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Hotel „Zur Waldburg“ Remagen

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Das ehemalige Hotel "Zur Waldburg" auf dem Victoriaberg oberhalb von Remagen wurde 1970 geschlossen. Seitdem verfällt die Ruine. Die Mauern sind bereits zum Teil in sich zusammengebrochen. Die Reste sind abbruchreif.


Die ehemalige Waldburg im Herbst 2009
Zustand im Januar 2016
Luftaufnahme
Ansichtskarte von der Terrasse.
Ansichtskarte vom einstigen Hotel Waldburg Remagen.
Blick von der ehemaligen Terrasse rheinabwärts in Richtung Drachenfels.
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Standort

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Chronik

Der damalige Remagener Bürgermeister Friedrich Wilhelm Beinhauer hielt im Jahr 1869 in der Stadtchronik fest:

Der im März 1867 gegründete "Localverschönerungsverein" entwickelte in den Jahren 1868 und 1869 eine erfreuliche Tätigkeit und führte auf Koppen, von ihm nunmehr Victoriaberg benannt, auf den angekauften, an den Stadtwald grenzenden Grundstücken Anlagen aus, welche den gebotenen Punkten seltener vorzüglicher Aussichten und Panoramas vollkommen entsprechen.

Ein Pavillon wurde errichtet, eine Terrasse planiert, Sitzbänke wurden aufgestellt und "ein Promenadenweg südlich neben der Oelgeshohle parallel mit derselben zum Aufgang zur Höhe durch den Stadtwald angelegt." Der damals schon existierende Fußweg zwischen dem Marienberg und den Anlagen auf Koppen wurde verbreitert und verbessert. "Auch stellte der Verein an den Wegen auf passenden Punkten feste Ruhesitze auf. Dasselbe geschah an der Köln-Mainzer Straße unter- und oberhalb der Stadt und in den dem Grafen von Fürstenberg gehörigen Kiefernwäldchen auf der Höhe an den Rheinhelden", schrieb der Chronist. 1898 schlug dann die Geburtsstunde der Waldburg. Der "Localverschönerungsverein" ließ sie bauen.

Die Tennishalle des Hotels wurde später demontiert und in Bad Breisig als "Jahnhalle" wieder aufgebaut. Ältere Remagener wissen noch, daß unzählige Touristen mit Bussen anreisten, um vom Plateau der Waldburg aus den Blick ins Rheintal zu genießen. Der Saal und die Terrasse boten einen herrlichen Blick ins Rheintal und in den Westerwald. Diese Tradition nahm 1937 ihren Anfang, denn damals hatten Anne und Wilhelm Pilger ihr 17-Betten-Hotel dort errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Hotel sogar erweitert, rund 1200 Gäste standen jährlich im Buch.

Ende der 1960er-Jahre hatte das Interesse an der Rheinromantik nachgelassen; die Gästezahlen gingen rapide zurück. Die Besitzer, Waltraud und Majo Schumacher, planten, Restaurant und Hotel mit einem Seniorenheim zu kombinieren. Doch die Stadt Remagen erteilte keine Baugenehmigung. So schloss der Betrieb im Jahr 1970. 13 Jahre währten die Auseinandersetzungen mit den Behörden für eine Baugenehmigung. Schließlich resignierten die Schumachers.

Die 7000 Quadratmeter Grund und Boden gingen im Erbbaurecht an ein Berliner Konsortium. Bald schon gab es wieder hochtrabende Pläne für die Waldburg. Konkret aber wurde trotz ständiger Diskussionen nichts. Der Verfall nahm derweil unaufhaltsam seinen Verlauf.

1994 kam neue Hoffnung auf: Das Gelände wurde verkauft, eine Klinik sollte dort oben am idyllischen Fleckchen entstehen. Ein deutsches Neurodermitis-Zentrum plante, sich dort niederzulassen. Die Diskussionen zeigten sich innerhalb der politischen Gremien als relativ schwierig, doch schließlich gab es grünes Licht für das angestrebte 30 Millionen Mark-Projekt.

Die Gesundheitsreform der Bundesregierung machte die Pläne von Dr. Volker Hömberg aus Düsseldorf jedoch obsolet. Der heute noch gültige Bebauungsplan 10.33/02 "Waldburg, 2. Änderung: SO mit Zweckbestimmung Therapeutische Klinik“ lässt wohl auch einen Hotel-Neubau zu. Abgelehnt hingegen wurden vom Remagener Stadtrat sämtliche Versuche, aus dem Gelände ein Baugebiet zur Wohnbebauung zu machen.

Bei einem Neubau wäre zumindest der Turm erhalten geblieben und in die Klinikeinfahrt integriert worden. So jedenfalls sah es das Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz in Mainz vor. Der Abteilungsleiter für Burgen und Schlösser, Dr. Paul Georg Custodis, gab dem Gebäude, das den Turm umgibt, schon vor Jahren keine Chance mehr.

Seit 2012 werden die Hotel-Ruine und das 8719 Quadratmeter große Gelände von der Bonner Firma Limbach Immobilien für 1,38 Millionen Euro zum Kauf angeboten.

weitere Fotos

siehe auch

Waldburgstraße (Remagen)

Mediografie

Stephan Braun: Der Wald als Fremdenverkehrsziel um 1900 - dargestellt am Beispiel von Remagen, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2003, Ahrweiler 2002