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Kreissparkasse Ahrweiler

Katholische Pfarrkirche „St. Mauritius“ Heimersheim

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Insbesondere das Mittelstück des Heimersheimer Altars, eine in Alabaster ausgeführte figürliche Darstellung der Kreuztragung Christi, gilt als künstlerisch wertvoll.
Blick zu Empore und Orgel
An der seitlichen Wand des Altarraumes steht eine Grabplatte. Weil eine Jahreszahl fehlt, kommen für das Grab zwei Personen in Frage: Johann Quadt, Herr zu Landskron und Tomberg, und sein Sohn Hermann Quadt.
Besonders erwähnenswert ist diese Pieta aus den Jahren zwischen 1401 und 1415
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Der spätromanische Altbau der katholischen Pfarrkirche „St. Mauritius“ Heimersheim, eine Emporenbasilika mit Querhaus und hohem Vierungsturm, zählt zu den schönsten und interessantesten Pfarrkirchen im Kreis Ahrweiler. Die Kirche brannte mehrfach ab (zum Beispiel 1555), wurde durch feindliche Truppen geplündert (1646) und die Fundamente wurden mehrfach saniert.


Standort

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Die Kirche

Nach Ansicht von Experten hat am Standort der heutigen Kirche bereits zu römischer Zeit ein Gebäude oder eine Kultstätte gestanden.

Die gewölbte Emporenbasilika mit Querhaus und 60 Meter hohem Vierungsturm wurde um 1223 gebaut – auf sandigen Untergrund, wie sich später herausstellte. Das vierjochige Langhaus wurde vermutlich von einem Vorgängerbau übernommen und später umgebaut. Nach Osten endet es in einem Rechteckchor. Der achteckige Vierungsturm wird von Dreiecksgiebeln bekrönt. Bei dem innen wie außen reich mit romanischen Blendbögen, Lisenen (pfeilerartige Mauerstreifen), Diensten (dünnen Säulchen, speziell in der Gotik) und Kapitellen gegliederten Bau sind die bauzeitlichen spätromanischen Glasmalereifenster im Chor von besonderem kunsthistorischen Wert. Sie zählen zu den ältesten Kirchenfenstern Deutschlands. Sie zeigen Heiligendarstellungen, die Darstellung der Verkündigung sowie der Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt Christi. 1960/61 fügte man an den gotischen Bau nach Plänen des Trierer Architekten Heinrich Otto Vogel einen westlichen Anbau an, der wie eine eigenständige zweite Kirche wirkt.

Seit Jahrhunderten traten bei der Mauritiuskirche immer wieder Mauerwerksschäden auf. Teils verursachte das zu feuchte Erdreich Setzungen, sodass bereits der Turm über einen Meter schief stand.

Durch Brände in den Jahren 1555, 1588, 1624 und 1633, verursacht von plündernden spanischen Truppen, vom Herzog von Weimar und von schwedischen Truppen, wurde dem Tuffstein der Vierungspfeiler das Bindemittel entzogen, sodass die Pfeiler wegzubrechen drohten. Außerdem brannten tragende Eichenbalken im Mauerwerk weg und wurden nicht ersetzt.

Als der Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner (1802-1861) im Jahr 1855 Heimersheim besuchte, bemerkte er bereits eine Neigung des Turmes. Bis zum Jahre 2004 war daraus in westlicher Richtung eine Schieflage von 80 Zentimetern, nach Süden hin immerhin von 25 Zentimetern geworden. Infolge herunterfallender Putzteile im Innern wurde die Kirche gesperrt. Seit April 2002 ist im historischen Teil der Kirche kein Gottesdienst mehr gehalten worden. Diese Schließung behinderte das Gemeindeleben aber nicht wesentlich, weil 1960/61 ein größerer Anbau geschaffen worden war, nachdem die Ursprungskirche für die wachsende Schar der Gläubigen im aufstrebenden Heimersheim zu klein geworden war.

Nach Bestandsaufnahme und ersten Sicherungsarbeiten ging die Sanierung der denkmalgeschützten Kirche im Frühjahr 2006 in die entscheidende Phase. Unter den Gurtbögen diente eine Holz-Stahl-Konstruktion dazu, den fast 600 Tonnen schweren Turm abzufangen. Neue Standfestigkeit sollten Spiralanker aus Edelstahl und ein spezieller Sanierungsmörtel bringen, die in alle vier Pfeiler eingesetzt wurden. Möglich wurden die grundlegenden Maßnahmen durch die Unterstützung des Bistums Trier, des Landes Rheinland-Pfalz, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Orgelförder- und Kirchbauvereins „St. Mauritius“ Heimersheim e. V.

Während der Sanierungsarbeiten am Boden der Pfarrkirche St. Mauritius wurden im Jahr 2010 verschiedene archäologische Grabungen durchgeführt. Mitglieder des sogenannten „Projektkreises Archäologie“ unter der Leitung von Albert Hill aus der Abteilung Archäologie des Bistums Trier suchten in der sogenannten Fläche 1, dem „Metternich-Loch“ am Kopfende des südlichen Seitenschiffes, nach der Grabstelle der Familie von Metternich, die in der Geschichte der Pfarrkirche St. Mauritius eine herausragende Rolle spielt. Die Grabstelle wurde jedoch nicht gefunden. Vermutlich ist sie im 20. Jahrhundert durch den Bau eines Heizungsschachtes zerstört worden.

