer, sicherer Arbeitsplätze.“

In der Gründungsversammlung wurde folgender Vorstand gewählt: Vorsitzender: Gernot Mittler (Mendig), stellvertretender Vorsitzender: Dr. Ottmar Martini (Mayen), Schatzmeister: Peter Schaaf (Mayen), Geschäftsführer: Hermann Höfer (Verbandsgemeinde Brohltal, Niederzissen), Pressewart: Luki Scheuer (Niederzissen), Beisitzer: Hans-Josef Koggel (Kobern-Gondorf), Prof. Peter Norbert Frings (Plaidt), Bernhard Kaiser (Kottenheim). „Geborenes“ Vorstandsmitglied ist der jeweilige Abt des Klosters Maria Laach.

Erste Projekte

Erstes großes Projekt des Vereins war 2005 die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes. Der Staub, der von dem Platz ausging, hatte in der Kirche Schäden verursacht, und die Abwasserleitung musste erneuert werden. Insgesamt wurde der Platz mit einer großen Treppenanlage, einem behindertengerechten Zugang zur Kirche, einer in den Klosterbetrieben hergestellten Beleuchtungsanlage und neuen Toiletten für Kirchenbesucher und Touristen zweckmäßig und ansprechend gestaltet. Im August 2006 waren die Arbeiten abgeschlossen. 700.000 Euro brachte der Verein zur Finanzierung der Maßnahme ein und damit den Löwenanteil des insgesamt 765.000 Euro teuren Projekts.[1] Erste Veranstaltung des Vereins zur Beschaffung von Geldmitteln war ein Konzert der „Mainzer Hofsänger“ am 11. Juli 2004 in der Abteikirche.

Die Restaurierung des Paradieses, der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Vorhalle der Abteikirche, schloss sich an, der bald die Restaurierung und Erweiterung der Hunderttausende Bücher umfassenden Bibliothek der Benediktinerabtei Maria Laach folgte.

Unterstützung des Konvents nach der Zeit von Abt Benedikt

Bei einer Mitgliederversammlung im Juli 2015 im Laacher Forum wurde Benedikt Müntnich, der ehemalige Abt der Benediktinerabtei Maria Laach, zum Ehrenmitglied ernannt. Müntnich sei mehr als ein Jahrzehnt das „Gesicht der Abtei“ gewesen. In dieser Einschätzung waren sich die Mitglieder einig. „Wir haben es bedauert, dass der Konvent ihn nicht wiedergewählt hat. Er war Ideengeber, Geburtshelfer und Pate unseres Freundeskreises. Benedikt Müntnich steht für Offenheit, Vertrauen und Freundschaft. Er hat das Kloster geöffnet und war sein Gesicht“, begründete der Vorsitzende der Freunde, Staatsminister a. D. Gernot Mittler, den aus der Mitgliedschaft heraus gestellten Antrag, den ehemaligen Abt zum Ehrenmitglied zu ernennen. Dem stimmte die Versammlung einmütig mit einer Gegenstimme und drei Enthaltungen zu. An den neuen Klosteroberen, Prior-Administrator Pater Dr. Albert Sieger, richtete Mittler das Angebot, die Abtei weiter zu unterstützen: „Der Freundeskreis hilft weiter, den Laacher Karren zu ziehen, aber nur wenn der Karren das auch will.“ Im Juli 2015 hatte der Verein 1681 Mitglieder. Allein aus Mitgliedsbeiträgen konnten die Freunde der Abtei in den vergangenen Jahren rund 560.000 Euro für eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verfügung stellen, sagte Mittler. Zuletzt seien der Bau des Magazins für die Bibliothek in einem ehemaligen Kuhstall und die Restaurierung der Jesuitenbibliothek unterstützt worden. Zu den Kosten in Höhe von 2,94 Millionen Euro habe der Freundeskreis 419.000 Euro beigesteuert, und auch bei der Einwerbung öffentlicher Gelder sei der Verein behilflich gewesen. Als neue Aufgabe stehe die Restaurierung der mit einer wertvollen Malerei der Beuroner Kunst geschmückten Sakristei auf der Agenda. Dieser Raum sei durch Feuchtigkeit stark geschädigt, und auch die Malerei sei dadurch erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Freundeskreis habe dem Konvent des Klosters die Sanierungsarbeiten empfohlen und die Übernahme der dabei entstehenden Kosten in voller Höhe, voraussichtlich etwa 240.000 Euro, zugesagt. Auch das Kuratorium des Fördervereins unter Leitung von Dr. Peter Frey (ZDF-Chefredakteur) habe kürzlich die fertiggestellte Jesuitenbibliothek besichtigt. In der Kuratoriumssitzung sei intensiv darüber diskutiert worden, wie der Förderverein dem Kloster weiterhin zur Seite stehen könne und mit welcher Erwartungshaltung der Konvent die Zusammenarbeit mit den „Freunden der Abtei“ einschätzen und in Zukunft fortsetzen möchte.[2]

