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Schloss Sinzig

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Das neugotische Schloss Sinzig steht auf den Resten einer 1337 erstmals erwähnten Wasserburg. Doch erst aus der Mitte des 17. Jahrhunderts ist eine erste bildliche Darstellung der Anlage erhalten. Wie das vom Baumeister Pasqualini entworfene Wasserschloss damals ausgesehen hat, ist trotzdem ungewiss, denn es handelt sich dabei lediglich um eine Zeichnung auf dem Kopf des sogenannten Sinziger Meisterbriefes, der heute in der stadtgeschichtlichen Abteilung des Museums der Stadt ausgestellt ist. Der mit vier Ecktürmen dargestellte und zu dieser Zeit bereits schlossartige Bau der Herzöge von Jülich-Berg wurde im Jahr 1689, während des Pfälzischen Erbfolgekrieges, von französischen Truppen zerstört. Von 1856 bis 1859 ist das heutige Schloss unter Einbeziehung der Reste gebaut worden. Im Gegensatz zur alten Darstellung besitzt der heutige Bau nur einen Turm. Und während die frühere Burg mehr oder weniger eine Verteidigungsanlage war, ist das neue Schloss eher eine repräsentative Villa. Die Stadt Sinzig nutzt das Schloss heute für Repräsentationszwecke; außerdem sind in ihm ein Trauzimmer und das Heimatmuseum der Stadt Sinzig untergebracht. Das Billardzimmer wurde bis 1990 als Ratssaal genutzt.


Schloss Sinzig, Luftaufnahm.JPG
Schloss Sinzig HGR.jpg
Das Sinziger Schloss dient Jahr für Jahr als Kulisse für den Barbarossamarkt zu Sinzig.
Ansicht aus Richtung Norden
Detail am Eingang.
Ansicht aus Richtung Westen
Das Schloss ist auch Austragungsort der Sinziger Hochzeitsmesse

Anschrift und Standort

Barbarossastraße

53489 Sinzig

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Chronik

Der Kölner Gustav Bunge ließ das Schloss zwischen 1854 und 1858 als Sommersitz auf den Ruinen einer sagenumwobenen mittelalterlichen Wasserburg im neugotischen Stil von Baumeister Vincenz Statz für 27.000 Taler erbauen. Bunge hatte das Ruinen-Grundstück 1850, im Jahr seiner Heirat mit Adele Andreae, gekauft. Bunges Initialen „GB“ zieren noch heute die Wetterfahne auf der Turmspitze des Schlosses.

Der Historienmaler Prof. Carl Christian Andreae, ein Schwager des Besitzers, gestaltete die Wände des Turmzimmers in den Jahren 1863 bis 1865 mit prächtigen Marouflagen. Dabei handelt es sich nicht um Wandmalereien, die auf noch feuchten Putz aufgetragen wurden, sondern um Bilder, die im Atelier auf Leinwand gemalt und dann mithilfe eines Bindemittels auf die Wände geklebt wurden. Dazu gehört ein Bild mit dem Titel „Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) erteilt dem Bischof von Trier im Jahr 1158 ein Bergwerksprivileg“: Die idealisierte Darstellung des Kaisers prägt noch heute weitgehend die Vorstellung von der Erscheinung Barbarossas. Andreae gestaltete auch die Kassettendecke des Salons und das gesamte Treppenhaus.

Die fünf Kinder aus der Ehe von Gustav Bunge mit Adele, geborene Andreae, wuchsen in dem Schloss auf. Die erstgeborene Tochter Johanna (verh. Johanna Koenigs), die den Kölner Bankier und Kunstmäzen Ernst Königs (1843-1904) heiratete, erbte das Gebäude. Bis in die 1930er-Jahre nutzte die Familie Bunge-Königs das Schloss als Sommersitz.[1]

Im Jahr 1950 hieß es, das Sinziger Schloss werde zu einem Sanatorium für kranke Kriegsheimkehrer umfunktioniert. 1952 ging es in den Besitz einer GmbH über, an der die Stadt Sinzig zu 20 Prozent beteiligt war. Wiederum zwei Jahre später war die Stadt Alleineigentümerin. Im Jahre 1956 brachte sie im Schloss das Heimatmuseum der Stadt Sinzig und das Archiv der Stadt Sinzig unter. Die Geburtsstunde des Museums hatte allerdings schon einige Jahre zuvor geschlagen, als Bürgermeister Franz Josef Zimmer die Sammlung am 2. Dezember 1953 im damaligen Rathaus erstmals öffentlich vorstellte.[2]

Karl-Friedrich Amendt, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig e.V., berichtete bei einer Mitgliederversammlung des Vereins im Januar 2013 über ein dringendes bautechnisches Problem im Schloss Sinzig:

Bei der Brandsicherheit gibt es erhebliche Mängel, Fluchtwege sind falsch oder gar nicht ausgeschildert, die Elektroinstallation ist auf dem Stand der 1920er Jahre und zum Teil fehlerhaft verlegt.“ Bürgermeister Wolfgang Kroeger sei informiert, es bestehe dringender Handlungsbedarf.

Sonstiges

Im Keller des Schlosses gibt es einen Kohlenschacht, Lagerräume für Kartoffeln, Obst und Wein. Außerdem sind dort Fundamentreste der ehemaligen Wasserburg der Herzöge von Jülich-Berg zu sehen. Ein Gitter deutet auf eine frühere Nutzung als Gefängnis hin.[3]

Weitere Bilder

Siehe auch

Mediografie

Weblink

Wikipedia: Schloss Sinzig

Fußnoten

  1. Quelle: Jochen Tarrach: Sinziger Schloss steht auf historischen Mauern – Kaiser Ludwig erlaubte 1337 den Bau einer Wasserburg zur Stadtbefestigung, in: Rhein-Zeitung vom 15. Mai 2017
  2. Quelle: Hildegard Ginzler: Maulen und Meckern machen Museum möglich, general-anzeiger-bonn.de vom 20. Februar 2003
  3. Quelle: Heimatmuseum Sinzig: Auf Spurensuche im Heimatmuseum – Etwas für Kulturfreunde und Genießer: Zum Internationalen Museumstag gab es fünf Führungen, eine neue Ausstellung und Wohlsein auf der Schlossterrasse, blick-aktuell.de vom 31. Mai 2017