In der Fläche 2 am hinteren Ende des nördlichen Seitenschiffes wurde der feste Bodenbelag einer möglichen Vorgängerkirche gefunden. Dicht unter dem heutigen Bodenniveau wurde eine flache Grabstelle gefunden, die jedoch schon einmal geöffnet worden war. Die Knochenreste deuten auf das Skelett eines noch nicht ausgewachsenen Mannes hin. In etwa 85 Zentimeter Tiefe stießen die Archäologen dann auf teilweise zusammenhängende Knochen eines ausgewachsenen Menschen, die sich jedoch nicht in Originallage befanden, weil die Armknochen neben den Beinknochen lagen. Schädel und Fußknochen wurden dort nicht gefunden. Noch tiefer endete die Grabung bei den drei Grablegungen, die aufgrund der Steinsetzungen in fränkische Zeit datiert wurden. Zur Zeit ihrer Bestattung stand dort vermutlich noch keine Kirche. Das Fragment eines römischen Ziegels deutet auf eine Besiedlung in der Umgebung bereits in der ausgehenden Antike hin. Die beiden Ausgrabungen wurden anschließend wieder verfüllt. Außer einigen Fotos erinnert heute nichts mehr an die Gräber.[1]

Im November 2012 hieß es, dass noch eine Million Euro fehle, vermutlich jedoch mehr, um die Kirche wieder ansehnlich und sicher herzurichten. An der seitlichen Wand des Altarraumes steht eine Grabplatte. Weil eine Jahreszahl fehlt, kommen für das Grab zwei Personen in Frage: Johann Quadt, Herr zu Landskron und Tomberg, der in der Mitte des Jahres 1541 starb, und sein Sohn Hermann Quadt, der vor seinem Vater im Jahre 1539 vor dem 26. Dezember starb.[2]

Im Oktober 2016 berichtete die Rhein-Zeitung, für die Sanierung werde noch mehr als eine Million Euro benötigt.

Der Kreuzaltar

Am Jahresende 2017 wurde der sogenannte Kreuz- oder Kreuztragungsaltar wieder an seinem ursprünglichen Platz aufgebaut. Zuvor war er von einem Fachunternehmen aus Trier aus dem Chorraum entfernt und restauriert worden. Nach einer Beschreibung des damaligen Kaplans Kurt Butterbach aus dem Jahr 1944 wurde dieser „zierliche Altar“ vom Trierer Erzbischof Lothar von Metternich (1599 bis 1623) zum Gedächtnis seiner Eltern, Johann von Metternich († 1561) und Catharina von der Leyen († 1584) errichtet. Der kurtrierische Bildhauer Hans Rupprecht Hoffmann fertigte den Altar an; von Hoffmann stammen u.a. Kanzel und Allerheiligenaltar im Trierer Dom. Insbesondere das Mittelstück des Heimersheimer Altars, eine in Alabaster ausgeführte figürliche Darstellung der Kreuztragung Christi, gilt als künstlerisch wertvoll. Zu den noch lebenden Nachkommen der Familie von der Leyen gehört auch die Familie von Professor Heiko Echter von der Leyen und seiner Ehefrau, der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen aus Burgdorf bei Hannover. Im nächsten Schritt sollen die Chorfenster samt ihrer historischen Teile wieder eingesetzt werden. Die aus dem 13. Jahrhundert stammenden Kirchenfenster waren ausgebaut und zur Lagerung nach Köln gebracht worden, weil die gesamte tragende Konstruktion der Kirche aus statischen Gründen abgestützt werden musste.[3]

Die Orgel

Im Oktober 2005 begann der Einbau der neuen Orgel aus der Werkstatt von Orgelbaumeister Hubert Fasen aus Oberbettingen bei Hillesheim. Am 18. Dezember 2005 wurde das Instrument, das unter anderem aus 1400 Pfeifen von 12 Millimetern bis 4,25 Metern Länge sowie aus 25 Prospektpfeifen besteht, feierlich eingeweiht.

Die Fenster

Die spätromanischen Glasmalerei-Fenster im Chor zählen zu den ältesten Kirchenfenstern Deutschlands.[4]

Ausstattung

Besonders erwähnenswert ist eine Pieta aus den Jahren 1401 bis 1415.

Weitere Bilder

Siehe auch

Mediografie

Weblink

Wikipedia: St. Mauritius (Heimersheim)

Fußnoten

  1. Quelle: Jochen Tarrach: Historisches Erbe von St. Mauritius fordert heraus – Renovierung ist ein Mammutprojekt: Gefährdeter Kirchturm gerettet und Terrain für Archäologen, in: Rhein-Zeitung vom 21. Oktober 2016
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 7. November 2012
  3. Quellen: Kreuzaltar zurück in Heimersheimer Kirche, in: Rhein-Zeitung vom 20. Januar 2018, und Christoph Lüttgen: Restaurierungsarbeiten schreiten voran: Kreuzaltar von St. Mauritius Heimersheim wieder am Platz, general-anzeiger-bonn.de vom 20. Januar 2018
  4. Quelle: Petra Ochs: Zwischen Historie und Moderne: Heimersheim – 3000 Einwohner schätzen gute Infrastruktur, in: Rhein-Zeitung vom 12. Juli 2016