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Katholische Pfarrkirche „St. Lambertus“ Kirchdaun

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Lambertus Kirchdaun 01.jpg
Die heutige Taufkapelle ist der älteste Teil der Kirche.
Die alte Turmuhr steht heute in der Taufkapelle.
Taufbecken
Das Portal der katholischen Pfarrkirche "St. Lambertus" in Kirchdaun.
Lambertus Kirchdaun 09.jpg
Die katholische Pfarrkirche "St. Lambertus" in Kirchdaun - durch abendliche Beleuchtung weithin sichtbar.
Pfarrkirche Kirchdaun 2.jpg

Die Katholische Pfarrkirche "St. Lambertus" Kirchdaun zählt zu den schönsten historischen Kirchen des Ahrkreises. Am Berghang liegt sie dominierend über dem Ort und selbst die Tatsache, dass der Kirchturm schon im Jahre 1921 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde, stört das Gesamtbild kaum. In früheren Jahrhunderten wird mancher müde Reisende, darunter möglicherweise gar Könige und Kaiser, in dem Gotteshaus gebetet haben. Denn Kirchdaun und seine Kirche lagen an der Aachen-Frankfurter Heerstraße. Pilger reisten also durch das Dorf nach Aachen zum Grab Karls des Großen, aber auch Könige mit ihrem Gefolge auf dem Weg zur Krönung zogen auf der mittelalterlichen Straße entlang. Im Jahr 1131 wird in alten Urkunden die Kirche in Kirchdaun erstmalig erwähnt, als Papst Innocenz II. dem St.-Cassius-Stift in Bonn eine Stiftung bestätigte.


Standort

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Eigentümer

Das Gotteshaus ist Eigentum der Katholischen Pfarrgemeinde "St. Lambertus" Kirchdaun und Gimmigen.

Chronik

Erstmalig urkundlich erwähnt wurde eine Kirche in Kirchdaun bereits im Jahr 1131, als Papst Innozenz II. dem Cassius-Stift in Bonn eine Stiftung bestätigte. Von der ursprünglichen Kirche sind heute wohl noch ein paar Mauerreste erhalten, die beim Umbau im 14. Jahrhundert Verwendung fanden. Sonst aber hat das St. Lambertus gewidmete Gotteshaus in den folgenden Jahrhunderten sein Äußeres grundlegend verändert. Mit der Ursprungskirche hat es nur noch wenig gemein.

Im 14. Jahrhundert wurde der romanisch-gotische Chor erneuert. Er ist heute der älteste Teil der Kirche. Rechts vom Eingang gelegen, dient er als Taufkapelle. Dort steht heute auch die alte Turmuhr von St. Lambertus.[1]

1909 wurde nach Plänen des Architekten Caspar Clemens Pickel ein neugotisches Kirchenschiff gebaut und dem Zeitgeschmack entsprechend ausgemalt.

1921 wurde der Kirchturm wegen Baufälligkeit abgerissen.

Die Komplettsanierung der Außenfassade wurde im Herbst 2005 nach dreijähriger Arbeit abgeschlossen. Die Bausubstanz wurde von 2002 bis 2005 gesichert, das neugotische Bauwerk erhielt einen weißen Schutzanstrich und das Dach wurde teilweise erneuert. Architekt war Karl Wilhelm Rykhoek aus Heimersheim. Rund 154.000 Euro mussten für die Sanierung aufgebracht werden. Da auch beim Bistum Trier die Kassen leer waren und nur noch zur reinen Bauerhaltung Zuschüsse gewährt wurden, mussten die Gemeindemitglieder, unterstützt von vielen Spendern, selbst tief in die Tasche greifen.

Trotzdem hat es nicht ganz gereicht, denn der Bruchsteinsockel wurde noch nicht renoviert. In neuem Glanz leuchtet dafür aber die wunderschöne Rosette an der Kirchenfront, die rund um St. Cäcilia in der Mitte einst in herrlicher Glaskunst ausgeführt wurde. Ihre Wiederherstellung war besonders schwierig, weil sie sich im Laufe der Jahrhunderte verzogen hatte und zur Restaurierung komplett ausgebaut werden musste. In den Fensternischen des ältesten Teils der Kirche, des Chores aus dem 14. Jahrhundert, fand sich noch Originalfarbe. Sie wurde nachempfunden, sodass sich der Chor heute farblich leicht vom übrigen Kirchenschiff absetzt.

