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Kurpark Bad Bodendorf

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Planskizze der im Februar 2019 im Rathaus Sinzig vorgestellten Planung für die Bebauung des Kurparks
Kurpavillon
Eingang zur Tourist-Information
Eingang zum Lesesaal
Trinkhalle
Bad Bodendorf - Heinz Grates (87).jpg
Bad Bodendorf - Heinz Grates (88).jpg
Die heutige Zapfstelle für Wasser aus der Josef-Quelle Bad Bodendorf

Den rund 1,7 Hektar (17.000 Quadratmeter) großen Kurpark Bad Bodendorf hat die Stadt Sinzig im Jahr 2002 größtenteils – zusammen mit dem ehemaligen Kurmittelhaus Bad Bodendorf und dem inzwischen abgerissenen ehemaligen Kurhaus Bad Bodendorf – an die Unternehmerin Hannelore Spitzlei verkauft[1]; der kleinere Teil gehört nach wie vor der Stadt. Der Kurpark grenzt an den Wohnmobilhafen Bad Bodendorf und an das Thermalfreibad Bad Bodendorf. Die Trinkhalle Bad Bodendorf steht mitten im Kurpark.


Lage

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Chronik

„In der Geschichte Bad Bodendorfs wird ein neues Kapitel aufgeschlagen“, berichtete der General-Anzeiger (GA) am 17. März 2003, das Kurmittelhaus samt Trinkhalle, das seit der Kündigung des damaligen Pächters Gut Tossens im Jahr 1996 kaum noch genutzt wurde, das zwischenzeitlich abgerissene Kurhaus und weite Teile des Kurparks hätten nämlich den Besitzer gewechselt. Verkäufer sei die Pro Seniore AG Mannheim, Käuferin des 6000 Quadratmeter großen Areals Hannelore Spitzley-Cherif, Eigentümer des Seniorenzentrums „Maranatha“. Harald Monschau und Sylvia Linden, die Kinder von Spitzley-Cherif, seien „in das neue Kurprojekt mit eingebunden“. Über den Kaufpreis hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Als Anhaltspunkt könnten aber jene 1,75 Millionen Euro dienen, mit denen Pro Seniore das Gelände in den 1980er Jahren aus der Konkursmasse Volkmann ersteigert habe. „Als Stadt sind wir sehr froh, einen privaten Investor für die Kur in Bad Bodendorf gefunden zu haben“, sagte Bürgermeister Wolfgang Kroeger; mit dem Eigentümerwechsel sei „eine kommunalpolitische Zeitbombe entschärft“ worden. „Es gibt eine Menge Visionen und wir haben auch eine ganze Menge Ideen“, sagte die zu dieser Zeit 61-jährige Maranatha-Gründerin, die 29 Jahre zuvor nach Bad Bodendorf gekommen war. Sie könne sich beispielsweise ein Vitalzentrum mit ansprechenden Ambiente vorstellen. „Wir wollen das Wasser nutzen, die Infrastruktur für die Kur erhalten und Bad Bodendorf wieder etwas Glanz geben“, sagte die neue Eigentümerin weiter, „dies wird modern geschehen, aber mit angepasster und adäquater Architektur.“ Der seit 1988 rechtskräftige Bebauungsplan für das gesamte Areal gebe „im Prinzip eine recht üppige Bebauung her“, hieß es im GA. Was die Einrichtung eines Kurzentrums im Neubau an der Am Kurgarten 59 betrifft, das in den Jahren zuvor heftigen Widerstand der Anlieger ausgelöst hatte, solle eine Denkpause eingelegt werden. Stadt und Maranatha würden jedenfalls „alle Entwicklungen in Absprache vornehmen.“ Tourist-Information, Lesesaal und Kurpavillon am Kurpark-Eingang blieben weiterhin im Besitz der Stadt Sinzig.[2]

Bis Ende April 2012 hatte die Stadt Sinzig das Kurgelände gepachtet - für einen symbolischen Preis von einem Euro. Dafür pflegte die Stadt den Kurpark und übernahm die Grundsteuer und die Kosten für die Oberflächenbewässerung. Die jährlichen Kosten für Pflege und Grundsteuer würden sich auf 20.000 bis 25.000 Euro belaufen, wie es hieß.

Im Jahr 2011, ein Jahr vor Auslaufen des zehnjährigen Pachtvertrags, forderte Eigentümerin Hannelore Spitzlei von der Stadt eine Erhöhung der Pacht auf 1750 Euro monatlich. Stadt und Eigentümerin verhandelten daraufhin ein ganzes Jahr lang; dreimal beschäftigte sich der Stadtrat mit dem Thema. Am Ende schlug die Stadt der Eigentümerin einen Grundstückstausch vor: Spitzlei sollte den Park an die Stadt zurückgeben und dafür ein anderes Grundstück erhalten. Doch Hannelore Spitzlei lehnte ab und bestand auf der Pachtzahlung. Im April 2012 beschloss der Stadtrat Sinzig deshalb, den Pachtvertrag aufzulösen, den sie zehn Jahre zuvor mit den Eigentümern geschlossenen hatte. Weil mit dem Ende des Pachtvertrags auch das Nutzungsrecht erlischt, das Besuchern des Thermalfreibades Bad Bodendorf den Zugang zu dem Bad sicherte, wollte die Stadt ggf. einen neuen Zuweg und einen neuen Eingang für das Bad schaffen. Mit dem Auslaufen des Pachtvertrags entfiel für die Stadt die Verpflichtung, den Park zu pflegen. „Eine Verwilderung der Fläche könne nicht ausgeschlossen werden, da sich die Stadt nun aus der Pflege komplett zurück ziehen werde“, schrieb der General-Anzeiger am 28. April 2012.

