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Margaretha von Arenberg

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Margaretha von der Marck-Arenberg (* 1527 auf Schloss Reckheim; † 1599 auf Schloss Zevenberghen) war von 1541 bis 1547 regierende Gräfin und ab 1576 gefürstete Gräfin von Arenberg.

Sonstiges

Nach dem Tod von Robert III. von der Marck-Arenberg, der ohne Nachkommen gestorben war, wurde dessen Schwester Margaretha Erbin des Besitzes. Im Jahr 1547 heiratete sie Johann von Ligne, Baron von Barbençon. Dieser kämpfte als Befehlshaber in spanischen Diensten. Karl V. bestätigte die Bestimmung im Ehevertrag des Paares, das Johann von Ligne den Namen Arenberg und dessen Wappen führen durfte. Aus der Ehe ging die dritte Linie des Hauses Arenberg aus dem Haus Ligne hervor. Johann von Ligne wurde 1549 zum Reichsgrafen erhoben. Er fiel 1568 in der Schlacht von Heiligerlee.[1]

Daraufhin übernahm Margarethe die Herrschaft für ihren Sohn. Im Jahr 1568 konnte sie eine Belagerung von Burg Aremberg abwenden. Im Jahr 1571 bestätigte ihr Kaiser Maximilian II. die Reichsunmittelbarkeit, das Bergregal und das Münzrecht. Ihren Untertanen wurde untersagt, sich an Gerichte außerhalb der Herrschaft zu wenden.

Während ihrer Herrschaft ließ Margaretha die Burg Aremberg ausbauen. So ließ sie 1576 eine neue Kapelle bauen. Für ihre Herrschaft erließ Margarethe von Arenberg eine Landesordnung. Sie förderte den Bergbau und das Hüttenwesen. Nicht zuletzt in Hinblick auf den Bedarf von Holzkohle für die Verhüttung erließ die Gräfin eine Waldordnung.

Die katholische Margarethe beteiligte sich an der Hexenverfolgung, erließ 1593 aber eine Verordnung gegen das Hexenwesen für ihr Gebiet und versuchte die Hexenverfolgung auch durch die Förderung der religiösen Bildung zu bekämpfen.

Über die Herrschaft Arenberg hinaus spielte Margaretha auch in den Niederlanden und am kaiserlichen Hof eine Rolle. Sie war 1572 Oberhofmeisterin der Erzherzogin Elisabeth und begleitete diese zu ihrer Hochzeit mit Karl IX. nach Frankreich. Im Jahr 1576 wurden Margaretha und ihr Sohn Karl in den Reichsfürstenstand erhoben.

Peter Neu beschreibt Margaretha von Arenberg als eine „Frau zwischen zwei Welten“: Einerseits war sie ihrer Zeit weit voraus, betätigte sich international als Geschäftsfrau, etablierte Dorfschulen und zeigte sich gegenüber Menschen anderer Glaubensrichtungen tolerant. Andererseits war sie im mittelalterlichen Denken verhaftet, glaubte an Hexen und fand deren Bestrafung gerecht.[2]

Franz-Josef Heyen schrieb über Margaretha von der Marck:

Sie erließ eine Verordnung, die von den Pfarrern eine bessere Glaubensunterweisung, gestützt auf Gottes Barmherzigkeit und den Katechismus von Peter Canisius, forderte. Nur durch eine bessere Bildung könne der Hexenwahn bekämpft werden, weshalb sie für die Kinder ihrer Untertanen obligatorisch Lese- und Schreibunterricht einführte - damals eine Seltenheit. Eltern, die ihre Kinder nicht zur Schule schicken wollten, sollten bestraft werden. Wie fast alle ihrer Zeitgenossen glaubte sie an die Möglichkeit der Existenz von Hexen, nur konnte sie in ihrem tiefen Glauben an Gottes Barmherzigkeit die Prozedur der Tortur und des Scheiterhaufens nicht akzeptieren.[3]

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Wikipedia: Margaretha von der Marck-Arenberg, Version vom 12. Januar 2016
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 24. April 2012
  3. Quelle: Franz-Josef Heyen: Die Fürsten und Herzöge von Arenberg, Koblenz 1995, S. 7ff., nach: Leonhard Janta: Margaretha von der Marck – Fürstin von Arenberg, in: Evelyn Dirks (Kreisverwaltung Ahrweiler): Wer woar dat? Auf den Spuren von Frauen aus dem Kreis Ahrweiler – Begleitheft zur Ausstellung im Museum der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler 29. Februar bis 18. April 2004, Bad Neuenahr-Ahrweiler 2004, 59 Seiten, Seite 8f.