Am 6. Juli 2015 wurde die St. Lambertus-Stiftung Kirchdaun-Gimmigen gegründet, zu deren Zielen die Erhaltung der Kirche gehört.

Im September 2015 erhielt die Kirche einen neuen Zelebrationsaltar. Weihbischof Jörg Michael Peters segnete den aus fast schwarzgeräuchertem Eichenholz gefertigten Altar am Kirmessonntag während eines gut besuchten Pontifikalamtes ein", berichtete der General-Anzeiger. Konzelebranten waren Pfarrer Peter Dörrenbächer, Ruhestandspfarrer Herbert Ritterrath als ehemaliger Geistlicher in Kirchdaun sowie Kaplan Andreas Kern und Diakon Bert Flohe. Zunächst war ein Altar aus Stein geplant; mit seinem hohen Eigengewicht hätte er allerdings zu statischen Problemen geführt. Deshalb habe sich der Verwaltungsrat mit dem Vorsitzenden Ludwig Schäfer für einen Altar aus massivem Eichenholz entschieden. Der GA berichtete:

Das dunkle Eichenholz als natürlich gewachsenes, würdiges Material finde seine Vorbilder bereits in der Ausstattung der Kirche, die am 14. Juni 1911 eingeweiht worden war. Auf dem stark gemusterten rot-beigen Boden des Chores hebe sich der neue Eichenholz-Altar gut ab, er werde als wichtigster liturgischer Ort seiner Mittelpunkt-Funktion gerecht. Die als Intarsien eingelegten, schmalen goldenen Bänder veredeln das schlichte Holz. Auf der Seite der Mensa hin sind es zwölf, in Anlehnung an die Zahl der Apostel. Zur Gemeinde hin sind es 13, dem "Maß der Einswerdung mit Gott" entsprechend.[2]

Die Turmuhr

Wann genau eine Uhr in den aus dem 14. Jahrhundert stammenden Turm der St.-Lambertus-Kirche eingebaut wurde, ist bislang nicht bekannt. Der Heimatforscher Andreas Schmickler hat das heute in der Taufkapelle aufgestellt Uhrwerk untersucht. Dabei ist er zu dem Ergebnis gekommen, dass die Uhr in der vorindustriellen Zeit angefertigt wurde. Nachdem Mitte des 17. Jahrhunderts das Pendel erfunden worden war, ist die Turmuhr im 18. Jahrhundert umgebaut und modernisiert worden. Die Energie, die die Uhr benötigte, stammte von zwei an Seilen befestigten schweren Steinen, die ihre Energie über zwei Walzen auf Uhr- und Schlagwerk übertrugen. Dazu musste die Uhr täglich aufgezogen werden. Bevor der Turm im Jahr 1921 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde, ist die Turmuhr ausgebaut und abtransportiert worden. Ihr Verbleib war über lange Zeit unklar. Die Rhein-Zeitung berichtete am 3. März 2016:

... Andreas Schmickler kam viele Jahre nach ihrem Verschwinden in Heimersheim wieder auf ihre Spur. Er setzte alle Hebel in Bewegung, um sie zurück nach Kirchdaun zu holen. Spenden der Bürger und auch des Fördervereins für Archäologie, Kunst und Museumskultur machten es möglich, die Uhr aufzukaufen und in ihren „Heimatort“ zurückzubringen. Nach umfangreicher Sanierung steht jetzt das Uhrwerk samt Ziffernblatt mit den originalen Zeigern wieder in St. Lambertus. Dort ist das Ensemble in der Taufkapelle aus dem 14. Jahrhundert zu besichtigen.

Weitere Fotos

Siehe auch

St. Lambertus

Mediografie

Weblink

Wikipedia: St. Lambertus (Kirchdaun)

Fußnoten

  1. Quelle: Jochen Tarrach: Alte Pfarrkirche hat schon lange keinen Turm mehr – Bescheidene Dorfkirche St. Lambertus in Kirchdaun hat eine lange Geschichte – Pilger und Könige beteten dort einst, in: Rhein-Zeitung vom 3. März 2016
  2. Quelle: Sankt Lambertus in Kirchdaun - Ein neuer Altar aus schwarzgeräucherter Eiche, general-anzeiger-bonn.de vom 23. September 2015