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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Haus der Schützen (Ahrweiler)

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Das Haus der Schützen wurde im Juni 2014 in der aus dem 18. Jahrhundert stammenden Blankart-Scheune, auch Blankart'sche Zehntscheuer genannt, Auf der Rausch in Ahrweiler eröffnet. Seitdem dient es der Aloisius-Jugend Ahrweiler von 1813 e.V., der Sankt Laurentius Junggesellen-Schützengesellschaft Ahrweiler 1612 e.V. und der St. Sebastianus Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler e.V. als Zuhause, Tagungs- und Veranstaltungsort. Auf dem Schlussstein in der aus Lavastein bestehenden Toreinfassung sind zwei Hausmarken mit den Anfangsbuchstaben G.W. (für Gerhard Wolff) und S.O. (für Sybilla Offermann) sowie der Jahreszahl 1703 zu lesen.


Haus der Schützen - Heinz Grates.jpg
Ahrweiler - Heinz Grates (39).jpg

Anschrift und Standort

Auf der Rausch 4a

Ahrweiler

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Führungen

Die Betreuung von Führungen übernehmen Herbert Engel und Werner Kathe.

Chronik

Das Gebäude, das den Grafen von Blankart einst als Zehntscheune diente, wurde von dem Ehepaar Gerhard Wolff jun. († 11. September 1717) und seiner Ehefrau Sibilla Offerman († 23. Januar 1750) gebaut. Beide haben vor 1700 geheiratet. Das Ehepaar war Mitglied der St. Sebastianus Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler e.V.. Gerhard Wolff ist 1650 Gildenmeister und 1686 Baumeister gewesen. Nach den Quellen war er auch Ratsverwandter, später Gerichtsschöffe. Das Ehepaar wohnte auf dem Markt (Haus 145 im Stadtplan von 1775 (Haus Jarre)) und baute deshalb die Scheune außerhalb des Hauses. Einer ihrer Söhne, Johannes Wollf, mehrmaliger Bürgermeister in Ahrweiler, erbte die Scheune. Nach dem Plan von 1775 gehörte diese Scheuer der Witwe Bürgermeister Wolff; 1884 war die Scheune im Besitz eines Jakob Schütz und 1953 im Besitz der Witwe Carl Dittmann (geb. Schütz). Die Scheune war das letzte Haus in der Oberhut.[1]

Am 30. Mai 2013 ging die historische Immobilie von der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler per Kaufvertrag auf die St. Sebastianus Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler e.V. über, die dort das Schützenmuseum Ahrweiler einrichten wollte, dessen Domizil bis dahin das Alte Rathaus am Marktplatz Ahrweiler gewesen war. Die bis dahin in der Blankart-Scheune untergebrachte Malschule Roos, die das Gebäude von der Stadt gepachtet hatte, zog im Dezember 2013 in den Weißen Turm um, in dem auch das Museum der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler untergebracht ist.

Am Abend des Donnerstag, 12. Juni 2014, wurde das neue „Haus der Schützen“ in der früheren Blankartscheune feierlich eröffnet und von Dechant Jörg Meyrer und Pastor Karsten Wächter eingesegnet. Im Erdgeschoss des historischen Gebäudes wurde das Ahrweiler Schützenmuseum eingerichtet - als erstes und bis dahin einziges Schützenmuseum in Rheinland-Pfalz. Im Obergeschoss des Gebäudes ist ein Versammlungsraum für bis zu 40 Personen untergebracht. „Zum ersten Mal in der Geschichte haben wir Schützen ein eigenes Domizil“, sagte der Hauptmann der Ahrweiler St.-Sebastianus- Bürgerschützengesellschaft, Wilhelm Busch. Er übergab bei der offiziellen Eröffnung je einen Schlüssel an den Junggesellenhauptmann Bastian Friedrich und den Vorsitzenden der Aloisiusjugend, Peter Terporten. Die Gesellschaft hatte das Gebäude während der vorangegangenen sechs Monate mit viel Eigenleistung und unter der Bauleitung von Michael Seeliger mit einem Aufwand von 140.000 Euro umgebaut. Der Kreis unterstützt das Projekt im Rahmen der Ehrenamtsförderung mit 7000 Euro. Viele heimische Handwerker, von denen die meisten selbst Schützenmitglied sind, packten beim Umbau des Gebäudes mit an und stellten der Gesellschaft lediglich die Materialkosten in Rechnung. Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Stadtbürgermeister Guido Orthen - beide sind Mitglieder der Ahrweiler Schützengesellschaft, dankten den zahlreichen Unterstützern, Spendern, Handwerkern und Sponsoren, die das Projekt „Haus der Schützen“ durch eine vorbildliche Solidarleistung in Ahrweiler möglich gemacht hatten. Museumspädagogin Heike Hollunder erläuterte das Konzept des Museums, das die Gäste anschließend erstmals in Augenschein nahmen konnten. Herbert Engel leitet das Museum. Gemäß neuester museumspädagogischer Erkenntnisse handelten die Schützen bei der Ausstattungs des Museums nach dem Prinzip "Weniger ist mehr" und zeigen lediglich Teile ihrer Sammlung. Die übrigen Stücke wurden eingelagert; sie künftig in wechselnden Sonderausstellungen gezeigt werden. Die Rhein-Zeitung berichtete:

