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Walter Schmitt

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Walter Schmitt (* 26. Juli 1928 in Sinzig, † 6. Januar 2017) war 36 Jahre lang Vorsitzender des Eifelvereins Sinzig. Im August 2011 legte der zu dieser Zeit 83-jährige „Eifel-Schmitt“, wie er häufig genannt wurde, den Vorsitz nieder. „Seit 1972 gehört er dem Eifelverein an und hat ihn zu einem der mitgliederstärksten Ortsvereine gemacht“, berichtete die Rhein-Zeitung am 31. August 2011, „2010 noch hat er 118 Wanderungen mit mehr als 1700 Kilometern zurückgelegt, 23 Radwanderungen organisiert und 145 Wanderungen geplant, die für jeden Geschmack und jedes Leistungsniveau etwas zu bieten hatten.“ Schmitt war außerdem geistiger Vater der Wanderkarte Das Rheintal. 20 Jahre lang war er für den Hauptverein als Bezirkswegewart für den Rheinhöhenweg und die gesamte linksrheinische Wanderlinie von Bonn bis zur Mosel zuständig.


Vita

Walter Schmitts Eltern stammten aus Meuspath und Zermüllen. 1928, im Jahr seiner Geburt, zogen sie nach Sinzig. Als Schmitt, von Beruf Eisenbahner, zum Eifelverein Sinzig stieß, lag dieser am Boden. Es wurden lediglich „kleinere Spaziergänge“ unternommen. Eine Vereinschronik gab es nicht.

Die Vereinshistorie hielt Walter Schmitt nach umfangreichen Recherchen in einer Chronik fest. Das 100-jährige Bestehen des Sinziger Eifelvereins im Jahr 1997 fiel mit dem Eifeltag des Hauptvereins zusammen, bei dem der damalige Bundespräsident Roman Herzog die Sinziger mit der Eichendorff-Plakette auszeichnete. Walter Schmitt wurde vom Haupt-Eifelverein mit der Goldenen Verdienstnadel ausgezeichnet.

Eine besondere Freundschaft knüpfte Schmitt nach dem Fall der Berliner Mauer ins thüringische Arnstadt. Im ausgebauten Keller seines Hauses fanden die Vereinsversammlungen statt. Die Wände waren voller Erinnerungen. An einen Balken hatten die Thüringer ihre letzten DDR-Münzen geklebt. Die Rhein-Zeitung berichtete:

„Hier bin ich besonders stolz drauf. Es gibt wohl nur wenige, die an vier Wimpelwanderungen teilgenommen haben“, sagt Schmitt und nimmt eine Tafel in die Hand, die an seine 600-Kilometer-Wanderung von Fulda nach Zwiesel 1980 erinnert. In seinem Arbeitszimmer stehen Wanderschuhe Paar an Paar nebeneinander. In Kisten sind die Regionen untergebracht. Die Regale bersten geradezu vor Literatur über die schönsten Wandergegenden der Welt, die er auf seinen Reisen erkundet hat: Schmitt: „Ich war mehrmals im Himalaya, in den Wüsten und Berggegenden auf allen Kontinenten dieser Erde. Aber die Eifel ist in ihrer Schönheit und Vielseitigkeit mit nichts anderem vergleichbar.“

Walter Schmitt war auch Ehrenmitglied des Vereins zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig e. V. Schmitt gehörte dem Verein seit seiner Gründung im Jahr 1978 an. Fast 30 Jahre lang war er Schatzmeister. Tatkräftiges Zupacken bei Arbeiten an Wegkreuzen und anderen Kleindenkmälern, die der Verein in seiner Anfangszeit erfassen und sichern half, gehört ebenfalls zu Schmitts Verdiensten. Dazu zählte auch der hinter dem Rathaus Sinzig stehende Gedenkstein für den aus Sinzig stammenden Venn-Führer Michel Schmitz. Als Schmitt 2008 nicht mehr für den Vorstand kandidierte, wurde er für seine Verdienste mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Bis kurz vor seinem Tod besuchte er die Mitgliederversammlungen des Vereins und unterstützte noch im Dezember 2016 die Unterschriftenaktion des Vereins zur Erhaltung der Häuser in der Mühlenbachstraße 36 bis 40.[1]

Auszeichnungen

Für „uneigennütziges und langjähriges Wirken in vielen Bereichen“ wurde Walter Schmitt am 14. Januar 2013 von der damaligen Justizstaatssekretärin Beate Reich im Auftrag von Ministerpräsident Kurt Beck im Kreishaus Ahrweiler mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Reich sagte:

Die Liebe zur Eifel mit ihrer einmaligen landschaftlichen Schönheit wurde in Ihnen schon als Jugendlicher bei Ferienaufenthalten bei Verwandten in der Eifel geweckt. Daher ist es nicht verwunderlich, welche Bedeutung das Wandern für Sie hatte und hat.[2]

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Sinziger Denkmalverein trauert um Walter Schmitt – Ehren- und Gründungsmitglied fungierte fast 30 Jahre lang als Schatzmeister und packte auch ansonsten tatkräftig zu (Nachruf), in: Rhein-Zeitung vom 17. Januar 2017
  2. Quelle: Ein Leben für das Wandern, in: General-Anzeiger vom 15. Januar 2013