Im Mai 2013 stellten die Eigentümer drei Schilder im Kurpark auf. Darauf war zu lesen: „Privatgrundstück: Betreten verboten“. Und: „Kein Winterdienst“ über einem Hundesymbol im roten Kreis. Harald Monschau, Miteigentümer des Kurparks, sagte der Rhein-Zeitung: „Wir haben die Schilder aus versicherungsrechtlichen Gründen aufstellen lassen und wollen damit niemanden – schon gar nicht die Badegäste – brüskieren.“ Sie erreichen das Bad über die alten Wege auch weiter. Weiter sagte Monschau: „Wenn im Kurpark jemand fällt und sich verletzt, haften wir – daher die Schilder.“[3]

Pläne für die Zukunft des Kurparks vorgestellt

In einer öffentlichen Sitzung des Bauausschusses der Stadt Sinzig stellte Harald Monschau, Eigentümer des Kurparks und Geschäftsführer des Seniorenzentrums „Maranatha“ Bad Bodendorf, am 4. Februar 2019 seine Pläne für die Zukunft des Kurparks vor. 60 bis 70 neue Wohnungen möchte Monschau dort bauen. Die alte Trinkhalle soll abgerissen werden. Lediglich die Kohlensäureanlage samt „Technikmuseum“ solle frei zugänglich erhalten bleiben. Das von Monschau vorgestellte Konzept sieht fünf drei- bis viergeschossig Baukörper vor. Die Gebäude, zwei davon in U-Form, sollen sich um einen parkähnlichen Innenbereich gruppieren. Im Park sind ein Spielplatz und das Technikmuseum geplant. Vor dem Park-Eingang könne ein Tante-Emma-Laden angesiedelt werden. Ein Zugang zur Trinkstelle des St.-Josef-Sprudels bleibe bestehen. „Wohnen im Park“ nannte Planer Carsten Herges (Haid Architekten und Ingenieure (Ahrweiler)) das Projekt. Für den südlichen Bereich sieht Monschaus Plan einen riegelartigen Baukörper vor, in dem die Verwaltung des Seniorenzentrums „Maranatha“ sowie Appartements für ältere Menschen unterkommen sollen. „Wir beschäftigen im Maranatha und im Hotel Maravilla 340 Arbeitnehmer und möchten dadurch auch den Standort sichern“, erläuterte Monschau. Durch den Erweiterungsbau könnten bis zu 50 Arbeitsplätze neu geschaffen werden. „Unsere Mitarbeiter suchen auch in Bad Bodendorf Wohnraum, der ist Mangelware“, so Monschau weiter. Eine Tiefgarage im südöstlichen Bereich soll Pkw-Stellplätze für die künftigen Bewohner bieten. Sollen Monschaus Pläne realisiert werden, muss zunächst der Bebauungsplan für das gut 17 Hektar große Gelände geändert werden, der bis dato noch ein „Sondergebiet Kur“ vorsieht. Sollte der Baubauungsplan zügig geändert werden und sollte rasch Baurecht geschaffen werden, dann könnten die Bauarbeiten bereits 2020 beginnen. Der Bauausschuss nahm die Planung zunächst zur Kenntnis. Aufgabe der Fachbehörden ist es nun, die erforderliche Bebauungsplanänderung vorzubereiten.[4]

Weitere Fotos

Mediografie

  • Kurbad bricht in eine neue Ära auf - "Maranatha"-Eigentümerin Hannelore Spitzlei-Cherif kauft Kurhotel, Kurmittelhaus, Trinkhalle und Kurpark von Bad Bodendorf, in: Rhein-Zeitung vom 13. März 2003
  • Zukunft Bad Bodendorf: Der Brunnen im Kurpark sprudelt wieder, general-anzeiger-bonn.de vom 19. Juni 2013
  • Grüne wollen die Trinkhalle in Bad Bodendorf erhalten – Partei gibt in einem offenen Brief Anregungen für den geplanten Wohnpark, in: [[[Rhein-Zeitung]]] vom 16. März 2019

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 29. April 2012
  2. Quelle: Bernd Linnarz: Neue Perspektiven für das kleine Heilbad, general-anzeiger-bonn.de vom 17. März 2003
  3. Quellen: Rhein-Zeitung vom 29. April 2012 und vom 17. Mai 2013
  4. Quellen: Judith Schumacher: Bad Bodendorf: Aus Kurpark soll ein Wohnpark werden, rhein-zeitung.de vom 5. Februar 2019, und Victor Francke: Planungen in Sinzig – Bad Bodendorfer Kurpark wird Wohnpark, general-anzeiger-bonn.de vom 6. Februar 2019