Die ausgewählten Exponate setzt das neue Schützenmuseum nicht nur eindrucksvoll in Szene, sondern auch in eine zeitgeschichtliche Beziehung zueinander. So erhält der Besucher Einblicke in den gestalterischen Einfluss des herrschenden Zeitgeschmackes auf die traditionellen Schützenutensilien. Die Schilde, darunter auch eines aus dem Jahre 1752, sind vor einem Spiegelhintergrund ausgestellt. So kann der Besucher die Handwerkskunst von allen Seiten bewundern und auch erkennen, was den Menschen dieser vergangenen Epoche besonders am Herzen lag. Manche Schilde sind nicht nur mit prächtigen Verzierungen, sondern zudem mit patriotischen Sinnsprüchen versehen. Im 19. Jahrhundert ließen mehrere Schützenkönige ihre Schilde sogar in Form von militärischen Orden anfertigen. Jede Bürgerschützenmajestät behält einen Silberpokal, der ein Leben lang an die drei Jahre Königswürde erinnert. Für das Schützenmuseum haben sich mehrere Ahrweiler Familien von diesen Erinnerungsstücken getrennt. So gibt es zwei Pokale im Barockstil und ebenfalls zwei Beispiele des dekorationsverliebten Jugendstils (von 1903 und 1907). Zeitmäßig eng beieinander liegen die beiden Pokale aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, aber stilistisch zeigen sie einen riesigen Sprung – vom neoklassizistischen Prunkpokal (1927) von Fritz Kempges zum heute noch zeitgemäß wirkenden Pokal von Schützenkönig Ferdinand Gies im reduzierten Bauhausstil (1930).[2]

Als Traditions-Schützengesellschaft betreiben die Ahrweiler St.-Sebastianus-Schützen zwar keinen Schießsport; trotzdem zeigen sie in ihrem Museum eine ganze Reihe von Waffen - darunter eine Hakenbüchse vom Ende des 14. Jahrhunderts, Steinschlagpistolen aus den Jahren 1660 bis 1710 sowie eine Vitrine mit Offizierssäbeln, die von den Schützen zum Repräsentieren benutzt werden. Ein Teil des Museums ist dem Wein gewidmet, denn die Gesellschaft selbst an- und ausbaut und der zahlreiche Prämierungen erhalten hat. Auf einem großen Bildschirm wird ein Informationsfilm zum Ahrweiler Schützenwesen gezeigt. Die bisherigen Fotogalerien wurden durch digitale Bilderrahmen ersetzt.

Spezialbeleuchtung für einen besonderen Inhalt: das Knochenkreuz, das Fähnrich Johann Josef Kreuzberg im Jahr 1839 nach einem Böllerunfall, bei dem er beide Beine verlor, aus einem seiner Unterschenkel schnitzte.[3]

Bürgermeister Orthen lobte das neue Museum als „eine Schatzkammer und große Bereicherung der Museumslandschaft der Stadt“. Als einziges Museum zum Thema Schützenwesen im gesamten Bundesland könne es sich als Ausflugsziel für andere Schützengesellschaften erweisen. Das Konzept für das Schützenmuseum wurde von der Museumspädagogin Heike Hollunder entwickelt. „Ein Gleichgewicht zu finden zwischen Bewahren und Erneuern, zwischen Tradition und Innovation“, beschrieb sie das erklärte Ziel. In Zusammenarbeit mit dem Museumsleiter Herbert Engel und dem Museumsausschuss entstand so die neue Konzeption für ein Schützenmuseum als Erlebnisstation „ohne Gähnfaktor“, wie die Rhein-Zeitung am 14. Juni 2014 beschrieb.

Siehe auch

Blankart (Adelsgeschlecht)

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Hans-Georg Klein: Haus der Schützen - Anmerkungen zur Blankarts Scheuer
  2. Quelle: Gabi Geller: Schützenmuseum spiegelt den Zeitgeist wider - Einmalig in Rheinland-Pfalz: Ausgewählte Zeugnisse einer langen Tradition werden in Ahrweiler präsentiert, in: Rhein-Zeitung vom 13. Juni 2014
  3. Quelle: Günther Schmitt: Museum und Veranstaltungsort - Neues Haus der Schützen in Ahrweiler wird eingeweiht, general-anzeiger-bonn.de vom 11. Juni 2014