Sanierung der Orgeln wird mehr als 500.000 Euro kosten

Bei der Mitgliederversammlung am Samstag, 1. Juli 2017 zählte der Freundeskreis 1726 Mitglieder. 65 Neuzugängen standen 33 Abgänge gegenüber, davon 16 Sterbefälle. Wegen der Überalterung der Mitgliederschaft sei eine Projektgruppe zur Mitgliederwerbung eingesetzt worden, sagte der Vorsitzende Gernot Mittler in seinem Bericht. Sie habe den Auftrag, „Wege und Möglichkeiten zu erschließen, den Freundeskreis insbesondere für junge Leute zu öffnen und attraktiv zu machen“, wie die Rhein-Zeitung berichtete. Der Gruppe gehören Freundeskreisvorstandsmitglied Burkhard Hau, Pater Philipp Meyer und der stellvertretende kaufmännische Leiter der Klosterbetriebe, Jens Neumann, an. Im vergangenen Jahr habe der Freundeskreis für Sanierungsarbeiten in der feuchten Sakristei rund 141.000 Euro ausgegeben, für die Restaurierung von Gemälden und Josefsaltar 4500 Euro, für die Schaffung von Notausgängen 6200 Euro, für die Herausgabe des Büchleins „Virtueller Rundgang“ 6700 Euro und für die Kassettierung 1200 Euro. Schatzmeister Elmar Schmitz sagte, 2016 seien rund 50.000 Euro Mitgliedsbeiträge und 28.000 Euro Spenden eingegangen. Der Kassenbestand habe Anfang 2016 205.000 Euro betragen, am Jahresende 124.000 Euro. Das nächste Großprojekt werde die Generalüberholung der beiden Laacher Orgeln sein, sagte Vorsitzender Gernot Mittler. Dabei sei mit Kosten von mehr als 500.000 Euro zu rechnen. Der Vorstand habe grundsätzlich beschlossen, der Mitfinanzierung der Orgelsanierung für die nächsten Jahre höchste Priorität einzuräumen, falls der Konvent den entsprechenden Auftrag erteile und die Gesamtfinanzierung des Projekts gesichert sei.[3]

Mediografie

Petra Ochs: Die Stille trügt: Freundeskreis bringt Kloster Maria Laach voran, rhein-zeitung.de, 7. Januar 2021

Weblink

maria-laach.de: Förderverein Freundeskreis: Anliegen

Fußnoten

  1. Homepage der Abtei Maria Laach. Erneuerung des Kirchenvorplatzes. Abgerufen am 20. August 2017.
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 10. Juli 2015
  3. Quelle: Petra Ochs: Freundeskreis der Abtei: Finanzstark aber überaltert – Verein hat 1726 Mitglieder – 2016 rund 160 000 Euro investiert, in: Rhein-Zeitung vom 3. Juli 2017