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Kreissparkasse Ahrweiler

Zehntscheuer Ahrweiler

Aus AW-Wiki
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Die Zehntscheuer am Marktplatz Ahrweiler.
Baum-Verkauf beim Weihnachtsmarkt Ahrweiler
Bronzene Info-Plakette
Schlussstein über dem Tor

Bei der am Nordrand des Marktplatzes von Ahrweiler stehenden Zehntscheuer handelt es sich um einen niedrigen verputzten Bruchsteinbau mit hohem Walmdach. Der Keilstein der Toreinfassung trägt die Jahreszahl 1742. Die Scheune gehörte einst zum ehemaligen Prümer Hof in Ahrweiler. Dort wurden die Naturalabgaben der Lehensbauern bis zum Abtransport nach Prüm zwischengelagert. Heute dient das Gebäude der katholischen Pfarrgemeinde "St. Laurentius" Ahrweiler als Pfarrheim. Mit der Blankart-Scheune, die einst zum Blankartshof gehörte und die heute als Haus der Schützen dient, ist in Ahrweiler eine weitere Zehntscheune erhalten.


Anschrift und Standort

Marktplatz 13

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Stadtteil Ahrweiler)

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Chronik

Das Prümer Urbar aus dem Jahr 893, also das Güterverzeichnis der Abtei, nennt für Ahrweiler das klostereigene Herrengut sowie 24 Höfe zehntpflichtiger Lehnsbauern. Die Abtei Prüm war bis zur Säkularisation im Jahr 1803, also fast 1000 Jahre lang, Zehntherr in Ahrweiler, außerdem Kirchen-, Schul-, Markt-, Gerichts- und reichster Grundherr. Dabei verlehnte die Abtei das Zehntrecht häufig an Adelsfamilien. Zum Zehnt zählten Getreide, Obst, Wein, Flachs, Holzpfähle und Schindeln („Feldzehnt“) sowie Vieh, Milch, Hühner und Eier („Blutzehnt“). Diese Naturalabgaben wurden später vielfach durch Geldzahlungen abgelöst.[1]

Nach sieben Monaten Bauzeit wurde die sanierte und erweiterte Zehntscheuer im August 2009 feierlich wieder eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Das 1742 erbaute denkmalgeschützte Gebäude nach der 200.000 Euro teuren Rundumsanierung in neuem Glanz. Der Multifunktionsraum kann für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden, auch eine Küche und behindertengerechte Sanitärräume stehen zur Verfügung, für Wärme sorgt eine Fußbodenheizung. Im hinteren Bereich des Gebäudes wurden die Fenster zu Türen vergrößert und so entstand ein Außengelände mit gepflastertem Innenhof und Rasenfläche. Die Kosten der Sanierung wurden allein von der katholischen Pfarrgemeinde "St. Laurentius" getragen. Ehrenamtliche Helfern erbrachten Eigenleistungen im Wert von geschätzten 20.000 Euro. Ab Mai 2008 hing an der Außenwand der Zehntscheuer ein Spendenbarometer, das bis zur Wiedereinweihung auf 150 800 Euro anstieg. Die noch fehlenden Geldmittel wurden aus Rücklagen der Pfarrei vorgestreckt.[2]

Weblinks

Fußnoten

  1. Quellen: Hans-Georg Klein: Ahrweiler, 2. aktualisierte und überarbeitete Auflage, Jünkerath: Eifel-Verlag 2016, 64 Seiten, ISBN 978-3-943123-20-3, S. 36, u.a.
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 3. August 2009